Teija Niku
Memento

Der Anfang des Albums klingt nach einem der vielen modernen Folk-Alben aus Finnland. Doch nach nur einer Minute wird klar, dass es sich hier um mehr handelt. Denn dann setzen Blechbläser ein und vorbei ist es mit Standard-Folk.

Teija Niku, Absolventin der Sibelius Akademie im Bereich Folk, ist ein schillernder Vogel in der finnischen Folk-Szene, derer es zugegebenermaßen viele gibt. Wir kennen die Musik der Akkordeonistin, Sängerin, Arrangeurin und Komponistin schon seit langem. Sie betätigt sich nämlich nicht ausschließlich als Solokünstlerin, sondern war und ist ebenso Mitglied in mehreren Ensembles, wie Aallotar, Karuna, Polka Chicks, Grupa Balkan oder Belbow. Ihr erstes Soloalbum, das balkangefärbt war, erschien 2011 unter dem Titel “Finsko padjusko”. Nun hat Teija uns ihr brandneues Album “Memento” zukommen lassen.

Mit “Memento” umfasst Teija Niku einen weitaus größeren musikalischen Bereich als beim Debüt. Mit zahreichen Gästen (darunter so klangvolle Namen wie z.B. Tuomas Logrén) aus dem Folk- und Jazz-Bereich erweitert sie ihren weiterhin im Folk begründeten Klang um Instrumente, die in der finnischen Folkmusik nicht üblich sind, wie Banjo, Sousaphon (Tuba), Trompete, Saxofon, Posaune und Flügelhorn. Dazu könnte man auch das Piano zählen, obwohl es inzwischen durchaus nicht selten auf finnischen Folkalben zu hören ist.

Teija Niku hat schon lange von einem solchen Album geträumt. Einem Album, bei dem sie die Beschränkungen, die ihr von der Folk-Musik auferlegt werden, völlig außer acht lassen kann. Bis auf zwei Titel wurde das Album komplett von der in Helsinki lebenden Künstlerin komponiert. Daneben gibt es den Klassiker “Humma” von Tapio Rautavaara in einer schönen Version zu hören und “Yksi ruusu” bringt den Text eines finnischen Volksliedes mit der mazedonischen Melodie “Eleno Kerko” zusammen. Die Arrangements stammen allesamt von ihr.

Trotz teilweise großer Besetzung und machmal unerwarteter Steigerungen behält Teija Nikus Musik die für Folkmusik typische Intimität. Die mit der Instrumentierung eingebrachte Exotik verschmilzt in Nikus Kompositionen zu einer Art Neo-Folk. Die Musik verliert zu keiner Sekunde ihren finnischen Charakter. Zu den Höhepunkten des Albums zählen zwar die Momente, in denen sich Teija Niku auf sich selbst konzentriert. Ihr gefühlvolles Spiel auf dem Akkordeon und ihre weiche Stimme gehören zum Besten, was wir in letzter Zeit gehört haben. Doch die Arrangements sind so gekonnt gemacht, dass der Spannungsbogen in keinem Moment abreißt. Der Einsatz der weiteren Instrumente erfolgt außergewöhnlich fein dosiert. Auch die Produktion von Kimpi Huisman muss man hervorheben.

Insgesamt betrachtet, liefert Teija Niku mit “Memento” ein überragendes Folk-Album ab. Dieser spannende Versuch ist ihr absolut gelungen. Größten Respekt für diese Glanzleistung!

Das Album steht zum Download auf CdBaby, Bandcamp, iTunes, Amazon und zum Streaming auf Spotify und Tidal zur Verfügung. Physische Kopien können bei der Finnischen Volksmusikvereinigung, Digelius Musik, Nordic Notes Webshop und Bandcamp gekauft werden.

Parallel zur Aufnahme des Albums wurde das Teija Niku Quartett gegründet, an dem neben Teija Niku der Saxophonist Joakim Berghäll, der Pianist Juha Kujanpää und der Bassist Tero Tuovinen beteiligt sind. Erste Konzerte des Quartetts sind ab dem Sommer für Finnland angekündigt. Sollten wir von Konzerten in unseren Breiten erfahren, werden wir die Termine selbstverständlich bekanntgeben.




Orientierungshilfe

Memento

Der Anfang des Albums klingt nach einem der vielen modernen Folk-Alben aus Finnland. Doch nach nur einer Minute wird klar, dass es sich hier um mehr handelt. Denn dann setzen Blechbläser ein und vorbei ist es mit Standard-Folk.

Teija Niku, Absolventin der Sibelius Akademie im Bereich Folk, ist ein schillernder Vogel in der finnischen Folk-Szene, derer es zugegebenermaßen viele gibt. Wir kennen die Musik der Akkordeonistin, Sängerin, Arrangeurin und Komponistin schon seit langem. Sie betätigt sich nämlich nicht ausschließlich als Solokünstlerin, sondern war und ist ebenso Mitglied in mehreren Ensembles, wie Aallotar, Karuna, Polka Chicks, Grupa Balkan oder Belbow. Ihr erstes Soloalbum, das balkangefärbt war, erschien 2011 unter dem Titel “Finsko padjusko”. Nun hat Teija uns ihr brandneues Album “Memento” zukommen lassen.

Mit “Memento” umfasst Teija Niku einen weitaus größeren musikalischen Bereich als beim Debüt. Mit zahreichen Gästen (darunter so klangvolle Namen wie z.B. Tuomas Logrén) aus dem Folk- und Jazz-Bereich erweitert sie ihren weiterhin im Folk begründeten Klang um Instrumente, die in der finnischen Folkmusik nicht üblich sind, wie Banjo, Sousaphon (Tuba), Trompete, Saxofon, Posaune und Flügelhorn. Dazu könnte man auch das Piano zählen, obwohl es inzwischen durchaus nicht selten auf finnischen Folkalben zu hören ist.

Teija Niku hat schon lange von einem solchen Album geträumt. Einem Album, bei dem sie die Beschränkungen, die ihr von der Folk-Musik auferlegt werden, völlig außer acht lassen kann. Bis auf zwei Titel wurde das Album komplett von der in Helsinki lebenden Künstlerin komponiert. Daneben gibt es den Klassiker “Humma” von Tapio Rautavaara in einer schönen Version zu hören und “Yksi ruusu” bringt den Text eines finnischen Volksliedes mit der mazedonischen Melodie “Eleno Kerko” zusammen. Die Arrangements stammen allesamt von ihr.

Trotz teilweise großer Besetzung und machmal unerwarteter Steigerungen behält Teija Nikus Musik die für Folkmusik typische Intimität. Die mit der Instrumentierung eingebrachte Exotik verschmilzt in Nikus Kompositionen zu einer Art Neo-Folk. Die Musik verliert zu keiner Sekunde ihren finnischen Charakter. Zu den Höhepunkten des Albums zählen zwar die Momente, in denen sich Teija Niku auf sich selbst konzentriert. Ihr gefühlvolles Spiel auf dem Akkordeon und ihre weiche Stimme gehören zum Besten, was wir in letzter Zeit gehört haben. Doch die Arrangements sind so gekonnt gemacht, dass der Spannungsbogen in keinem Moment abreißt. Der Einsatz der weiteren Instrumente erfolgt außergewöhnlich fein dosiert. Auch die Produktion von Kimpi Huisman muss man hervorheben.

Insgesamt betrachtet, liefert Teija Niku mit “Memento” ein überragendes Folk-Album ab. Dieser spannende Versuch ist ihr absolut gelungen. Größten Respekt für diese Glanzleistung!

Das Album steht zum Download auf CdBaby, Bandcamp, iTunes, Amazon und zum Streaming auf Spotify und Tidal zur Verfügung. Physische Kopien können bei der Finnischen Volksmusikvereinigung, Digelius Musik, Nordic Notes Webshop und Bandcamp gekauft werden.

Parallel zur Aufnahme des Albums wurde das Teija Niku Quartett gegründet, an dem neben Teija Niku der Saxophonist Joakim Berghäll, der Pianist Juha Kujanpää und der Bassist Tero Tuovinen beteiligt sind. Erste Konzerte des Quartetts sind ab dem Sommer für Finnland angekündigt. Sollten wir von Konzerten in unseren Breiten erfahren, werden wir die Termine selbstverständlich bekanntgeben.



Textdatum: 2017-03-21  
Textrechte:
© Global Music | Weltmusik-Magazin  
Artikelfoto/s: © Adam Johnson / brockit inc.
Produzent: Kimpi Huisman
Spieldauer: 41:57
Tracks: 9
Ident-Code: 11202/646/1



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