mammantytöt!
Glitter & trad.

Glitzernde Folkmusik. So in etwa möchten mammantytöt! ihre Musik verstanden wissen. Ihr kürzlich erschienenes Debütalbum “Glitter & trad.” verspricht eine völlig neuartige Spielart finnischer Folkmusik.

Hinter dem Bandnamen mammantytöt! verbergen sich zwei junge selbstbewusste Frauen, die momentan noch in ihrer Ausbildung am Folkinistitut der Sibelius-Akademie in Helsinki stecken. Die in Helsinki geborenen und lebenden Damen heißen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen. Beide sind nicht nur Sängerinnen, sondern beherrschen auch mehrere Instrumente.

Als mammantytöt! (dt. in etwa “Mutters Mädchen!”) haben sie sich 2015 gegründet. Soweit es ihre Zeit zulässt, spielen sie neben dem Studium auf verschiedenen größeren und kleineren Veranstaltungen und erfreuen dabei ihr Publikum mit ihrer frechen, aber dennoch traditionsbewussten Musik.

Ihr Album zeugt von dem starken Willen, etwas Neues und Eigenständiges zu kreieren. Dabei gehen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen zwar unbekümmert, aber beileibe nicht respektlos mit dem musikalischen Erbe ihrer Heimat um. Sie legen sich regional nicht allzu sehr fest, wenngleich der karelische Gesangsstil öfter zu hören ist. Das Repertoire besteht aus eigenen Kompositionen und finnischen Volksliedern und -melodien.

Die Texte erzählen sowohl Geschichten, die junge Frauen eben so erleben, andererseits stellen sie auch typische Volksmusik-Themen dar. Wobei wir festhalten möchten, dass die Texte nordischer Folkmusik nicht auf triviale Themen beschränkt sind, wie das z.B. in der alpenländischen Volksmusik oftmals der Fall ist.

Was mammantytöt! hier präsentiert, gefällt uns sehr. Die erfrischende Musik wirkt enorm ansteckend. Auf “Glitter & trad.” zeigen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen, was sie alles drauf haben. Egal, ob rotzfrech, besinnlich, fröhlich, unbekümmert, traurig, laut oder leise, immer ist ihre Musik sehr überzeugend. Vor allem die beiden guten und gekonnt und variabel eingesetzten Stimmen wussten uns zu begeistern.

Bei der Verjüngung der finnischen traditionellen Musik gehen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen jedoch nicht so weit, dass die Musik den Folkcharakter verliert. In jedem Moment bleibt die Musik als finnischer Folk erkennbar, selbst, wenn sie einen frischen und humorvollen Walzer intonieren, wie “Lontoovin yössä”, oder ihre Zuhörer auf die Tanzfläche holen möchten, wie mit dem abschließenden “Piru”. Bei “Piru” erinnern sie etwas an Suistamon Sähkö.

Da beide Damen mehrere Instrumente spielen, ist die Instrumentierung sehr abwechslungsreich. Cello, Violine, Harmonium , Klavier, Perkussion, Kontrabass und Akkordeon (hier ist Leija Lautamaja zu hören) werden abwechselnd und in verschiedensten Kombinationen eingesetzt. Es wird sogar gepfiffen!

Wir haben “Glitter & trad.” ganz bewusst als unsere erste Rezension des neuen Jahres geplant, da mammantytöt! hier ein vollends überzeugendes Album mit neuer und echt cooler Folkmusik geschaffen haben. Mit diesem mutigen Ansatz sind sie in Finnland zwar ganz und gar nicht alleine, jedoch ist ihre Umsetzung richtig gut gelungen. Mit Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen haben wir wieder zwei neue Namen auf unserer Liste von jungen KünstlerInnen, deren Entwicklung wir im Auge behalten werden.




Orientierungshilfe

Glitter & trad.

Glitzernde Folkmusik. So in etwa möchten mammantytöt! ihre Musik verstanden wissen. Ihr kürzlich erschienenes Debütalbum “Glitter & trad.” verspricht eine völlig neuartige Spielart finnischer Folkmusik.

Hinter dem Bandnamen mammantytöt! verbergen sich zwei junge selbstbewusste Frauen, die momentan noch in ihrer Ausbildung am Folkinistitut der Sibelius-Akademie in Helsinki stecken. Die in Helsinki geborenen und lebenden Damen heißen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen. Beide sind nicht nur Sängerinnen, sondern beherrschen auch mehrere Instrumente.

Als mammantytöt! (dt. in etwa “Mutters Mädchen!”) haben sie sich 2015 gegründet. Soweit es ihre Zeit zulässt, spielen sie neben dem Studium auf verschiedenen größeren und kleineren Veranstaltungen und erfreuen dabei ihr Publikum mit ihrer frechen, aber dennoch traditionsbewussten Musik.

Ihr Album zeugt von dem starken Willen, etwas Neues und Eigenständiges zu kreieren. Dabei gehen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen zwar unbekümmert, aber beileibe nicht respektlos mit dem musikalischen Erbe ihrer Heimat um. Sie legen sich regional nicht allzu sehr fest, wenngleich der karelische Gesangsstil öfter zu hören ist. Das Repertoire besteht aus eigenen Kompositionen und finnischen Volksliedern und -melodien.

Die Texte erzählen sowohl Geschichten, die junge Frauen eben so erleben, andererseits stellen sie auch typische Volksmusik-Themen dar. Wobei wir festhalten möchten, dass die Texte nordischer Folkmusik nicht auf triviale Themen beschränkt sind, wie das z.B. in der alpenländischen Volksmusik oftmals der Fall ist.

Was mammantytöt! hier präsentiert, gefällt uns sehr. Die erfrischende Musik wirkt enorm ansteckend. Auf “Glitter & trad.” zeigen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen, was sie alles drauf haben. Egal, ob rotzfrech, besinnlich, fröhlich, unbekümmert, traurig, laut oder leise, immer ist ihre Musik sehr überzeugend. Vor allem die beiden guten und gekonnt und variabel eingesetzten Stimmen wussten uns zu begeistern.

Bei der Verjüngung der finnischen traditionellen Musik gehen Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen jedoch nicht so weit, dass die Musik den Folkcharakter verliert. In jedem Moment bleibt die Musik als finnischer Folk erkennbar, selbst, wenn sie einen frischen und humorvollen Walzer intonieren, wie “Lontoovin yössä”, oder ihre Zuhörer auf die Tanzfläche holen möchten, wie mit dem abschließenden “Piru”. Bei “Piru” erinnern sie etwas an Suistamon Sähkö.

Da beide Damen mehrere Instrumente spielen, ist die Instrumentierung sehr abwechslungsreich. Cello, Violine, Harmonium , Klavier, Perkussion, Kontrabass und Akkordeon (hier ist Leija Lautamaja zu hören) werden abwechselnd und in verschiedensten Kombinationen eingesetzt. Es wird sogar gepfiffen!

Wir haben “Glitter & trad.” ganz bewusst als unsere erste Rezension des neuen Jahres geplant, da mammantytöt! hier ein vollends überzeugendes Album mit neuer und echt cooler Folkmusik geschaffen haben. Mit diesem mutigen Ansatz sind sie in Finnland zwar ganz und gar nicht alleine, jedoch ist ihre Umsetzung richtig gut gelungen. Mit Laura Petäjä und Vilma Jääskeläinen haben wir wieder zwei neue Namen auf unserer Liste von jungen KünstlerInnen, deren Entwicklung wir im Auge behalten werden.




Text date: 2018-01-01  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © J-P Piirainen, Henri Rinta-Koivula
Barcode: 0889172209684
Duration: 00:42:14
Tracks: 12
Ident-Code: 12608/744/1



Related reviews:


Meriheini Luoto: Metsänpeitto

Orientierungshilfe

Translation

INTO ENGLISH (using Google translator)

Artikelnavigation

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise zum Urheberrecht

Alle Artikel unserer Webseiten sind durch das Urheberrecht geschützt. Das Kopieren und Verbreiten unserer Artikel bedarf in jedem Fall unsere ausdrückliche Zustimmung. Bei fremden Artikeln bedarf es in jedem Fall der Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers.

Ist als Textquelle nicht "Global Music Magazine" angegeben, handelt es sich um einen externen Artikel. Für den Inhalt dieser auf diese Weise gekennzeichneten Artikel sind die jeweils genannten Autoren bzw. Quellen verantwortlich. Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Achten Sie also unbedingt auf die angebene Textquelle.

Das Vorgenannte gilt entsprechend auch für Abbildungen und Fotos.

Weitere Hinweise zu diesen Themen finden Sie in unserem Impressum.