Zafir
Klang i natten

Bringt man drei für sich alleine bereits sehr schön klingende Instrumente zusammen, kommt man einem Klangrausch sehr nahe. Wenn diese dann noch von drei virtuosen InstrumentalistInnen gespielt werden, strömen die Glückshormone ohne Ende.

Anette Gøl an der Harfe, Anja Præst an der Bassklarinette und Benjamin Barfod an Hang und Perkussion haben sich zu einem Trio mit dem Namen Zafir zusammengetan. Nun ist das Debüt “Klang i natten” beim dänischen Folk-Label GO Danish Folk Music erschienen.

Anja Præst ist uns schon lange keine Unbekannte mehr. Seit vielen Jahren arbeitet sie solo oder in verschiedenen Ensembles, wie ihrem eigenen Trio mit dem sie 2013 das Album “Resonans” einspielte. Bekannter dürfte ihr Mitwirken bei der Folkband Phønix sein, deren faszinierendes Album “Groovy Guzheng” mit SangKa wir erst kürzlich vorstellten.

Nun hat sie sich mit der aus dem Klassikbereich stammenden Anette Gøl und dem Autodidakten Benjamin Barfod verabredet, um “Klang i natten” aufzunehmen. Der Albumtitel sagt bereits einiges darüber aus, was sie uns darauf bescheren: “Klang in der Nacht”. Doch geht es hier nicht um sphärisches, nächtliches Ambiente. Dazu ist die Musik zu rhythmisch. Die drei Instrumente erzeugen dennoch einen recht unwirklichen Gesamtklang.

Die Kompositionen bewegen sich zwischen den Stühlen. Es ist keine reine Folkmusik und keine Weltmusik, keine Klassik, kein Jazz. Das Stück “Når Kirsebærtræerne Blomstrer” zum Beispiel verströmt chinesisches Flair. Hier imitiert Anette Gøl mit ihrer Harfe die chinesische Guzheng und Anja Præst steuert zuerst ein brummendes Fundament, später eine wehklagende Melodie bei. Im Hintergrund spinnt Benjamin Barfod, einem Sequenzer gleich, einen Teppich aus verschiedenen Perkussioninstrumenten. “Citywalk-Women’s Talk” hingegen hat jazzige Elemente.

Irgendwie hat man den Eindruck, dass Anette Gøl es genießt, mit Zafir den strengen Boden der Klassik zu verlassen und freier agieren zu dürfen, z.B. wenn sie Flageolett-Töne spielt oder die Saiten abdämpft und die Harfe dadurch fast schon perkussiv klingt.

Als Fazit dürfen wir Zafir bescheinigen, dass sie mit “Klang i natten” ein außergewöhnliches Album erschaffen haben, mit Musik, die sich jeder Einordnung entzieht. Auf jeden Fall ist es Musik zum genauen Zuhören.




Orientierungshilfe

Klang i natten

Bringt man drei für sich alleine bereits sehr schön klingende Instrumente zusammen, kommt man einem Klangrausch sehr nahe. Wenn diese dann noch von drei virtuosen InstrumentalistInnen gespielt werden, strömen die Glückshormone ohne Ende.

Anette Gøl an der Harfe, Anja Præst an der Bassklarinette und Benjamin Barfod an Hang und Perkussion haben sich zu einem Trio mit dem Namen Zafir zusammengetan. Nun ist das Debüt “Klang i natten” beim dänischen Folk-Label GO Danish Folk Music erschienen.

Anja Præst ist uns schon lange keine Unbekannte mehr. Seit vielen Jahren arbeitet sie solo oder in verschiedenen Ensembles, wie ihrem eigenen Trio mit dem sie 2013 das Album “Resonans” einspielte. Bekannter dürfte ihr Mitwirken bei der Folkband Phønix sein, deren faszinierendes Album “Groovy Guzheng” mit SangKa wir erst kürzlich vorstellten.

Nun hat sie sich mit der aus dem Klassikbereich stammenden Anette Gøl und dem Autodidakten Benjamin Barfod verabredet, um “Klang i natten” aufzunehmen. Der Albumtitel sagt bereits einiges darüber aus, was sie uns darauf bescheren: “Klang in der Nacht”. Doch geht es hier nicht um sphärisches, nächtliches Ambiente. Dazu ist die Musik zu rhythmisch. Die drei Instrumente erzeugen dennoch einen recht unwirklichen Gesamtklang.

Die Kompositionen bewegen sich zwischen den Stühlen. Es ist keine reine Folkmusik und keine Weltmusik, keine Klassik, kein Jazz. Das Stück “Når Kirsebærtræerne Blomstrer” zum Beispiel verströmt chinesisches Flair. Hier imitiert Anette Gøl mit ihrer Harfe die chinesische Guzheng und Anja Præst steuert zuerst ein brummendes Fundament, später eine wehklagende Melodie bei. Im Hintergrund spinnt Benjamin Barfod, einem Sequenzer gleich, einen Teppich aus verschiedenen Perkussioninstrumenten. “Citywalk-Women’s Talk” hingegen hat jazzige Elemente.

Irgendwie hat man den Eindruck, dass Anette Gøl es genießt, mit Zafir den strengen Boden der Klassik zu verlassen und freier agieren zu dürfen, z.B. wenn sie Flageolett-Töne spielt oder die Saiten abdämpft und die Harfe dadurch fast schon perkussiv klingt.

Als Fazit dürfen wir Zafir bescheinigen, dass sie mit “Klang i natten” ein außergewöhnliches Album erschaffen haben, mit Musik, die sich jeder Einordnung entzieht. Auf jeden Fall ist es Musik zum genauen Zuhören.




Text date: 2017-12-18  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Ard Jongsma (stillwords.com), GO Danish Folk Music
Label: GO Danish Folk Music
Barcode: 5705934003411
Duration: 00:47:38
Tracks: 8
Ident-Code: 12573/1122/1



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