Youssou N'Dour
Africa Rekk

Zusammen mit Omar Pene zählt Youssou N’Dour zu den bedeutendsten Künstlern der westafrikanischen Musikszene und zu den prägendsten Figuren des Mbalax. Nun ist Youssou N’Dour mit einem neuen Album zurück.

Während seiner Zeit als Minister für Kultur und Tourismus in der Regierung von Präsident Macky Sall hatte Youssou N’Dour seine künstlerischen Aktivitäten weitestgehend auf Eis gelegt. Sein aktueller Status als ministerieller Berater des Präsidenten gab dem 56-Jährigen nun wieder etwas mehr freie Zeit, die er im Tonstudio, genauer gesagt, im Prince Arts Studio in Dakar, verbrachte.

Als erstes Ergebnis seiner neuen Schaffenswut veröffentlichte Youssou N’Dour eine EP für sein senegalesisches Publikum. Nun folgt “Africa Rekk”, sein neues Album, das morgen via Jive/Sony Music veröffentlicht wird. Youssou N’Dour:

“Es ist ein pan-afrikanisches Album. Seine Musik ist die Nabelschnur, die ganz Afrika miteinander verbindet.”

In der Tat hören wir Youssou N’Dour hier äußerst vielseitig. Natürlich gibt es das, was wir von ihm erwarten. Zuallererst fällt wieder seine unvergleichlich schöne Stimme auf. Die Ausdrucksstärke und der samtweiche Klang seiner Stimme sind unerreicht. Allein diese Stimme rechtfertigt den Kauf dieses Albums. Doch auch ein weiteres für Youssou N’Dour kennzechnendes Element ist zu hören: Mbalax, die vor allem im Senegal und in Gambia verbreitete und populäre Musik. Mbalax mischt heimisches Musikverständnis und Rhythmik mit westlichen Stilen. Kennzeichnend für Youssou N’Dours Mbalax ist der Einsatz der Talking Drum . Produziert wurde “Africa Rekk” von seinem jüngsten Bruder, Prince Ibrahima N’Dour. Die Abmischung erfolgte durch Jack Lahana in Paris.

Doch ähnlich wie bei “Egypt” aus dem Jahr 2004, sieht Youssou N’Dour auf “Africa Rekk” die Musik seiner westafrikanischen Heimat nur als musikalischen Ausgangspunkt. Er versucht eine Musik zu finden, die viele afrikanische Stile, traditionelle wie aktuelle, vereint, um erneut zu beweisen, dass Afrika einen einheitlichen aber zugleich sehr vielgestaltigen Kulturraum darstellt. Dies erreicht er, indem er z.B. Rumba-Rhythmen hinzunimmt und junge Künstler als Gäste einlädt. So entsteht ein Album, das Titel enthält, die sich durchaus stark vom gewohnten Sound Youssou N’Dours unterscheiden und vereinzelt überaus poppig klingen. Durch den Einfluss der teils recht jungen Gastmusiker hat sich N’Dour einen starken urbanen Touch in seine Musik geholt. Unter den Gästen finden sich Fally Ipupa und Spotless aus Nigeria, Bruder von Superstar Tekno Miles, und Produzent Hakim, der in Kalifornien auf die Welt kam und mittlerweile in Gambia lebt. Auch der Rap- und R&B-Star Akon, der in den USA geboren wurde, aber seine Kindheit im Senegal verbrachte, ist zu hören.

Inhaltlich erhebt Youssou N’Dour abermals die Stimme gegen die Ausbeutung Afrikas. Er beklagt unter anderem, dass sich die Industriestaaten für den schwarzen Kontinent nur als Rohstofflieferanten interessieren. Doch auch innerafrikanische Themen greift er auf. So spricht er jungen Frauen Mut zu, sich gegen althergebrachte Rollen aufzulehnen und sich selbstbewusst ihren Lebenszielen zu stellen. Sein Wunsch lautet:

“Der Kontinent muss endlich wieder sein Lächeln zurückbekommen.”

Unser Urteil: “Africa Rekk” ist ein beeindruckendes Album, das Youssou N’Dour in gewohnter Qualität und mit neuem Schwung zeigt. Dass er sich in einzelnen Titeln zurücknimmt und junge Künstler in den Vordergrund rücken dürfen, bringt ungewohnte Töne in seine Musik ein, die den Gesamtsound positiv beeinflussen. Womöglich wird dies konservative Youssou N’Dour-Fans verschrecken. Aber wir finden es nicht nur mutig, sondern sehen es als Beweis für die Ausnahmestellung Youssou N’Dours.


Orientierungshilfe

Africa Rekk

Zusammen mit Omar Pene zählt Youssou N’Dour zu den bedeutendsten Künstlern der westafrikanischen Musikszene und zu den prägendsten Figuren des Mbalax. Nun ist Youssou N’Dour mit einem neuen Album zurück.

Während seiner Zeit als Minister für Kultur und Tourismus in der Regierung von Präsident Macky Sall hatte Youssou N’Dour seine künstlerischen Aktivitäten weitestgehend auf Eis gelegt. Sein aktueller Status als ministerieller Berater des Präsidenten gab dem 56-Jährigen nun wieder etwas mehr freie Zeit, die er im Tonstudio, genauer gesagt, im Prince Arts Studio in Dakar, verbrachte.

Als erstes Ergebnis seiner neuen Schaffenswut veröffentlichte Youssou N’Dour eine EP für sein senegalesisches Publikum. Nun folgt “Africa Rekk”, sein neues Album, das morgen via Jive/Sony Music veröffentlicht wird. Youssou N’Dour:

“Es ist ein pan-afrikanisches Album. Seine Musik ist die Nabelschnur, die ganz Afrika miteinander verbindet.”

In der Tat hören wir Youssou N’Dour hier äußerst vielseitig. Natürlich gibt es das, was wir von ihm erwarten. Zuallererst fällt wieder seine unvergleichlich schöne Stimme auf. Die Ausdrucksstärke und der samtweiche Klang seiner Stimme sind unerreicht. Allein diese Stimme rechtfertigt den Kauf dieses Albums. Doch auch ein weiteres für Youssou N’Dour kennzechnendes Element ist zu hören: Mbalax, die vor allem im Senegal und in Gambia verbreitete und populäre Musik. Mbalax mischt heimisches Musikverständnis und Rhythmik mit westlichen Stilen. Kennzeichnend für Youssou N’Dours Mbalax ist der Einsatz der Talking Drum . Produziert wurde “Africa Rekk” von seinem jüngsten Bruder, Prince Ibrahima N’Dour. Die Abmischung erfolgte durch Jack Lahana in Paris.

Doch ähnlich wie bei “Egypt” aus dem Jahr 2004, sieht Youssou N’Dour auf “Africa Rekk” die Musik seiner westafrikanischen Heimat nur als musikalischen Ausgangspunkt. Er versucht eine Musik zu finden, die viele afrikanische Stile, traditionelle wie aktuelle, vereint, um erneut zu beweisen, dass Afrika einen einheitlichen aber zugleich sehr vielgestaltigen Kulturraum darstellt. Dies erreicht er, indem er z.B. Rumba-Rhythmen hinzunimmt und junge Künstler als Gäste einlädt. So entsteht ein Album, das Titel enthält, die sich durchaus stark vom gewohnten Sound Youssou N’Dours unterscheiden und vereinzelt überaus poppig klingen. Durch den Einfluss der teils recht jungen Gastmusiker hat sich N’Dour einen starken urbanen Touch in seine Musik geholt. Unter den Gästen finden sich Fally Ipupa und Spotless aus Nigeria, Bruder von Superstar Tekno Miles, und Produzent Hakim, der in Kalifornien auf die Welt kam und mittlerweile in Gambia lebt. Auch der Rap- und R&B-Star Akon, der in den USA geboren wurde, aber seine Kindheit im Senegal verbrachte, ist zu hören.

Inhaltlich erhebt Youssou N’Dour abermals die Stimme gegen die Ausbeutung Afrikas. Er beklagt unter anderem, dass sich die Industriestaaten für den schwarzen Kontinent nur als Rohstofflieferanten interessieren. Doch auch innerafrikanische Themen greift er auf. So spricht er jungen Frauen Mut zu, sich gegen althergebrachte Rollen aufzulehnen und sich selbstbewusst ihren Lebenszielen zu stellen. Sein Wunsch lautet:

“Der Kontinent muss endlich wieder sein Lächeln zurückbekommen.”

Unser Urteil: “Africa Rekk” ist ein beeindruckendes Album, das Youssou N’Dour in gewohnter Qualität und mit neuem Schwung zeigt. Dass er sich in einzelnen Titeln zurücknimmt und junge Künstler in den Vordergrund rücken dürfen, bringt ungewohnte Töne in seine Musik ein, die den Gesamtsound positiv beeinflussen. Womöglich wird dies konservative Youssou N’Dour-Fans verschrecken. Aber wir finden es nicht nur mutig, sondern sehen es als Beweis für die Ausnahmestellung Youssou N’Dours.

Text date: 2016-11-03  
Text: © Global Music Magazine  
Label: Jive / Sony Music
Tracks: 12
Ident-Code: 10785/1124/1



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