Barrence Whitfield and the Savages
Soul Flowers of Titan

Als “Soul Flowers of Titan” haben Barrence Whitfield and the Savages vor wenigen Monaten im staubigen Ultra Suede Studio in Cincinnati ihre Vorstellung von Blues, Rock und Soul auf Band verewigt. Nun ist das Ganze als Platte bei Bloodshot Records erschienen.

Ganz so fremdartig wie von einem weit entfernten Mond jenseits der Ringe des Saturn kommend, erscheint uns das Album allerdings nicht. Denn schon mit seinem ersten Album unter dem Chicagoer Label, “Dig The Savage Soul”, ließ uns “Crazy Barrence” wissen, dass er mit den landläufigen Schubläden nichts anfangen kann. Hört man sich seine Alben durch, kann man allerdings erkennen, dass er relativ früh zu dieser Erkenntnis gekommen sein muss. Seine früheren Alben besitzen allerdings noch nicht diese deutliche Soul- und Rhythm’n’Bluesfärbung.

Im Grunde ist seine Musik schlichter Electric-Blues. Aber seine Musik hat etwas Aufrührerisches und Rebellisches. Barrence Whitfield und seiner wilden Band geht es weniger um Wohlklang, sondern darum, sich auszutoben. Statt dies in Form von Punk oder Rock zu tun, lassen sie das, was sie im Blut haben, aufkochen und bieten einen heißen und ungemein dreckigen Soul-Blues-Rock-Mix.

Man hört ein fettes Saxofon, punkige Gitarren, pumpenden Bass, schepperndes Schlagzeug, eine fauchende Hammond und Whitfields überdrehte Stimme. Sein durchgeknalltes Singen ist es in erster Linie, was den Eindruck erweckt, dass hier jemand kurz vorm Durchdrehen steht. Dennoch besitzt sein Organ so viel Wärme und Seele, dass das Feeling stimmt. Im Vergleich zum ähnlich ungestüm veranlagten Sturm-und-Drang-Blueser George Thorogood klingen Barrence Whitfield and the Savages allerdings mehrdimensionaler und weit weniger nach Boogie. Aber der Grundsound ist durchaus ähnlich.

Ihre Geburtsstunde hatten der Bostoner Barrence Whitfield und die Savages Mitte der Achtziger-Jahre und klangen damals auch schon durchgedreht, allerdings war damals ihre Nähe zu Thorogood noch größer, was auch an den Beats-Per-Minute erkennbar ist, die regelmäßig weit jenseits der 120bpm lagen. Nach mittelmäßigem Erfolg und einer längeren Pause setzte man sich vor bald zehn Jahren wieder zusammen und plante einen Neustart.

“Soul Flowers of Titan” ist das vierte Album seither. Ermüdungserscheinungen sind nicht zu erkennen. Weiterhin toben die Fünf los, was das Zeug hält, nun aber mehr im Midtempo-Bereich. Eines sollte nicht unerwähnt bleiben: Auch wenn Barrence Whitfield mit seiner Stimme sehr prägend ist, die Savages erst machen den Sound komplett. Peter Greenbergs punkige Rockabilly-Gitarre, sowie Tom Quartulli am Sax, Phil Lenker am Bass und Andy Jody am Schlagzeug sorgen erst für den nötigen Druck und Lärmpegel. Neuling Brian Olive an den Tasten ergänzt den Sound hervorragend.

Unvorbereitete Bluesästheten dürften angesichts der Power von “Soul Flowers of Titan” erschrecken, wir hingegen fühlen uns nach dem Genuss des Albums jedesmal auf’s Neue erfrischt und belebt. Echt stark!





Orientierungshilfe

Soul Flowers of Titan

Als “Soul Flowers of Titan” haben Barrence Whitfield and the Savages vor wenigen Monaten im staubigen Ultra Suede Studio in Cincinnati ihre Vorstellung von Blues, Rock und Soul auf Band verewigt. Nun ist das Ganze als Platte bei Bloodshot Records erschienen.

Ganz so fremdartig wie von einem weit entfernten Mond jenseits der Ringe des Saturn kommend, erscheint uns das Album allerdings nicht. Denn schon mit seinem ersten Album unter dem Chicagoer Label, “Dig The Savage Soul”, ließ uns “Crazy Barrence” wissen, dass er mit den landläufigen Schubläden nichts anfangen kann. Hört man sich seine Alben durch, kann man allerdings erkennen, dass er relativ früh zu dieser Erkenntnis gekommen sein muss. Seine früheren Alben besitzen allerdings noch nicht diese deutliche Soul- und Rhythm’n’Bluesfärbung.

Im Grunde ist seine Musik schlichter Electric-Blues. Aber seine Musik hat etwas Aufrührerisches und Rebellisches. Barrence Whitfield und seiner wilden Band geht es weniger um Wohlklang, sondern darum, sich auszutoben. Statt dies in Form von Punk oder Rock zu tun, lassen sie das, was sie im Blut haben, aufkochen und bieten einen heißen und ungemein dreckigen Soul-Blues-Rock-Mix.

Man hört ein fettes Saxofon, punkige Gitarren, pumpenden Bass, schepperndes Schlagzeug, eine fauchende Hammond und Whitfields überdrehte Stimme. Sein durchgeknalltes Singen ist es in erster Linie, was den Eindruck erweckt, dass hier jemand kurz vorm Durchdrehen steht. Dennoch besitzt sein Organ so viel Wärme und Seele, dass das Feeling stimmt. Im Vergleich zum ähnlich ungestüm veranlagten Sturm-und-Drang-Blueser George Thorogood klingen Barrence Whitfield and the Savages allerdings mehrdimensionaler und weit weniger nach Boogie. Aber der Grundsound ist durchaus ähnlich.

Ihre Geburtsstunde hatten der Bostoner Barrence Whitfield und die Savages Mitte der Achtziger-Jahre und klangen damals auch schon durchgedreht, allerdings war damals ihre Nähe zu Thorogood noch größer, was auch an den Beats-Per-Minute erkennbar ist, die regelmäßig weit jenseits der 120bpm lagen. Nach mittelmäßigem Erfolg und einer längeren Pause setzte man sich vor bald zehn Jahren wieder zusammen und plante einen Neustart.

“Soul Flowers of Titan” ist das vierte Album seither. Ermüdungserscheinungen sind nicht zu erkennen. Weiterhin toben die Fünf los, was das Zeug hält, nun aber mehr im Midtempo-Bereich. Eines sollte nicht unerwähnt bleiben: Auch wenn Barrence Whitfield mit seiner Stimme sehr prägend ist, die Savages erst machen den Sound komplett. Peter Greenbergs punkige Rockabilly-Gitarre, sowie Tom Quartulli am Sax, Phil Lenker am Bass und Andy Jody am Schlagzeug sorgen erst für den nötigen Druck und Lärmpegel. Neuling Brian Olive an den Tasten ergänzt den Sound hervorragend.

Unvorbereitete Bluesästheten dürften angesichts der Power von “Soul Flowers of Titan” erschrecken, wir hingegen fühlen uns nach dem Genuss des Albums jedesmal auf’s Neue erfrischt und belebt. Echt stark!





Text date: 2018-03-01  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Bloodshot Records, Scott Beseler
Label: Bloodshot Records
Ident-Code: 12975/516/1


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