Katie Melua
In Winter - Special Edition

Für Rezensenten sind Special Editions eine eher langweilige Sache. Bei Katie Meluas Neuauflage ihres letztjährigen Erfolgsalbums “In Winter” waren wir hingegen äußerst gespannt, da angekündigt war, dass es das komplette Studioalbum plus einiger älterer Titel in Liveversionen mit ihrem Gori Women’s Choir als Zugabe geben würde.

Bei den Aufnahmen eines Studioalbums stehen alle erdenklichen technischen Möglichkeiten zur Verfügung. Zudem sind nachträgliche Bearbeitungen bis in kleinste Details hinein möglich. Sogar Intonations- und Timingfehler lassen sich in gewissen Grenzen korrigieren. Man kann also unendlich lange feilen, bis sich die beabsichtigte Wirkung einstellt. Anders stellt sich die Situation auf der Bühne dar. Zwar gibt es auch hier elektronische Hilfsmittel, aber die Möglichkeiten sind bekanntermaßen doch begrenzt. Deshalb waren wir sehr gespannt darauf, ob Katie Melua den Zauber der Studioversion von “In Winter” auch auf die Bühne bringen könnte.

Dann stellte sich noch ein weiteres Problem. Da sie zuletzt mit dem Gori Women’s Choir auf Tour war, mussten ihre früheren Stücke neu arrangiert werden. Eigentlich war es genau dieser Punkt, der uns am meisten neugierig machte. Wie würde z.B. “Nine Million Bicycles” in einer Version mit Chor klingen?

Im Interview erzählt die mittlerweile 33-jährige gebürtige Georgierin denn auch davon, dass sie sich der Probleme vollends bewusst und nicht frei von Ängsten war:

“Ich bemerkte, wie kompliziert es war, 25 Stimmen auf der Bühne unter einen Hut zu bringen. Die Akustik jedes Konzertsaals unterscheidet sich, jede Nacht gab es neue technische Herausforderungen. Ganz zu schweigen von den Sprachbarrieren zwischen Chor und Crew. Außerdem musste ich den Stil von ‘In Winter’ und den meiner früheren Alben einander anpassen. Wir begannen in der Augusthitze Georgiens mit den Proben. Als ich den Chor zum ersten Mal Bob Chilcotts Arrangements von ‘The Closest Thing To Crazy’ singen hörte, konnte ich die Zärtlichkeit in den Stimmen der Frauen spüren. In diesem Moment wusste ich, dass sie genauso dankbar waren, den Song mit mir zu singen wie ich mit ihnen.”

Wir machten einen aufwändigen A-B-Vergleich. Hörten also jeweils zuerst die Studio- und dann die Liveversion. Spätestens beim dritten Titel, “Perfect world” war uns klar, dass es Katie Melua und ihrem Team gelungen war, den Zauber wiederzubeleben. Die Intimität und Zartheit der Studioaufnahmen war auch live genauso intensiv zu spüren.

Es blieb die zweite Frage. Nach den zehn Titeln der Studio-CD folgen auf der Live-CD ältere Titel. Nach “Belfast”, dem überflüssigen “Bridge Over Troubled Water” und der schönen Version des Black-Hits “Wonderful Life”, allesamt noch ohne Beteiligung des Chors. Darauf folgen “Nine Million Bicycles” und “Closest Thing to Crazy” mit Chor. Auch hier können wir Entwarnung geben und verkünden, dass die Chorversionen genau so überzeugen, wie die Originale. Es ist im Gegenteil sogar so, dass wir uns noch mehr neu bearbeitete Titel ihrer früheren Alben gewünscht hätten. Vielleicht erfüllt uns Katie Melua den Wunsch, nachdem sie uns bereits einen früheren erfüllt hat, und bringt ein offiizielles Livealbum mit noch mehr Chorstücken heraus.

Auf der Special Edition findet sich auch noch ein neues georgisches Volkslied namens “Satrpialo”. Hier wird es wunderbar exotisch. Als Bonus gibt es noch “I Cried for You”. Die Konzertaufnahmen stammen von Meluas Auftritt im Berliner Admiralspalast am 16. November 2016.

Wer “In Winter” noch nicht besitzt, hat einen Fehler begangen, den man allerdings mit dieser sehr aufwändig gestalteten Special Edition locker beheben kann. Unten ist übrigens unsere Rezension der Studiovariante verlinkt. Wir wollten unsere Lobeshymnen für das schöne Winteralbum nicht wiederholen.




Orientierungshilfe

In Winter - Special Edition

Für Rezensenten sind Special Editions eine eher langweilige Sache. Bei Katie Meluas Neuauflage ihres letztjährigen Erfolgsalbums “In Winter” waren wir hingegen äußerst gespannt, da angekündigt war, dass es das komplette Studioalbum plus einiger älterer Titel in Liveversionen mit ihrem Gori Women’s Choir als Zugabe geben würde.

Bei den Aufnahmen eines Studioalbums stehen alle erdenklichen technischen Möglichkeiten zur Verfügung. Zudem sind nachträgliche Bearbeitungen bis in kleinste Details hinein möglich. Sogar Intonations- und Timingfehler lassen sich in gewissen Grenzen korrigieren. Man kann also unendlich lange feilen, bis sich die beabsichtigte Wirkung einstellt. Anders stellt sich die Situation auf der Bühne dar. Zwar gibt es auch hier elektronische Hilfsmittel, aber die Möglichkeiten sind bekanntermaßen doch begrenzt. Deshalb waren wir sehr gespannt darauf, ob Katie Melua den Zauber der Studioversion von “In Winter” auch auf die Bühne bringen könnte.

Dann stellte sich noch ein weiteres Problem. Da sie zuletzt mit dem Gori Women’s Choir auf Tour war, mussten ihre früheren Stücke neu arrangiert werden. Eigentlich war es genau dieser Punkt, der uns am meisten neugierig machte. Wie würde z.B. “Nine Million Bicycles” in einer Version mit Chor klingen?

Im Interview erzählt die mittlerweile 33-jährige gebürtige Georgierin denn auch davon, dass sie sich der Probleme vollends bewusst und nicht frei von Ängsten war:

“Ich bemerkte, wie kompliziert es war, 25 Stimmen auf der Bühne unter einen Hut zu bringen. Die Akustik jedes Konzertsaals unterscheidet sich, jede Nacht gab es neue technische Herausforderungen. Ganz zu schweigen von den Sprachbarrieren zwischen Chor und Crew. Außerdem musste ich den Stil von ‘In Winter’ und den meiner früheren Alben einander anpassen. Wir begannen in der Augusthitze Georgiens mit den Proben. Als ich den Chor zum ersten Mal Bob Chilcotts Arrangements von ‘The Closest Thing To Crazy’ singen hörte, konnte ich die Zärtlichkeit in den Stimmen der Frauen spüren. In diesem Moment wusste ich, dass sie genauso dankbar waren, den Song mit mir zu singen wie ich mit ihnen.”

Wir machten einen aufwändigen A-B-Vergleich. Hörten also jeweils zuerst die Studio- und dann die Liveversion. Spätestens beim dritten Titel, “Perfect world” war uns klar, dass es Katie Melua und ihrem Team gelungen war, den Zauber wiederzubeleben. Die Intimität und Zartheit der Studioaufnahmen war auch live genauso intensiv zu spüren.

Es blieb die zweite Frage. Nach den zehn Titeln der Studio-CD folgen auf der Live-CD ältere Titel. Nach “Belfast”, dem überflüssigen “Bridge Over Troubled Water” und der schönen Version des Black-Hits “Wonderful Life”, allesamt noch ohne Beteiligung des Chors. Darauf folgen “Nine Million Bicycles” und “Closest Thing to Crazy” mit Chor. Auch hier können wir Entwarnung geben und verkünden, dass die Chorversionen genau so überzeugen, wie die Originale. Es ist im Gegenteil sogar so, dass wir uns noch mehr neu bearbeitete Titel ihrer früheren Alben gewünscht hätten. Vielleicht erfüllt uns Katie Melua den Wunsch, nachdem sie uns bereits einen früheren erfüllt hat, und bringt ein offiizielles Livealbum mit noch mehr Chorstücken heraus.

Auf der Special Edition findet sich auch noch ein neues georgisches Volkslied namens “Satrpialo”. Hier wird es wunderbar exotisch. Als Bonus gibt es noch “I Cried for You”. Die Konzertaufnahmen stammen von Meluas Auftritt im Berliner Admiralspalast am 16. November 2016.

Wer “In Winter” noch nicht besitzt, hat einen Fehler begangen, den man allerdings mit dieser sehr aufwändig gestalteten Special Edition locker beheben kann. Unten ist übrigens unsere Rezension der Studiovariante verlinkt. Wir wollten unsere Lobeshymnen für das schöne Winteralbum nicht wiederholen.




Text date: 2017-11-15  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © BMG, Pip
Label: BMG
Barcode: 4050538339093
Duration: 01:45:52
Tracks: 27
Format: 2 CDs
Ident-Code: 12356/742/1



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