Sawmill Roots Orchestra
Sawmill Roots Orchestra

Als uns Andres Roots sein neues Album mit dem Sawmill Roots Orchestra zur Rezension anbot, waren wir zuerst einmal der ungewöhnlichen Besetzung wegen etwas überrascht. Doch da er sich bei uns bereits einen exzellenten Namen als Blueser gemacht hatte, nahmen wir uns der ersten Ensemble-Einspielung “Sawmill Roots Orchestra” gerne an.

Wenn man Roots heißt, ist man musikalisch ja schon etwas festgelegt. Aber Achtung, Andres Roots ist Este und sein Name hat deshalb nichts mit dem englischsprachigen Begriff zu tun (wird auch anders ausgesprochen, nämlich exakt so, wie man ihn schreibt).

Das Sawmill Roots Orchestra kombiniert auf seinem gleichnamigen Debütalbum Mississippi-Delta-Blues mit New-Orleans-Jazz. Klingt nicht nur auf dem Papier ungewöhnlich, aber das Anfang 2017 im Estnischen Tartu gegründete Ensemble vollbringt hier das Kunststück, den Mix lebendig und logisch klingen zu lassen.

Andres Roots ist ein Bluesgitarrist, der schon seit einigen Jahren Alben aufnimmt, die durchgängig im Bluesspektrum liegen. Dabei spielt er sowohl solo, wie auch in unterschiedlich großen Ensembles. Meist zusammen mit Raul Terep am Schlagzeug, mit dem er auch im Duo auftritt. Mit ihm hat er sich einen großen Namen in der Estnischen bzw. Baltischen Musikszene erspielt. Das Besondere an Andres Roots ist, dass er Instrumentalblues spielt, dem allerdings nichts zu fehlen scheint. Dabei lebt doch Blues oftmals von den Geschichten, die erzählt werden. Doch Roots meint dazu lapidar:

“Das, was ich zu erzählen habe, kann ich auch mit meiner Gitarre alleine erzählen.”

Seine Spielweise ist, da er offensichtlich viel zu erzählen hat, denn auch sehr vielseitig und variabel. Er kombiniert dabei Picking- und Slide-Spieltechniken, sodass es fast nach zwei Gitarren klingt. Auf “Sawmill Roots Orchestra” wird aus dem Duo Roots/Terep ein Quartett. Die exzellente Klarinettistin Aveli Paide und der Trompeter Aigor Post stellen sich ihnen nun zur Seite und kreieren einen Mix für den der Lettische Journalist Kaspars Zavileiskis die lustige, aber passende Bezeichnung “Psychedelta Dixieland” erfand.

Allmählich wird man auch außerhalb des Baltikums auf die Estnische Musikszene aufmerksam. So haben die Hörer des britischen “Severn FM” Andres Roots erst kürzlich zum “Bluesman of the Year” gewählt. Auch das Sawmill Roots Orchestra erhielt bereits zahlreiche Festivaleinladungen, wie auf das Prima Vista, den Tartu Bluusikuu und das Underground Blues in Estland oder das Sundays Blues Festival in Lettland.

Diese Aufmerksamkeit haben sich Andres Roots und seine MitstreiterInnen redlich verdient. Denn “Sawmill Roots Orchestra” klingt nach einer neuen, noch ungehörten Bluesspielart. Klar dominiert Andres Roots, doch auch Aveli Paide und Aigor Post stehen ihm in Sachen Virtuosität nicht nach. Das instrumentale Wechselspiel gelingt so locker, dass es häufig wie eine spontane Improvisation anmutet. Dazwischen verrichtet Raul Terep sein integratives Schlagzeugspiel. Auch er zeigt sich dabei als kreativer Geist.

Die Arrangements sind sehr einfalls- und abwechslungsreich. Kein Wunder, denn in dieser Besetzung ist schon enorm viel Phantasie gefragt, will man sich nicht irgendwann wiederholen. Aber erstens steckt der Urheber der Stücke, Andres Roots, voller Ideen und zweitens hat er kongeniale MusikerInnen an seiner Seite. So ist von Langeweile oder Wiederholung nichts zu hören.

Das Sawmill Roots Orchestra veröffentlicht hier ein nicht alltägliches, lässiges und extrem swingendes Bluesalbum. Nicht zu vergessen: “Sawmill Roots Orchestra” wurde von Asko-Romé Altsoo in Tartu aufgenommen, der, neben Andres Roots, auch an der geschmackvollen Produktion beteiligt war. Eine heiße Empfehlung!






Orientierungshilfe

Sawmill Roots Orchestra

Als uns Andres Roots sein neues Album mit dem Sawmill Roots Orchestra zur Rezension anbot, waren wir zuerst einmal der ungewöhnlichen Besetzung wegen etwas überrascht. Doch da er sich bei uns bereits einen exzellenten Namen als Blueser gemacht hatte, nahmen wir uns der ersten Ensemble-Einspielung “Sawmill Roots Orchestra” gerne an.

Wenn man Roots heißt, ist man musikalisch ja schon etwas festgelegt. Aber Achtung, Andres Roots ist Este und sein Name hat deshalb nichts mit dem englischsprachigen Begriff zu tun (wird auch anders ausgesprochen, nämlich exakt so, wie man ihn schreibt).

Das Sawmill Roots Orchestra kombiniert auf seinem gleichnamigen Debütalbum Mississippi-Delta-Blues mit New-Orleans-Jazz. Klingt nicht nur auf dem Papier ungewöhnlich, aber das Anfang 2017 im Estnischen Tartu gegründete Ensemble vollbringt hier das Kunststück, den Mix lebendig und logisch klingen zu lassen.

Andres Roots ist ein Bluesgitarrist, der schon seit einigen Jahren Alben aufnimmt, die durchgängig im Bluesspektrum liegen. Dabei spielt er sowohl solo, wie auch in unterschiedlich großen Ensembles. Meist zusammen mit Raul Terep am Schlagzeug, mit dem er auch im Duo auftritt. Mit ihm hat er sich einen großen Namen in der Estnischen bzw. Baltischen Musikszene erspielt. Das Besondere an Andres Roots ist, dass er Instrumentalblues spielt, dem allerdings nichts zu fehlen scheint. Dabei lebt doch Blues oftmals von den Geschichten, die erzählt werden. Doch Roots meint dazu lapidar:

“Das, was ich zu erzählen habe, kann ich auch mit meiner Gitarre alleine erzählen.”

Seine Spielweise ist, da er offensichtlich viel zu erzählen hat, denn auch sehr vielseitig und variabel. Er kombiniert dabei Picking- und Slide-Spieltechniken, sodass es fast nach zwei Gitarren klingt. Auf “Sawmill Roots Orchestra” wird aus dem Duo Roots/Terep ein Quartett. Die exzellente Klarinettistin Aveli Paide und der Trompeter Aigor Post stellen sich ihnen nun zur Seite und kreieren einen Mix für den der Lettische Journalist Kaspars Zavileiskis die lustige, aber passende Bezeichnung “Psychedelta Dixieland” erfand.

Allmählich wird man auch außerhalb des Baltikums auf die Estnische Musikszene aufmerksam. So haben die Hörer des britischen “Severn FM” Andres Roots erst kürzlich zum “Bluesman of the Year” gewählt. Auch das Sawmill Roots Orchestra erhielt bereits zahlreiche Festivaleinladungen, wie auf das Prima Vista, den Tartu Bluusikuu und das Underground Blues in Estland oder das Sundays Blues Festival in Lettland.

Diese Aufmerksamkeit haben sich Andres Roots und seine MitstreiterInnen redlich verdient. Denn “Sawmill Roots Orchestra” klingt nach einer neuen, noch ungehörten Bluesspielart. Klar dominiert Andres Roots, doch auch Aveli Paide und Aigor Post stehen ihm in Sachen Virtuosität nicht nach. Das instrumentale Wechselspiel gelingt so locker, dass es häufig wie eine spontane Improvisation anmutet. Dazwischen verrichtet Raul Terep sein integratives Schlagzeugspiel. Auch er zeigt sich dabei als kreativer Geist.

Die Arrangements sind sehr einfalls- und abwechslungsreich. Kein Wunder, denn in dieser Besetzung ist schon enorm viel Phantasie gefragt, will man sich nicht irgendwann wiederholen. Aber erstens steckt der Urheber der Stücke, Andres Roots, voller Ideen und zweitens hat er kongeniale MusikerInnen an seiner Seite. So ist von Langeweile oder Wiederholung nichts zu hören.

Das Sawmill Roots Orchestra veröffentlicht hier ein nicht alltägliches, lässiges und extrem swingendes Bluesalbum. Nicht zu vergessen: “Sawmill Roots Orchestra” wurde von Asko-Romé Altsoo in Tartu aufgenommen, der, neben Andres Roots, auch an der geschmackvollen Produktion beteiligt war. Eine heiße Empfehlung!






Text date: 2018-03-02  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Roots Art Records, Leif Laaksonen
Label: Roots Art Records
Distributor: Playground Music Estonia
Producer: Asko-Romé Altsoo, Andres Roots
Barcode: 6417138653260
Duration: 30:46
Tracks: 7
Format: CD, download
Catalogue No: RAR1801
Ident-Code: 12979/738/1



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