Ruby Boots
Don’t Talk About It

Bloodshot Records ist ganz offensichtlich das Label mit den starken Frauen. Nachdem uns schon Lydia Loveless aus gleichem Hause umgehauen hat, kommt nun mit Ruby Boots der nächste weibliche Hammer vom Label aus Chicago. Hier soll die Rede sein vom zweiten Album der in Australien geborenen und in den USA (Nashville) lebenden Ruby Boots. Es heißt “Don’t Talk About It” und erscheint heute.

Ruby Boots ist natürlich nur ein Pseudonym. In Wirklichkeit heißt die temperamentvolle, im westaustralischen Perth geborene Dame Bex Chilcott. Mit vierzehn Jahren kehrte sie ihrem zerstrittenen Elternhaus den Rücken zu und brach auf, um die Welt zu entdecken. Bevor sie schlussendlich in Nashville landete und ihre Musikkarriere in Angriff nahm, hatte sie harte Zeiten zu überstehen und nicht immer die angenehmsten Arbeiten zu verrichten.

Doch Bex Chilcott möchte nicht mehr darüber sprechen – die Zeit ihrer Odysee, verloren an Autobahnen stehend, ist vorbei. Und so heißt das Album eben entsprechend “Don’t Talk About It”.

“Don’t Talk About It” zeigt, dass Bex Chilcott nicht nur temperamentvoll sondern auch verletzlich (und vermutlich auch verletzt) ist. In den Momenten, in denen sie sich zurücklehnt und nicht ihre kratzbürstige Seite zeigt, spürt man dennoch, dass sie ihre Krallen nur eingefahren hat. Sie bleibt vorsichtig und mißtrauisch.

Die Stücke beweisen, dass Bex Chilcott eine richtig talentierte Komponistin ist. Ihr Gitarrenspiel und ihre Stimme sind herrlich rauh, verwegen und teils aggressiv. Das in den Studios von Modern Electric Sound Records in Dallas, TX, aufgenommene Album bekam vom Produzenten Beau Bedford einen nahezu idealen Sound verpasst. Als Studioband fungierten The Texas Gentlemen.

Aus sage und schreibe 40 fertigen Kompositionen, die Bex Chilcott im Gepäck hatte, wählten sie die zehn besten aus und spielten sie ein. Daraus entstand eine Ansammlung von Liedern, die allerhand Einflüsse zeigen, wie Stoner-Rock, elektrifizierten Singer-Songwriter-Folk oder sogar leichte Spuren von Alternative-Country und Blues. Das abschließende “Don’t Give a Damn” erinnert uns gar etwas an die Rolling Stones in deren bester Phase zu Zeiten von “Let it bleed ” anno 1969. Am beeindruckendsten ist jedoch das intime und ungemein leidenschaftliche “I Am a Woman”, dessen Hintergrund sie folgendermaßen beschreibt:

“‘I Am a Woman’ was conjured up amid recent events where men have spoken about, and treated women’s bodies, the way no man, or woman, should. This kind of treatment toward another human being makes every nerve in my body scream. These kinds of incidents are so ingrained in our culture and are swept under the carpet at every turn — it needs to change. As tempting as it was to just write an angry tirade I wanted to respond with integrity, so I sat with my feelings and this song emerged as a celebration of women and womanhood, of our strength and our vulnerability, all we encompass and our inner beauty, countering ignorance and vulgarity with honesty and pride and without being exclusionary to any man or woman. My hope is that we come together on this long drawn out journey. The song is the backbone to the album for me.”

Hierzu verfasst Chilcott Textzeilen wie:

“I am a believer / Standing strong by your side / I’m the hand to hold onto / When it’s too hard to try… I am a woman / Do you know what that means / You lay it all on the line / When you lay down with me”.

Wie ein Wirbelwind klingt “Don’t Talk About It” zum Großteil, wie das Aufbegehren eines wilden Tiers, das nur mäßig gebändigt werden kann. Uns bleibt nichts anderes übrig, als der Raubkatze Bex Chilcott zu diesem verdammt guten Album zu gratulieren!



Orientierungshilfe

Don’t Talk About It

Bloodshot Records ist ganz offensichtlich das Label mit den starken Frauen. Nachdem uns schon Lydia Loveless aus gleichem Hause umgehauen hat, kommt nun mit Ruby Boots der nächste weibliche Hammer vom Label aus Chicago. Hier soll die Rede sein vom zweiten Album der in Australien geborenen und in den USA (Nashville) lebenden Ruby Boots. Es heißt “Don’t Talk About It” und erscheint heute.

Ruby Boots ist natürlich nur ein Pseudonym. In Wirklichkeit heißt die temperamentvolle, im westaustralischen Perth geborene Dame Bex Chilcott. Mit vierzehn Jahren kehrte sie ihrem zerstrittenen Elternhaus den Rücken zu und brach auf, um die Welt zu entdecken. Bevor sie schlussendlich in Nashville landete und ihre Musikkarriere in Angriff nahm, hatte sie harte Zeiten zu überstehen und nicht immer die angenehmsten Arbeiten zu verrichten.

Doch Bex Chilcott möchte nicht mehr darüber sprechen – die Zeit ihrer Odysee, verloren an Autobahnen stehend, ist vorbei. Und so heißt das Album eben entsprechend “Don’t Talk About It”.

“Don’t Talk About It” zeigt, dass Bex Chilcott nicht nur temperamentvoll sondern auch verletzlich (und vermutlich auch verletzt) ist. In den Momenten, in denen sie sich zurücklehnt und nicht ihre kratzbürstige Seite zeigt, spürt man dennoch, dass sie ihre Krallen nur eingefahren hat. Sie bleibt vorsichtig und mißtrauisch.

Die Stücke beweisen, dass Bex Chilcott eine richtig talentierte Komponistin ist. Ihr Gitarrenspiel und ihre Stimme sind herrlich rauh, verwegen und teils aggressiv. Das in den Studios von Modern Electric Sound Records in Dallas, TX, aufgenommene Album bekam vom Produzenten Beau Bedford einen nahezu idealen Sound verpasst. Als Studioband fungierten The Texas Gentlemen.

Aus sage und schreibe 40 fertigen Kompositionen, die Bex Chilcott im Gepäck hatte, wählten sie die zehn besten aus und spielten sie ein. Daraus entstand eine Ansammlung von Liedern, die allerhand Einflüsse zeigen, wie Stoner-Rock, elektrifizierten Singer-Songwriter-Folk oder sogar leichte Spuren von Alternative-Country und Blues. Das abschließende “Don’t Give a Damn” erinnert uns gar etwas an die Rolling Stones in deren bester Phase zu Zeiten von “Let it bleed ” anno 1969. Am beeindruckendsten ist jedoch das intime und ungemein leidenschaftliche “I Am a Woman”, dessen Hintergrund sie folgendermaßen beschreibt:

“‘I Am a Woman’ was conjured up amid recent events where men have spoken about, and treated women’s bodies, the way no man, or woman, should. This kind of treatment toward another human being makes every nerve in my body scream. These kinds of incidents are so ingrained in our culture and are swept under the carpet at every turn — it needs to change. As tempting as it was to just write an angry tirade I wanted to respond with integrity, so I sat with my feelings and this song emerged as a celebration of women and womanhood, of our strength and our vulnerability, all we encompass and our inner beauty, countering ignorance and vulgarity with honesty and pride and without being exclusionary to any man or woman. My hope is that we come together on this long drawn out journey. The song is the backbone to the album for me.”

Hierzu verfasst Chilcott Textzeilen wie:

“I am a believer / Standing strong by your side / I’m the hand to hold onto / When it’s too hard to try… I am a woman / Do you know what that means / You lay it all on the line / When you lay down with me”.

Wie ein Wirbelwind klingt “Don’t Talk About It” zum Großteil, wie das Aufbegehren eines wilden Tiers, das nur mäßig gebändigt werden kann. Uns bleibt nichts anderes übrig, als der Raubkatze Bex Chilcott zu diesem verdammt guten Album zu gratulieren!



Text date: 2018-02-08  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Cal Quinn, Bloodshot Records
Label: Bloodshot Records
Producer: Beau Bedford
Barcode: 744302097961
Duration: 00:40:40
Tracks: 10
Ident-Code: 12535/850/1


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