The Great Discord
The Rabbit Hole

Eine durchgeknallte aber grandiose Sängerin, die auf eine ausgefallene Optik steht, ist das Zentrum von The Great Discord, einer schwedischen Nu-Metal-Truppe, die uns kürzlich ihr zweites Album “The Rabbit Hole” vorgelegt hat.

Uns klingt noch “Duende”, ihr Debütalbum von 2015, in den Ohren. Wir waren damals zutiefst beeindruckt von der Performance der Skandinavier. Die Stimme von Fia Kempe, so der Name der Frontfrau, hatte uns richtiggehend umgehauen. Eingebettet in einen harten Klangteppich, sticht das Organ dennoch mühelos hervor. Fias männlicher musikantischer Harem zeigte sich als Metaller mit Ideen und einer großen Lust zu gewisser Verspieltheit und spieltechnischen Verrücktheiten. Es war uns klar, dass wir ein meisterliches Stück Metal in Händen hielten.

So dürfte also verständlich sein, dass wir einerseits erfreut die Ankündigung des Nachfolgers vernahmen. Andererseits sich aber Zweifel regten, ob das Album uns ebenfalls würde begeistern können. Es kam, wie es so oft kommt. The Great Discord hatten sich in den vergangenen Jahren musikalisch bewegt und ihre Ideen weiterentwickelt. Deshalb waren wir zuallererst gefragt, diese Entwicklung nachzuvollziehen und nicht borniert darauf zu pochen, dass die Band genau dort fortzufahren habe, wo wir sie zuletzt gesehen haben. Ein nicht immer schmerzfreies Unterfangen, doch in den meisten Fällen lohnend.

Nachdem wir also anfangs etwas “distanziert” lauschten, hatten sie uns bereits mit dem zweiten Titel “Noire” davon überzeugt, dass sie mit “The Rabbit Hole” abermals ein Album eingespielt haben, dass die Qualitäten z.B. von Queensrÿches “Operation Mindcrime” (oder “Empire”) besitzt. Wir wissen jetzt schon, dass dieser Vergleich Kopfschütteln auslösen wird. Doch die Atmosphäre, die zwingenden Ideen, die Urkraft ihrer Riffs, die die Amerikaner damals, anno 1988, in ihr bestes Album gezaubert hatten, lassen sich auch bei The Great Discord erkennen. Und auch wenn Fia Kempes Stimme vollkommen anders und logischerweise weiblicher klingt, als die Geoff Tates, ist sie in positivem Sinne nicht minder auffällig. Zudem lieben es beide, in ihre Melodiebögen Töne einzustreuen, die Reibung erzeugen. Allerdings hat Fia Kempe in diesem Punkt gegenüber dem Debüt etwas nachgelassen, was denn auch unser einziger Kritikpunkt am neuen Album wäre. In Sachen Einfallsreichtum stehen beide Bands ebenso gleichauf. Beide verstehen sich auch bestens darauf, eingängige Refrains zu erfinden, die dennoch nicht banal sind. “The Rabbit Hole” ist ein Album, bei dem es viel zu entdecken gibt.

Der Vergleich von The Great Discord mit Queensrÿche soll nicht als stilitisches Übereinstimmen verstanden werden. Beide Bands sind viel zu eigenständig, als dass dies sinnvoll wäre. Nur die grundsätzliche Tendenz stimmt in etwa überein.

The Great Discord beweisen mit “The Rabbit Hole”, das sie zur ersten Garde der ohnehin schon guten Metal-Szene Schwedens gehören.




Orientierungshilfe

The Rabbit Hole

Eine durchgeknallte aber grandiose Sängerin, die auf eine ausgefallene Optik steht, ist das Zentrum von The Great Discord, einer schwedischen Nu-Metal-Truppe, die uns kürzlich ihr zweites Album “The Rabbit Hole” vorgelegt hat.

Uns klingt noch “Duende”, ihr Debütalbum von 2015, in den Ohren. Wir waren damals zutiefst beeindruckt von der Performance der Skandinavier. Die Stimme von Fia Kempe, so der Name der Frontfrau, hatte uns richtiggehend umgehauen. Eingebettet in einen harten Klangteppich, sticht das Organ dennoch mühelos hervor. Fias männlicher musikantischer Harem zeigte sich als Metaller mit Ideen und einer großen Lust zu gewisser Verspieltheit und spieltechnischen Verrücktheiten. Es war uns klar, dass wir ein meisterliches Stück Metal in Händen hielten.

So dürfte also verständlich sein, dass wir einerseits erfreut die Ankündigung des Nachfolgers vernahmen. Andererseits sich aber Zweifel regten, ob das Album uns ebenfalls würde begeistern können. Es kam, wie es so oft kommt. The Great Discord hatten sich in den vergangenen Jahren musikalisch bewegt und ihre Ideen weiterentwickelt. Deshalb waren wir zuallererst gefragt, diese Entwicklung nachzuvollziehen und nicht borniert darauf zu pochen, dass die Band genau dort fortzufahren habe, wo wir sie zuletzt gesehen haben. Ein nicht immer schmerzfreies Unterfangen, doch in den meisten Fällen lohnend.

Nachdem wir also anfangs etwas “distanziert” lauschten, hatten sie uns bereits mit dem zweiten Titel “Noire” davon überzeugt, dass sie mit “The Rabbit Hole” abermals ein Album eingespielt haben, dass die Qualitäten z.B. von Queensrÿches “Operation Mindcrime” (oder “Empire”) besitzt. Wir wissen jetzt schon, dass dieser Vergleich Kopfschütteln auslösen wird. Doch die Atmosphäre, die zwingenden Ideen, die Urkraft ihrer Riffs, die die Amerikaner damals, anno 1988, in ihr bestes Album gezaubert hatten, lassen sich auch bei The Great Discord erkennen. Und auch wenn Fia Kempes Stimme vollkommen anders und logischerweise weiblicher klingt, als die Geoff Tates, ist sie in positivem Sinne nicht minder auffällig. Zudem lieben es beide, in ihre Melodiebögen Töne einzustreuen, die Reibung erzeugen. Allerdings hat Fia Kempe in diesem Punkt gegenüber dem Debüt etwas nachgelassen, was denn auch unser einziger Kritikpunkt am neuen Album wäre. In Sachen Einfallsreichtum stehen beide Bands ebenso gleichauf. Beide verstehen sich auch bestens darauf, eingängige Refrains zu erfinden, die dennoch nicht banal sind. “The Rabbit Hole” ist ein Album, bei dem es viel zu entdecken gibt.

Der Vergleich von The Great Discord mit Queensrÿche soll nicht als stilitisches Übereinstimmen verstanden werden. Beide Bands sind viel zu eigenständig, als dass dies sinnvoll wäre. Nur die grundsätzliche Tendenz stimmt in etwa überein.

The Great Discord beweisen mit “The Rabbit Hole”, das sie zur ersten Garde der ohnehin schon guten Metal-Szene Schwedens gehören.




Textdatum: 2017-09-07  
Textrechte:
© Global Music Magazine  
Artikelfoto/s: © The Sign / Cargo
Label: The Sign / Cargo
Produzent: The Great Discord
Spieldauer: 40:45
Tracks: 11
Ident-Code: 11972/410/1


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