Postcards
I'll Be Here In The Morning

Mit dem zarten und flirrenden “Open Waters” beginnt das Full-Length-Debüt “I’ll Be Here In The Morning” eines Quartetts aus Beirut. Jeder denkt da sicher, dass es jetzt um ein zumindest orientalisch angehauchtes Musikprojekt gehen wird. Doch weit gefehlt. Postcards, so der Name der neuen Combo, haben derlei Exotik nicht nötig.

Natürlich wird mit der Herkunft der Band geworben, so, als wäre es etwas Besonderes, wenn eine Band aus dem nahen Osten mal nicht nach Orient klingt. So gedacht, müssten alle Bands aus Bayern nach Alpenland klingen. Lassen wir also die Klischees außen vor und konzentrieren uns auf das, was es hier zu hören gibt.

Da sei an vorderster Stelle die zarte und zerbrechliche Stimme von Julia Sabra genannt. Sie verfügt wahrlich über kein volltönendes Organ, die den Raum füllt. Doch diese Stimme passt haargenau, weil die Musik als Ganzes zart und zerbrechlich ist. Die Instrumentierung ist sehr schlicht gehalten, der Sound ist dünn und durchscheinend. Durch den allgemein geschmackvollen Effekteinsatz bei den Instrumenten und dem Hall, der bei der Stimme oftmals zum Einsatz kommt, erhalten die Stücke etwas Unwirkliches und Traumhaftes. Dream-Pop eben.

Nicht nur Sängerin Julia Sabra agiert vorsichtig, auch der Rest der Band an Bass, Schlagzeug und Gitarre. Der Gitarrensound ist meist unverzerrt oder nur leicht angezerrt. In den seltenen Momenten, in denen aggressiver in die Saiten gegriffen wird, hält sich der Grad der Verzerrung dennoch weiterhin in Grenzen.

“Could it be that we‘re wasting away? Another moment gone, you‘re not the same. In this wicked world of in-betweens, fevers triggering the strangest dreams, they happen all the time. So stay for one more night.”

In den Texten kommt sehr viel Nachdenklichkeit zum Vorschein. Sie erzählen von alltäglichen zwischenmenschlichen Dingen genauso, wie vom Leben in einer unruhigen Region, in der man gelernt hat, zu verdrängen. Zumindest hier wird klar, woher Postcards kommen. Alle Texte sind im Beiheft enthalten!

“Every Sunday night‘s the same, the day we can‘t shake off. And as we hoped for some exciting change, we heard the loudest bomb. I tired to call as soon as I found out but all the lines were jammes, and so I thought it best to go back to making my dinner plans. There could be flying saucers in the sky, a thousand planes ahead. As long as they don‘t feel too close we can pretend that they‘re not there.”

Insgesamt lädt die Musik sehr ein, sich ihr hinzugeben. Allerdings nicht auf der Tanzfläche, sondern zurückgezogen in den eigenen vier Wänden. Ein wundervolles Album!





Orientierungshilfe

I'll Be Here In The Morning

Mit dem zarten und flirrenden “Open Waters” beginnt das Full-Length-Debüt “I’ll Be Here In The Morning” eines Quartetts aus Beirut. Jeder denkt da sicher, dass es jetzt um ein zumindest orientalisch angehauchtes Musikprojekt gehen wird. Doch weit gefehlt. Postcards, so der Name der neuen Combo, haben derlei Exotik nicht nötig.

Natürlich wird mit der Herkunft der Band geworben, so, als wäre es etwas Besonderes, wenn eine Band aus dem nahen Osten mal nicht nach Orient klingt. So gedacht, müssten alle Bands aus Bayern nach Alpenland klingen. Lassen wir also die Klischees außen vor und konzentrieren uns auf das, was es hier zu hören gibt.

Da sei an vorderster Stelle die zarte und zerbrechliche Stimme von Julia Sabra genannt. Sie verfügt wahrlich über kein volltönendes Organ, die den Raum füllt. Doch diese Stimme passt haargenau, weil die Musik als Ganzes zart und zerbrechlich ist. Die Instrumentierung ist sehr schlicht gehalten, der Sound ist dünn und durchscheinend. Durch den allgemein geschmackvollen Effekteinsatz bei den Instrumenten und dem Hall, der bei der Stimme oftmals zum Einsatz kommt, erhalten die Stücke etwas Unwirkliches und Traumhaftes. Dream-Pop eben.

Nicht nur Sängerin Julia Sabra agiert vorsichtig, auch der Rest der Band an Bass, Schlagzeug und Gitarre. Der Gitarrensound ist meist unverzerrt oder nur leicht angezerrt. In den seltenen Momenten, in denen aggressiver in die Saiten gegriffen wird, hält sich der Grad der Verzerrung dennoch weiterhin in Grenzen.

“Could it be that we‘re wasting away? Another moment gone, you‘re not the same. In this wicked world of in-betweens, fevers triggering the strangest dreams, they happen all the time. So stay for one more night.”

In den Texten kommt sehr viel Nachdenklichkeit zum Vorschein. Sie erzählen von alltäglichen zwischenmenschlichen Dingen genauso, wie vom Leben in einer unruhigen Region, in der man gelernt hat, zu verdrängen. Zumindest hier wird klar, woher Postcards kommen. Alle Texte sind im Beiheft enthalten!

“Every Sunday night‘s the same, the day we can‘t shake off. And as we hoped for some exciting change, we heard the loudest bomb. I tired to call as soon as I found out but all the lines were jammes, and so I thought it best to go back to making my dinner plans. There could be flying saucers in the sky, a thousand planes ahead. As long as they don‘t feel too close we can pretend that they‘re not there.”

Insgesamt lädt die Musik sehr ein, sich ihr hinzugeben. Allerdings nicht auf der Tanzfläche, sondern zurückgezogen in den eigenen vier Wänden. Ein wundervolles Album!





Text date: 2018-01-25  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © T3 Records, Sandra Fayad
Label: T3 Records
Producer: Fadi Tabbal
Barcode: 4038397000330
Duration: 00:34:38
Tracks: 9
Catalogue No: T30033
Ident-Code: 12714/640/1


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