Beth Hart & Joe Bonamassa
Black Coffee

Da haben sich zwei gefunden, die wie gemacht füreinander scheinen: Beth Hart aus Los Angeles und Joe Bonamassa aus New York. Seit 2011 machen sie gemeinsam Alben und haben damit eine Unmenge neuer Fans gefunden.

Nun stellen sie ihr neues Album “Black Coffee” vor, ihr drittes Studioalbum. Es wurde im August 2016 innerhalb von nur fünf Tagen im At The Palms Studio in Las Vegas mit dem Produzenten Kevin Shirley aufgenommen. Wie bei diesem Projekt üblich, wurden besondere Soul- und Bluesstücke für die Aufnahmen ausgewählt. Teils alte Klassiker, unbekannte Perlen oder ganz zufällige, aktuelle Entdeckungen. Dieses Mal griffen sie zu Stücken von Edgar Winter , Etta James , Ike & Tina Turner , Steve Marriott , Ella Fitzgerald , Lil Green , LaVern Baker , Howlin’ Wolf , Lucinda Williams und dem Österreicher Klaus Waldeck .

Wenn wir jetzt sagen, dass “Black Coffee” das beste Hart-Bonamassa-Album ist, glaubt uns das wahrscheinlich keiner, weil das die üblichen Werbesprüche sind. Da wir aber kein Werbemagazin sind, darf man uns die Aussage also durchaus abnehmen, dass das Duo hier so viel Kraft, Energie, Frische und Spaß versprüht, wie sie das sonst nur auf der Bühne zustandebringen. Im Vergleich zum neuen Album wirken “Don’t Explain” (2011) und “Seesaw” (2013) steif und unsicher. Vielleicht liegt es an der geänderten Besetzung mit Anton Fig (Schlagzeug / Percussion), Ron Dziubla (Saxophon) und Lee Thornburg (Bläser Arrangements, Trompete, Posaune), Reese Wynans (Keyboards), Michael Rhodes (Bass), Rob McNelley (Rhythmusgitarre), Paulie Cerra (Saxophon), Mahalia Barnes, Jade Macrae und Juanita Tippins (Background-Gesang). Wir wissen es nicht. Tatsache ist aber, dass gleich die Eingangsnummer mit wahnsinnig viel Druck und riesig scheinendem Selbstbewusstsein daherkommt und man sich überrascht die Ohren reibt.

Natürlich gibt es auch schmachtende und wehklagende Nummern. Aber egal, was sie in die Hand nehmen, Beth Hart und Joe Bonamassa agieren perfekt. Die Stimme von Beth Hart klingt, wie immer, unbeschreiblich. Nicht schön und rein, aber so was von ausdrucksstark, dass die Musik sofort von unserer Seele Besitz ergreift. Dazu gesellen sich Joes Soli, eines besser als das andere. Dabei ist er stets darauf bedacht, nicht sein technisches Vermögen zu demonstrieren. Sein Ziel ist es, die HörerInnen emotional zu erreichen und zu bewegen. Wir können ihm bescheinigen, dass ihm dies gelingt. “Lullabye Of The Leaves” wäre ein Beispiel, um zu verstehen, was wir meinen.

Trotz allen Erfolges, sowohl als Duo, wie auch solistisch, sind Hart und Bonamassa Typen geblieben, die irgendwie nicht in das Showgeschäft passen wollen. Beides eher scheue Charaktere, ohne Lust, große Sprüche zu reißen. Wenn sie es aus Marketinggründen tun müssen, merkt man ihnen an, dass sie viel lieber anderes täten. Bescheiden sind sie obendrein, was sich in Aussagen zeigt, wie Joes:

“Es hängt wirklich alles vom Gesang ab. Wir können die Musik nicht ohne Beth machen. Sie ist der Kitt, der uns zusammenhält und unser Antrieb, 110% zu geben. Würden wir den Gesang erst später aufnehmen, wäre diese Magie nicht da.”

Von den Aufnahmesessions berichten sie, dass sie die Stücke so konzipierten und einspielten, als wenn sie sie für ein Konzert einstudierten. Produzent Kevin Shirley schlug vor, die Aufnahmen auf altmodische Art durchzuführen, wobei alle gemeinsam, quasi live im Studio, spielten und sangen. Man kann den Spaß, das gegenseitige Sich-Antreiben deutlich spüren. Vielleicht ist auch dies der Grund, warum uns “Black Coffee” so gefällt.

Das Album bietet zehn hervorragend interpretierte Titel, von denen der Klassiker “Sittin’ On Top Of The World” (geschrieben von Walter Vinson und Lonnie Chatmon), sowie “Damn Your Eyes” (Etta James), “Soul On Fire” (LaVern Baker) und “Addicted” (Klaus Waldeck) ganz besonders hervorstechen. Leider gibt es hiervon (noch) keine Videos.





Orientierungshilfe

Black Coffee

Da haben sich zwei gefunden, die wie gemacht füreinander scheinen: Beth Hart aus Los Angeles und Joe Bonamassa aus New York. Seit 2011 machen sie gemeinsam Alben und haben damit eine Unmenge neuer Fans gefunden.

Nun stellen sie ihr neues Album “Black Coffee” vor, ihr drittes Studioalbum. Es wurde im August 2016 innerhalb von nur fünf Tagen im At The Palms Studio in Las Vegas mit dem Produzenten Kevin Shirley aufgenommen. Wie bei diesem Projekt üblich, wurden besondere Soul- und Bluesstücke für die Aufnahmen ausgewählt. Teils alte Klassiker, unbekannte Perlen oder ganz zufällige, aktuelle Entdeckungen. Dieses Mal griffen sie zu Stücken von Edgar Winter , Etta James , Ike & Tina Turner , Steve Marriott , Ella Fitzgerald , Lil Green , LaVern Baker , Howlin’ Wolf , Lucinda Williams und dem Österreicher Klaus Waldeck .

Wenn wir jetzt sagen, dass “Black Coffee” das beste Hart-Bonamassa-Album ist, glaubt uns das wahrscheinlich keiner, weil das die üblichen Werbesprüche sind. Da wir aber kein Werbemagazin sind, darf man uns die Aussage also durchaus abnehmen, dass das Duo hier so viel Kraft, Energie, Frische und Spaß versprüht, wie sie das sonst nur auf der Bühne zustandebringen. Im Vergleich zum neuen Album wirken “Don’t Explain” (2011) und “Seesaw” (2013) steif und unsicher. Vielleicht liegt es an der geänderten Besetzung mit Anton Fig (Schlagzeug / Percussion), Ron Dziubla (Saxophon) und Lee Thornburg (Bläser Arrangements, Trompete, Posaune), Reese Wynans (Keyboards), Michael Rhodes (Bass), Rob McNelley (Rhythmusgitarre), Paulie Cerra (Saxophon), Mahalia Barnes, Jade Macrae und Juanita Tippins (Background-Gesang). Wir wissen es nicht. Tatsache ist aber, dass gleich die Eingangsnummer mit wahnsinnig viel Druck und riesig scheinendem Selbstbewusstsein daherkommt und man sich überrascht die Ohren reibt.

Natürlich gibt es auch schmachtende und wehklagende Nummern. Aber egal, was sie in die Hand nehmen, Beth Hart und Joe Bonamassa agieren perfekt. Die Stimme von Beth Hart klingt, wie immer, unbeschreiblich. Nicht schön und rein, aber so was von ausdrucksstark, dass die Musik sofort von unserer Seele Besitz ergreift. Dazu gesellen sich Joes Soli, eines besser als das andere. Dabei ist er stets darauf bedacht, nicht sein technisches Vermögen zu demonstrieren. Sein Ziel ist es, die HörerInnen emotional zu erreichen und zu bewegen. Wir können ihm bescheinigen, dass ihm dies gelingt. “Lullabye Of The Leaves” wäre ein Beispiel, um zu verstehen, was wir meinen.

Trotz allen Erfolges, sowohl als Duo, wie auch solistisch, sind Hart und Bonamassa Typen geblieben, die irgendwie nicht in das Showgeschäft passen wollen. Beides eher scheue Charaktere, ohne Lust, große Sprüche zu reißen. Wenn sie es aus Marketinggründen tun müssen, merkt man ihnen an, dass sie viel lieber anderes täten. Bescheiden sind sie obendrein, was sich in Aussagen zeigt, wie Joes:

“Es hängt wirklich alles vom Gesang ab. Wir können die Musik nicht ohne Beth machen. Sie ist der Kitt, der uns zusammenhält und unser Antrieb, 110% zu geben. Würden wir den Gesang erst später aufnehmen, wäre diese Magie nicht da.”

Von den Aufnahmesessions berichten sie, dass sie die Stücke so konzipierten und einspielten, als wenn sie sie für ein Konzert einstudierten. Produzent Kevin Shirley schlug vor, die Aufnahmen auf altmodische Art durchzuführen, wobei alle gemeinsam, quasi live im Studio, spielten und sangen. Man kann den Spaß, das gegenseitige Sich-Antreiben deutlich spüren. Vielleicht ist auch dies der Grund, warum uns “Black Coffee” so gefällt.

Das Album bietet zehn hervorragend interpretierte Titel, von denen der Klassiker “Sittin’ On Top Of The World” (geschrieben von Walter Vinson und Lonnie Chatmon), sowie “Damn Your Eyes” (Etta James), “Soul On Fire” (LaVern Baker) und “Addicted” (Klaus Waldeck) ganz besonders hervorstechen. Leider gibt es hiervon (noch) keine Videos.





Text date: 2018-01-25  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Provogue / Mascot Label Group
Label: Provogue / Mascot Label Group
Distributor: Rough Trade
Producer: Kevin Shirley
Barcode: 191515993465
Duration: 00:44:52
Tracks: 10
Ident-Code: 12734/440/1



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