Vinicius Cantuaria
Cymbals

Er ist kein Neuling in der Szene. Schon als Teenager spielte er Drums in der brasilianischen Progressive-Rock-Band O Terço. Danach begleitete er drei absolute Größen – Caetano Veloso, Chico Buarque y Gilberto Gil – und komponierte Hits für andere. Eines Tages verließ er Rio de Janeiro und ging nach New York, ohne wirklich zu wissen, warum. Vielleicht sagte ihm seine Intuition, dass er erst wegziehen musste, um sich selbst zu finden. Und damit sollte er Recht behalten.

In New York lebte und arbeitete er neben Jazz- und Rockmusikern, in lateinamerikanischen und afro-amerikanischen Welten. Und seine eigenen Ideen begannen zu reifen. Ausgerechnet in Brooklyn wurde er brasilianischer als zuvor. Seine Perspektive wurde aus der Distanz und von Sehnsucht gespeist weiter und durchlässiger. Auch wenn er sich manchmal selbst fragte: “Was mache ich hier eigentlich?”, wie in dem von dem legendären Perkussionisten Naná Vasconcelos komponierten Song ‘O batuque’.

Die Antwort auf diese Frage ist ein Album wie ‘Cymbals’. Cantuária serviert seit zehn Jahren, angefangen mit ‘Sol na cara’, ausgefeilte Arbeit – dicht und trotzdem leichtfüßig: ‘Ominira’, geschrieben von ihm und Angélique Kidjo, das elegante ‘Tua cara’ mit der bekannten Trompete von Michael Leonhart und David Binney am Saxophon, oder das wellenförmige ‘Chuva’.

Meist hat er berühmte Gäste auf seinen Alben, Stars wie David Byrne, Bill Frisell, Arto Lindsay, Brian Eno oder Ryuichi Sakamoto. In diesem Fall sind es der Gitarrist Marc Ribot und der Pianist Brad Mehldau. Alle lassen sich von den musikalischen Verheißungen ihres brasilianischen Freundes motivieren. Und auf seinen Alben findet sich immer mindestens ein Song von Antonio Carlos Jobim, der eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für ihn darstellt. Auf dem aktuellen Album ist es der Song ‘Vivo sonhando’, den viele Jazz-Liebhaber unter dem Titel ‘Dreamer’ kennen.

Vinicius Cantuária hat seinen ganz eigenen Sound. Er arbeitet in einzigartiger Weise an Texturen, die keinen Unterschied zwischen akustisch, elektrisch oder elektronisch machen. Er nimmt den Bossa Nova und den Samba des beginnenden 21. Jahrhunderts, aber auch weniger oft gegangene Wege. In seinem Heimstudio, das wie ein Workshop funktioniert, arbeitet er jeden Tag. Wie ein Maler oder Bildhauer. Sein Arbeitsmaterial sind Songs und eine akustische Gitarre (oder Perkussion). Er entwirft Harmonien und zeichnet Melodielinien, bevor die Worte hinzukommen. Ohne Formeln und immer mit Genuss ist er frei, um zu schaffen und zu wachsen. Weil er sich dazu entschieden hat, frei zu sein.

Wenn man ‘Cymbals’ hört, wird die große Vielfalt an Atmosphäre und Klängen deutlich: Akkorde bei ‘Galope’, das die Cubanos Postizos genauso wachruft wie die Musik, die er als Kind hörte und die von Peruanern und Kolumbiern in seine Heimatstadt Manaus im Herzen Amazoniens gebracht wurde. Mit ‘Prantos’ übernimmt er die Stimme eines älteren Serenaden-Sängers, obwohl die musikalische Entwicklung den Kitsch in eine zeitgemäße Form gebracht hat. Und mit ‘Champ de Mars’ nickt er Paris zu, während er beim Gehen über die Bewegungen der Fußballer von Botafogo nachdenkt.

Tracks:
1. Galope 04:57
2. Voce E Eu 03:10
3. Chuva 04:43
4. Vivo Sonhando 02:44
5. Voce Esta Sumindo 04:39
6. Prantos 04:55
7. O Batuque 03:30
8. Ominira 04:21
9. Tua Cara 03:11
10. Champs De Mars 02:57
11. To You 01:33

2007
Cymbals

Er ist kein Neuling in der Szene. Schon als Teenager spielte er Drums in der brasilianischen Progressive-Rock-Band O Terço. Danach begleitete er drei absolute Größen – Caetano Veloso, Chico Buarque y Gilberto Gil – und komponierte Hits für andere. Eines Tages verließ er Rio de Janeiro und ging nach New York, ohne wirklich zu wissen, warum. Vielleicht sagte ihm seine Intuition, dass er erst wegziehen musste, um sich selbst zu finden. Und damit sollte er Recht behalten.

In New York lebte und arbeitete er neben Jazz- und Rockmusikern, in lateinamerikanischen und afro-amerikanischen Welten. Und seine eigenen Ideen begannen zu reifen. Ausgerechnet in Brooklyn wurde er brasilianischer als zuvor. Seine Perspektive wurde aus der Distanz und von Sehnsucht gespeist weiter und durchlässiger. Auch wenn er sich manchmal selbst fragte: “Was mache ich hier eigentlich?”, wie in dem von dem legendären Perkussionisten Naná Vasconcelos komponierten Song ‘O batuque’.

Die Antwort auf diese Frage ist ein Album wie ‘Cymbals’. Cantuária serviert seit zehn Jahren, angefangen mit ‘Sol na cara’, ausgefeilte Arbeit – dicht und trotzdem leichtfüßig: ‘Ominira’, geschrieben von ihm und Angélique Kidjo, das elegante ‘Tua cara’ mit der bekannten Trompete von Michael Leonhart und David Binney am Saxophon, oder das wellenförmige ‘Chuva’.

Meist hat er berühmte Gäste auf seinen Alben, Stars wie David Byrne, Bill Frisell, Arto Lindsay, Brian Eno oder Ryuichi Sakamoto. In diesem Fall sind es der Gitarrist Marc Ribot und der Pianist Brad Mehldau. Alle lassen sich von den musikalischen Verheißungen ihres brasilianischen Freundes motivieren. Und auf seinen Alben findet sich immer mindestens ein Song von Antonio Carlos Jobim, der eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für ihn darstellt. Auf dem aktuellen Album ist es der Song ‘Vivo sonhando’, den viele Jazz-Liebhaber unter dem Titel ‘Dreamer’ kennen.

Vinicius Cantuária hat seinen ganz eigenen Sound. Er arbeitet in einzigartiger Weise an Texturen, die keinen Unterschied zwischen akustisch, elektrisch oder elektronisch machen. Er nimmt den Bossa Nova und den Samba des beginnenden 21. Jahrhunderts, aber auch weniger oft gegangene Wege. In seinem Heimstudio, das wie ein Workshop funktioniert, arbeitet er jeden Tag. Wie ein Maler oder Bildhauer. Sein Arbeitsmaterial sind Songs und eine akustische Gitarre (oder Perkussion). Er entwirft Harmonien und zeichnet Melodielinien, bevor die Worte hinzukommen. Ohne Formeln und immer mit Genuss ist er frei, um zu schaffen und zu wachsen. Weil er sich dazu entschieden hat, frei zu sein.

Wenn man ‘Cymbals’ hört, wird die große Vielfalt an Atmosphäre und Klängen deutlich: Akkorde bei ‘Galope’, das die Cubanos Postizos genauso wachruft wie die Musik, die er als Kind hörte und die von Peruanern und Kolumbiern in seine Heimatstadt Manaus im Herzen Amazoniens gebracht wurde. Mit ‘Prantos’ übernimmt er die Stimme eines älteren Serenaden-Sängers, obwohl die musikalische Entwicklung den Kitsch in eine zeitgemäße Form gebracht hat. Und mit ‘Champ de Mars’ nickt er Paris zu, während er beim Gehen über die Bewegungen der Fußballer von Botafogo nachdenkt.

Tracks:
1. Galope 04:57
2. Voce E Eu 03:10
3. Chuva 04:43
4. Vivo Sonhando 02:44
5. Voce Esta Sumindo 04:39
6. Prantos 04:55
7. O Batuque 03:30
8. Ominira 04:21
9. Tua Cara 03:11
10. Champs De Mars 02:57
11. To You 01:33

Textdatum: 2007-10-05  
Textrechte:
© Carlos Galilea / Nuzzcom Music Office  
Vertrieb: Indigo Musikproduktion + Vertrieb GmbH
Ident-Code: 747/3054/1


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