Twelfth Day
Cracks in the room

Catriona Price und Esther Swift sind zwei junge schottische Folk-Musikerinnen, die auf herrliche Weise schräg, sehr selbstbewusst und von dem Verlangen getrieben sind, die traditionelle Musik ihrer Heimat von althergebrachten Erwartungen zu befreien.

Für ihr neues Album “Cracks in the room” haben Twelfth Day, wie sich das Duo der Beiden nennt, großen Aufwand betrieben. Nicht nur, dass sie mit Chris Wood eine Legende der Folkmusik als Produzenten gewinnen konnten, sie fuhren in die USA, um die Abmischung von Oz Fritz (Tom Waits) vornehmen zu lassen.

Das Zwei-Personen-Quartett, wie sich auch nennen, – mit Harfe, Geige und zwei Stimmen, hat schon auf seinen früheren Alben eher weniger traditionelle Folkmusik angeboten. Ihr Album “Fiere” zum Beispiel, das sie zusammen mit Joy Dunlop im Jahre 2012 aufnahmen, ließ auch schon das deutliche Bestreben erkennen, sich nicht widerstandslos den Traditionen zu unterwerfen.

Doch auf “Cracks in the room” gehen sie erheblich weiter und übertreffen sogar ihr letztes Album “The devil makes three”. Das Erstaunliche dabei ist jedoch, dass man diesen Neo-Folk ohne weiteres als Abkömmling der schottischen Folkmusik identifizieren kann. Twelfth Day gehen also offensichtlich bei der Suche nach einem neuen Sound bei weitem nicht so ungestüm und rücksichtslos vor, wie man vielleicht denken mag. Einzelne Stücke, wie “Cracks”, sind allerdings schon gewagt – des Textes wegen ist dies allerdings nachvollziehbar. Das Thema des Liedes ist der Selbstoptimierungswahn einiger Frauen.

Hat man erst einmal akzeptiert, dass hier zwei sehr kreative Frauen auf neuen Folkwegen wandeln, gewinnt die Musik mit jedem Hören. Dieses Pendeln zwischen Tradition und Aufbruch ist wahnsinnig spannend. Dabei mag man nicht glauben, dass hier (mit gelegentlicher Unterstützung durch weitere Instrumente) nur das besagte Zwei-Personen-Quartett zu hören ist.

Ebenso erstaunlich ist, dass alle elf Titel des Albums aus der Feder der beiden Damen stammen, denn “Cracks in the room” bietet teils sehr anspruchsvolle Kompositionen. Wir sind uns sicher, dass Twelfth Day ihren Weg gehen werden. Wenngleich Traditionalisten angesichts dieser unerschrockenen, teils abenteuerlichen und virtuosen Musik Berührungsängste haben werden.

Das informative Beiheft enthält alle Texte.




Orientierungshilfe

Cracks in the room

Catriona Price und Esther Swift sind zwei junge schottische Folk-Musikerinnen, die auf herrliche Weise schräg, sehr selbstbewusst und von dem Verlangen getrieben sind, die traditionelle Musik ihrer Heimat von althergebrachten Erwartungen zu befreien.

Für ihr neues Album “Cracks in the room” haben Twelfth Day, wie sich das Duo der Beiden nennt, großen Aufwand betrieben. Nicht nur, dass sie mit Chris Wood eine Legende der Folkmusik als Produzenten gewinnen konnten, sie fuhren in die USA, um die Abmischung von Oz Fritz (Tom Waits) vornehmen zu lassen.

Das Zwei-Personen-Quartett, wie sich auch nennen, – mit Harfe, Geige und zwei Stimmen, hat schon auf seinen früheren Alben eher weniger traditionelle Folkmusik angeboten. Ihr Album “Fiere” zum Beispiel, das sie zusammen mit Joy Dunlop im Jahre 2012 aufnahmen, ließ auch schon das deutliche Bestreben erkennen, sich nicht widerstandslos den Traditionen zu unterwerfen.

Doch auf “Cracks in the room” gehen sie erheblich weiter und übertreffen sogar ihr letztes Album “The devil makes three”. Das Erstaunliche dabei ist jedoch, dass man diesen Neo-Folk ohne weiteres als Abkömmling der schottischen Folkmusik identifizieren kann. Twelfth Day gehen also offensichtlich bei der Suche nach einem neuen Sound bei weitem nicht so ungestüm und rücksichtslos vor, wie man vielleicht denken mag. Einzelne Stücke, wie “Cracks”, sind allerdings schon gewagt – des Textes wegen ist dies allerdings nachvollziehbar. Das Thema des Liedes ist der Selbstoptimierungswahn einiger Frauen.

Hat man erst einmal akzeptiert, dass hier zwei sehr kreative Frauen auf neuen Folkwegen wandeln, gewinnt die Musik mit jedem Hören. Dieses Pendeln zwischen Tradition und Aufbruch ist wahnsinnig spannend. Dabei mag man nicht glauben, dass hier (mit gelegentlicher Unterstützung durch weitere Instrumente) nur das besagte Zwei-Personen-Quartett zu hören ist.

Ebenso erstaunlich ist, dass alle elf Titel des Albums aus der Feder der beiden Damen stammen, denn “Cracks in the room” bietet teils sehr anspruchsvolle Kompositionen. Wir sind uns sicher, dass Twelfth Day ihren Weg gehen werden. Wenngleich Traditionalisten angesichts dieser unerschrockenen, teils abenteuerlichen und virtuosen Musik Berührungsängste haben werden.

Das informative Beiheft enthält alle Texte.




Text date: 2017-10-05  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Mike Guest
Label: Beste! Unterhaltung
Label code: LC 19104
Distributor: Broken Silence
Producer: Chris Wood
Duration: 36:50
Tracks: 11
Catalogue No: BU077Bedrock
Ident-Code: 12123/848/1



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