Folk'Avant
Gryningsland

Zehn zumeist selbstverfasste Titel haben die drei Musikerinnen des schwedisch-finnischen Ensembles Folk’Avant für ihr Debütalbum “Gryningsland” zusammengetragen. Zehn Titel, die den Wagemut und die Kreativität der FolkmusikerInnen in Nordeuropa belegen.

Anna Wikenius, Maija Kauhanen und Anna Rubinsztein sind die Namen der drei Damen. Sie lernten sich beim gemeinsamen Studium an der Königlichen Musikakademie in Stockholm kennen. Maija Kauhanen stieß als Austausch-Studentin von der renommierten Sibelius Akademie in Helsinki dazu. Kauhanen ist mittlerweile ein heimlicher Star der Folkszene. Sowohl mit Soloalben, wie auch mit den Veröffentlichungen verschiedener Ensembles, wie Mari Kalkun & Runorun oder Okra Playground, erntet sie beste Kritiken. Sie hat sich als Spezialistin auf der Saarijärvi-Kantele einen Namen gemacht.

Freunde des kristallklaren Klangs der Kantele kommen auf “Gryningsland” voll auf ihre Kosten. Ein Klang der an Funkeln und Glitzern erinnert. Ebenfalls klar sind die drei Stimmen, allerdings nicht mit metallischem Klang wie die Kantele. Eher weich und meist zart, sofern sie sich nicht der gelegentlich sehr kraftvollen finnischen Gesangstradition hingeben. Der mehrstimmige Gesang des Trios ist grandios.

Während Maija Kauhanen mit ihrer Kantele die finnische Seite repräsentiert, vertritt Anna Rubinsztein die schwedische. Ihr Violinspiel entspricht sehr der schwedischen Tradition. Rein musikalisch, in anderer Besetzung gespielt und mit entsprechenden Arrangements versehen, ließe sich aus den Kompositionen eine Musik kreieren, die nicht unbedingt sofort an Folkmusik erinnert. Die Kompositionen stammen meist von Anna Wikenius. Sie zeigt sich als kreativer Geist, dessen Harmonien und Melodien teilweise weit über das Folkspektrum hinausgehen.

Durch das Zusammenwirken dieser starken und eigenständigen Musikerpersönlichkeiten entsteht eine Musik, die anfangs vielleicht irritiert, schlussendlich jedoch fasziniert. Mit den ersten Tönen des Albums stellt man sich auf Folk ein. Doch zu ungewöhnlich ist der weitere Verlauf des Albums. Es wird vereinzelt mit Disharmonien experimentiert, mal zart, mal kräftig musiziert, oder einfach nur ein Tanzlied intoniert, Stets unkonventionell arrangiert.

Wieder einmal ist man bei einer Veröffentlichung des Labels Nordic-Notes als Hörer gefordert, dazuzulernen und neue Ideen aufzunehmen. Vielleicht sollte sich Labelchef Christian Pliefke überlegen, den früheren Slogan des Würzburger Africa Festivals, “musikalische Entwicklungshilfe für Deutschland”, zu übernehmen. Auf jeden Fall ist “Gryningsland” eine heiße Empfehlung für Menschen mit offenen Ohren. Die wunderschöne Aufmachung wäre alleine schon den Kaufpreis wert.




Orientierungshilfe

Gryningsland

Zehn zumeist selbstverfasste Titel haben die drei Musikerinnen des schwedisch-finnischen Ensembles Folk’Avant für ihr Debütalbum “Gryningsland” zusammengetragen. Zehn Titel, die den Wagemut und die Kreativität der FolkmusikerInnen in Nordeuropa belegen.

Anna Wikenius, Maija Kauhanen und Anna Rubinsztein sind die Namen der drei Damen. Sie lernten sich beim gemeinsamen Studium an der Königlichen Musikakademie in Stockholm kennen. Maija Kauhanen stieß als Austausch-Studentin von der renommierten Sibelius Akademie in Helsinki dazu. Kauhanen ist mittlerweile ein heimlicher Star der Folkszene. Sowohl mit Soloalben, wie auch mit den Veröffentlichungen verschiedener Ensembles, wie Mari Kalkun & Runorun oder Okra Playground, erntet sie beste Kritiken. Sie hat sich als Spezialistin auf der Saarijärvi-Kantele einen Namen gemacht.

Freunde des kristallklaren Klangs der Kantele kommen auf “Gryningsland” voll auf ihre Kosten. Ein Klang der an Funkeln und Glitzern erinnert. Ebenfalls klar sind die drei Stimmen, allerdings nicht mit metallischem Klang wie die Kantele. Eher weich und meist zart, sofern sie sich nicht der gelegentlich sehr kraftvollen finnischen Gesangstradition hingeben. Der mehrstimmige Gesang des Trios ist grandios.

Während Maija Kauhanen mit ihrer Kantele die finnische Seite repräsentiert, vertritt Anna Rubinsztein die schwedische. Ihr Violinspiel entspricht sehr der schwedischen Tradition. Rein musikalisch, in anderer Besetzung gespielt und mit entsprechenden Arrangements versehen, ließe sich aus den Kompositionen eine Musik kreieren, die nicht unbedingt sofort an Folkmusik erinnert. Die Kompositionen stammen meist von Anna Wikenius. Sie zeigt sich als kreativer Geist, dessen Harmonien und Melodien teilweise weit über das Folkspektrum hinausgehen.

Durch das Zusammenwirken dieser starken und eigenständigen Musikerpersönlichkeiten entsteht eine Musik, die anfangs vielleicht irritiert, schlussendlich jedoch fasziniert. Mit den ersten Tönen des Albums stellt man sich auf Folk ein. Doch zu ungewöhnlich ist der weitere Verlauf des Albums. Es wird vereinzelt mit Disharmonien experimentiert, mal zart, mal kräftig musiziert, oder einfach nur ein Tanzlied intoniert, Stets unkonventionell arrangiert.

Wieder einmal ist man bei einer Veröffentlichung des Labels Nordic-Notes als Hörer gefordert, dazuzulernen und neue Ideen aufzunehmen. Vielleicht sollte sich Labelchef Christian Pliefke überlegen, den früheren Slogan des Würzburger Africa Festivals, “musikalische Entwicklungshilfe für Deutschland”, zu übernehmen. Auf jeden Fall ist “Gryningsland” eine heiße Empfehlung für Menschen mit offenen Ohren. Die wunderschöne Aufmachung wäre alleine schon den Kaufpreis wert.




Text date: 2017-05-11  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Folk'Avant
Label: Nordic-Notes
Label code: LC 14502
Barcode: 4251329501143
Duration: 46:07
Tracks: 10
Format: CD
Catalogue No: NN089
Ident-Code: 11534/1150/1



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