Federspiel
Wolperting

Auf seinem neuen Album “Wolperting” gibt das österreichische Blasensemble Federspiel musikalische Wolpertinger wider. Für Nicht-Österreicher und -Bayern sei erläutert, dass es sich bei einem Wolpertinger um ein Fabelwesen handelt, um ein tierisches Mischwesen, dessen Aussehen nicht eindeutig festgelegt ist – also alles sein kann.

Albrecht Dürer hatte dereinst Gelegenheit, ein Exemplar zu porträtieren (zumindest scheint es so… 🙂 ). Bei Federspiel ist nachzuhören, dass Wolpertinger sehr vielgestaltig sind und verschiedenste Charaktere zeigen, manchmal scheu und ängstlich, aber auch gefährlich und gar arglistig.

Federspiel setzt auf ihrem neuen, insgesamt vierten Album ausschließlich Blech- und Holzblasinstrumente ein. Manche stellen sich derartige Musik langweilig vor. Dann kennen sie aber bestimmt Federspiel noch nicht. Denn das Ensemble bietet keine “Blasmusik” in herkömmlichem Sinne, also keine reine alpenländische Volksmusik. Sie verweben vielmehr verschiedene musikalische Welten zu ihrem ganz speziellen Ensembleklang. Dabei gehen sie durchaus mit sehr viel Wagemut und Phantasie zu Werke, sodass das Material gelegentlich in Experimental- und Avantgarde-Bereiche vorstößt – dies allerdings sehr selten und nur kurzzeitig. Zumeist geht die Bodenhaftung nicht verloren und viele Stücke des Albums, wie auch ihres gesamten Repertoirs, muten in der Tat eher global-folkloristisch an.

Besonders reizvoll ist, dass sich Federspiel stilistisch und regional überhaupt nicht festlegen. Die Musik bewegt sich mal hierhin, mal dorthin. Dies erfordert eine Phase des Einhörens. Doch bald erfasst den Hörer der Zauber dieser eigentümlichen Musik. Gerne gibt man sich ihr hin und lässt sich mitnehmen. Raffinierte Stücke, wie z.B. “S. E. A. L.”, bei dem Federspiel ihre Jodelkünste vorstellen, oder “Xochipitzahuatl” sind dabei richtige Highlights.

Es gibt nicht allzu viele gelungene Beispiele für moderne Volksmusik aus dem Alpenraum. “Wolperting” gehört allerdings zu den sehr gelungenen!





Orientierungshilfe

Wolperting

Auf seinem neuen Album “Wolperting” gibt das österreichische Blasensemble Federspiel musikalische Wolpertinger wider. Für Nicht-Österreicher und -Bayern sei erläutert, dass es sich bei einem Wolpertinger um ein Fabelwesen handelt, um ein tierisches Mischwesen, dessen Aussehen nicht eindeutig festgelegt ist – also alles sein kann.

Albrecht Dürer hatte dereinst Gelegenheit, ein Exemplar zu porträtieren (zumindest scheint es so… 🙂 ). Bei Federspiel ist nachzuhören, dass Wolpertinger sehr vielgestaltig sind und verschiedenste Charaktere zeigen, manchmal scheu und ängstlich, aber auch gefährlich und gar arglistig.

Federspiel setzt auf ihrem neuen, insgesamt vierten Album ausschließlich Blech- und Holzblasinstrumente ein. Manche stellen sich derartige Musik langweilig vor. Dann kennen sie aber bestimmt Federspiel noch nicht. Denn das Ensemble bietet keine “Blasmusik” in herkömmlichem Sinne, also keine reine alpenländische Volksmusik. Sie verweben vielmehr verschiedene musikalische Welten zu ihrem ganz speziellen Ensembleklang. Dabei gehen sie durchaus mit sehr viel Wagemut und Phantasie zu Werke, sodass das Material gelegentlich in Experimental- und Avantgarde-Bereiche vorstößt – dies allerdings sehr selten und nur kurzzeitig. Zumeist geht die Bodenhaftung nicht verloren und viele Stücke des Albums, wie auch ihres gesamten Repertoirs, muten in der Tat eher global-folkloristisch an.

Besonders reizvoll ist, dass sich Federspiel stilistisch und regional überhaupt nicht festlegen. Die Musik bewegt sich mal hierhin, mal dorthin. Dies erfordert eine Phase des Einhörens. Doch bald erfasst den Hörer der Zauber dieser eigentümlichen Musik. Gerne gibt man sich ihr hin und lässt sich mitnehmen. Raffinierte Stücke, wie z.B. “S. E. A. L.”, bei dem Federspiel ihre Jodelkünste vorstellen, oder “Xochipitzahuatl” sind dabei richtige Highlights.

Es gibt nicht allzu viele gelungene Beispiele für moderne Volksmusik aus dem Alpenraum. “Wolperting” gehört allerdings zu den sehr gelungenen!





Text date: 2018-09-27  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © col legno, Maria Frodl
Label: col legno
Distributor: Naxos
Duration: 47:56
Tracks: 10
Catalogue No: WWE 1CD 20436
Ident-Code: 13974/954/1



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