Stefan Grasse
Adiós Nonino

Astor Piazzolla, Interpret, Komponist und Erneuerer des Tango, wurde 1921 in Mar del Plata, Argentinien, geboren und wuchs unter armen Verhältnissen in Greenwich Village auf. Seine Eltern erkannten früh seine musikalische Begabung. Neben Klavier lernte er, seinem Vater zuliebe, Bandoneon. Astor Piazzolla konnte sich aber nicht recht für die große Liebe des Vaters, den Tango, begeistern. Vielmehr zog es ihn zu Jazz und Bach. Doch nach Rückkehr der Familie nach Argentinien ergriff auch ihn das Tangofieber, durch ein Konzert des Tango-Ensembles von Elvino Vardaro, wo er neuartige Interpretationen des Tango hörte.

Dennoch verfolgte er sein Ziel weiter, ein klassich ausgebilderter Musiker zu werden. Ab 1940 nahm Piazzolla daher Kompositionsunterricht bei dem beinahe gleichaltrigen Alberto Ginastera. In dieser Zeit schrieb Piazzolla vor allem Orchester- und Kammermusik. Zunehmend distanzierte er sich vom Tango, denn in der Oberschicht Argentiniens galt Tango als anrüchig, als Musik, die in Bordellen gespielt wird.

Doch als er nach Paris ging, um bei Nadia Boulanger Unterricht zu nehmen, öffnete sie ihm die Augen, nachdem sie einige seiner Kompositionen durchgesehen und ihn dann Tango spielen hörte. Für sie war sofort klar, Tango war seine Musik.

Fortan entwickelte er seinen Tango Nuevo. Spielte, komponierte und arrangierte er seine Interpretation des Tango. Anfangs stieß sein Tango noch auf Unverständnis und scharfe Kritik. Doch er arbeitete weiter und komponierte, konzertierte und erstellte Arrangements seiner Werke für unterschiedlichste Besetzungen. Im Laufe seines Lebens komponierte er über 300 Tangos und fast 50 Soundtracks und spielte rund 40 Schallplatten ein.

Für Piazzolla war Tango immer auch eine lebendige Musik, eine Musik, an der und mit der gearbeitet werden sollte. Er selbst hat vielfältige Arrangements erstellt. In dieser Tradition sieht sich auch Stefan Grasse mit seinen Interpretationen und Arrangements der Kompositionen Piazzollas. Mit Gitarre, Bass, Percussion und einem Streichquartett interpretiert er die Tangos neu, ohne deren Grundcharakter zu verzerren. Stefan Grasse und sein Ensemble fügen dem Tango neue klangliche Aspekte hinzu. Sicherlich wird man anfangs immer wieder nach dem Bandoneon suchen, dem Instrument Piazzollas, doch Stefan Grasse gab bewusst einem Streichquartett den Vorzug vor einem Bandoneon. Es ist ohnehin klar, Astor Piazzolla kann man nicht kopieren. Dadurch durchbricht Grasse Hörgewohnheiten und schafft neue Möglichkeiten. Besonders spannend wird es, wenn man sich die Mühe macht, das Original mit Grasses Interpretationen direkt zu vergleichen.

Das Album ist mit “Adiós Nonino” betitelt, jenem berühmten Stück, das Piazzolla anläßlich des Todes seines Vaters geschrieben hat und das den ganzen Schmerz über den Verlust des geliebten Vaters ausdrückt.

Lobenswert ist das ausführliche, mehrsprachige Beiheft mit detaillierten biographischen Informationen zu Astor Piazzolla und seinem Werk.

Tracks:
1. Bordel 1900 3:49
2. Verano Porteno 5:16
3. Adiós Nonino I 6:53
4. La Muerte del Angel 3:48
5. Le Tango du Chat noir 4:57
6. Cafe 1930 7:42
7. Nightclub 1960 5:53
8. Adiós Nonino II 6:53
9. Libertango 4:03

Orientierungshilfe

Adiós Nonino

Astor Piazzolla, Interpret, Komponist und Erneuerer des Tango, wurde 1921 in Mar del Plata, Argentinien, geboren und wuchs unter armen Verhältnissen in Greenwich Village auf. Seine Eltern erkannten früh seine musikalische Begabung. Neben Klavier lernte er, seinem Vater zuliebe, Bandoneon. Astor Piazzolla konnte sich aber nicht recht für die große Liebe des Vaters, den Tango, begeistern. Vielmehr zog es ihn zu Jazz und Bach. Doch nach Rückkehr der Familie nach Argentinien ergriff auch ihn das Tangofieber, durch ein Konzert des Tango-Ensembles von Elvino Vardaro, wo er neuartige Interpretationen des Tango hörte.

Dennoch verfolgte er sein Ziel weiter, ein klassich ausgebilderter Musiker zu werden. Ab 1940 nahm Piazzolla daher Kompositionsunterricht bei dem beinahe gleichaltrigen Alberto Ginastera. In dieser Zeit schrieb Piazzolla vor allem Orchester- und Kammermusik. Zunehmend distanzierte er sich vom Tango, denn in der Oberschicht Argentiniens galt Tango als anrüchig, als Musik, die in Bordellen gespielt wird.

Doch als er nach Paris ging, um bei Nadia Boulanger Unterricht zu nehmen, öffnete sie ihm die Augen, nachdem sie einige seiner Kompositionen durchgesehen und ihn dann Tango spielen hörte. Für sie war sofort klar, Tango war seine Musik.

Fortan entwickelte er seinen Tango Nuevo. Spielte, komponierte und arrangierte er seine Interpretation des Tango. Anfangs stieß sein Tango noch auf Unverständnis und scharfe Kritik. Doch er arbeitete weiter und komponierte, konzertierte und erstellte Arrangements seiner Werke für unterschiedlichste Besetzungen. Im Laufe seines Lebens komponierte er über 300 Tangos und fast 50 Soundtracks und spielte rund 40 Schallplatten ein.

Für Piazzolla war Tango immer auch eine lebendige Musik, eine Musik, an der und mit der gearbeitet werden sollte. Er selbst hat vielfältige Arrangements erstellt. In dieser Tradition sieht sich auch Stefan Grasse mit seinen Interpretationen und Arrangements der Kompositionen Piazzollas. Mit Gitarre, Bass, Percussion und einem Streichquartett interpretiert er die Tangos neu, ohne deren Grundcharakter zu verzerren. Stefan Grasse und sein Ensemble fügen dem Tango neue klangliche Aspekte hinzu. Sicherlich wird man anfangs immer wieder nach dem Bandoneon suchen, dem Instrument Piazzollas, doch Stefan Grasse gab bewusst einem Streichquartett den Vorzug vor einem Bandoneon. Es ist ohnehin klar, Astor Piazzolla kann man nicht kopieren. Dadurch durchbricht Grasse Hörgewohnheiten und schafft neue Möglichkeiten. Besonders spannend wird es, wenn man sich die Mühe macht, das Original mit Grasses Interpretationen direkt zu vergleichen.

Das Album ist mit “Adiós Nonino” betitelt, jenem berühmten Stück, das Piazzolla anläßlich des Todes seines Vaters geschrieben hat und das den ganzen Schmerz über den Verlust des geliebten Vaters ausdrückt.

Lobenswert ist das ausführliche, mehrsprachige Beiheft mit detaillierten biographischen Informationen zu Astor Piazzolla und seinem Werk.

Tracks:
1. Bordel 1900 3:49
2. Verano Porteno 5:16
3. Adiós Nonino I 6:53
4. La Muerte del Angel 3:48
5. Le Tango du Chat noir 4:57
6. Cafe 1930 7:42
7. Nightclub 1960 5:53
8. Adiós Nonino II 6:53
9. Libertango 4:03

Textdatum: 2007-10-05  
Textrechte:
© Global Music Magazine  
Vertrieb: Galileo Music Communication
Ident-Code: 862/1252/1


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