Prinz Chaos II
Väter & Söhne

Wenn es heißt, ein Künstler habe seit über einem Jahrzehnt intensiv mit Konstantin Wecker zusammengearbeitet, gehen wir erst einmal auf Distanz. Zu sehr missfällt uns das lehrerhafte Gebaren des Moralapostels aus München. Wir ließen uns trotzdem überreden, Prinz Chaos II eine Chance zu geben und siehe da, “Väter & Söhne” hat mehr als humorlose intellektuelle Ergüsse zu bieten.

Ein wenig Hintergrundwissen. Prinz Chaos, eigentlich Florian Ernst Kirner, entstammt einer Münchner Künstlerfamilie. Sein Urgroßvater, der Kabarettist Theo Prosei, betrieb die legendäre Künstlerkneipe „Simplicissimus“. Seine Urgroßmutter war die Opernsängerin Julia Prosei. Nach der musikalischen Früherziehung im Kindergartenalter lernte der Prinz Gitarre. Seit dem Jahr 2001 wächst seine Liebe zur Mandoline, die inzwischen sein Hauptinstrument ist. Hinzu kommt neuerdings eine Thüringer Waldzither.

2012 erschien die EP „…dass man sich wärmt in der Nacht“. 2014 erschien die CD „TsunamiSurfer“. Nun folgt „Väter & Söhne“.

Kirner versteht sich nicht nur als Musiker, er sieht sich auch als kabarettistischer Literat. Seine Entertainerfähigkeiten tragen entscheidend zum Unterhaltungswert seiner Konzerte bei. Dieser Unterhaltungswert hat uns auch an “Väter & Söhne” gefallen.

Einige Alt-Liedermacher haben den Prinzen offenbar beeinflusst. So zum Beispiel Franz Josef Degenhardt. Allerdings nicht so sehr, dass dieser den Stil Kirners sehr geprägt hätte. Die meist verspielte, gelegentlich steife Musik, die Kirner mit deutschen Texten kombiniert, ist in erster Linie typisch für Kirner. Allerdings, die Art des Singens lässt hier und da an Degenhardt erinnern.

Überrascht und enttäuscht hat uns, dass Kirner auch zu eingedeutschem Bayrisch greift, was sehr nach ZDF-Alpenland-Serie klingt. “Lasst die Bäume wieder oid wean” klingt einfach nur dumm. Zum Glück gibt es auf “Väter & Söhne” nur wenige Ausrutscher dieser Art.

Unser Hauptgrund, auf “Väter & Söhne” hinzuweisen: Kirner engagiert sich in Wort und Tat gegen Rechtsradikalismus, Homophobie, Atomkraft, Militarismus und soziale Ungerechtigkeit. Gerade zu Zeiten, in denen, neben weiteren unerfreulichen Entwicklungen, zwei offenbar verrückt gewordene Politiker nicht müde werden, sich gegenseitig mit Vernichtung zu drohen, wünscht man sich, dass es mehr Kirners gäbe.

01 – Alte Haeuser – 00:02:55
02 – Baumlied – 00:02:52
03 – Die Worte des Koran (Emir Hassan) – 00:03:25
04 – Thraenen des Vaterlands (Andreas Gryphius, 1636) – 00:03:09
05 – Giftzeit – 00:05:26
06 – Die Liebesschlacht – 00:02:42
07 – Rudi-Egelhofe- Lied – 00:04:20
08 – Vaeter und Soehne – 00:04:33
09 – Madiba Mandela – 00:04:47
10 – Michael Jackson in Olching – 00:03:57
11 – Das gute Gefuehl – 00:04:28
12 – Retten & Lieben (Die Toten kommen) – 00:06:14
13 – Sommer in Heiligendamm – 00:04:30
14 – Am Grab meines Vaters (Vaterpflanzen) – 00:06:34

Orientierungshilfe

Väter & Söhne

Wenn es heißt, ein Künstler habe seit über einem Jahrzehnt intensiv mit Konstantin Wecker zusammengearbeitet, gehen wir erst einmal auf Distanz. Zu sehr missfällt uns das lehrerhafte Gebaren des Moralapostels aus München. Wir ließen uns trotzdem überreden, Prinz Chaos II eine Chance zu geben und siehe da, “Väter & Söhne” hat mehr als humorlose intellektuelle Ergüsse zu bieten.

Ein wenig Hintergrundwissen. Prinz Chaos, eigentlich Florian Ernst Kirner, entstammt einer Münchner Künstlerfamilie. Sein Urgroßvater, der Kabarettist Theo Prosei, betrieb die legendäre Künstlerkneipe „Simplicissimus“. Seine Urgroßmutter war die Opernsängerin Julia Prosei. Nach der musikalischen Früherziehung im Kindergartenalter lernte der Prinz Gitarre. Seit dem Jahr 2001 wächst seine Liebe zur Mandoline, die inzwischen sein Hauptinstrument ist. Hinzu kommt neuerdings eine Thüringer Waldzither.

2012 erschien die EP „…dass man sich wärmt in der Nacht“. 2014 erschien die CD „TsunamiSurfer“. Nun folgt „Väter & Söhne“.

Kirner versteht sich nicht nur als Musiker, er sieht sich auch als kabarettistischer Literat. Seine Entertainerfähigkeiten tragen entscheidend zum Unterhaltungswert seiner Konzerte bei. Dieser Unterhaltungswert hat uns auch an “Väter & Söhne” gefallen.

Einige Alt-Liedermacher haben den Prinzen offenbar beeinflusst. So zum Beispiel Franz Josef Degenhardt. Allerdings nicht so sehr, dass dieser den Stil Kirners sehr geprägt hätte. Die meist verspielte, gelegentlich steife Musik, die Kirner mit deutschen Texten kombiniert, ist in erster Linie typisch für Kirner. Allerdings, die Art des Singens lässt hier und da an Degenhardt erinnern.

Überrascht und enttäuscht hat uns, dass Kirner auch zu eingedeutschem Bayrisch greift, was sehr nach ZDF-Alpenland-Serie klingt. “Lasst die Bäume wieder oid wean” klingt einfach nur dumm. Zum Glück gibt es auf “Väter & Söhne” nur wenige Ausrutscher dieser Art.

Unser Hauptgrund, auf “Väter & Söhne” hinzuweisen: Kirner engagiert sich in Wort und Tat gegen Rechtsradikalismus, Homophobie, Atomkraft, Militarismus und soziale Ungerechtigkeit. Gerade zu Zeiten, in denen, neben weiteren unerfreulichen Entwicklungen, zwei offenbar verrückt gewordene Politiker nicht müde werden, sich gegenseitig mit Vernichtung zu drohen, wünscht man sich, dass es mehr Kirners gäbe.

01 – Alte Haeuser – 00:02:55
02 – Baumlied – 00:02:52
03 – Die Worte des Koran (Emir Hassan) – 00:03:25
04 – Thraenen des Vaterlands (Andreas Gryphius, 1636) – 00:03:09
05 – Giftzeit – 00:05:26
06 – Die Liebesschlacht – 00:02:42
07 – Rudi-Egelhofe- Lied – 00:04:20
08 – Vaeter und Soehne – 00:04:33
09 – Madiba Mandela – 00:04:47
10 – Michael Jackson in Olching – 00:03:57
11 – Das gute Gefuehl – 00:04:28
12 – Retten & Lieben (Die Toten kommen) – 00:06:14
13 – Sommer in Heiligendamm – 00:04:30
14 – Am Grab meines Vaters (Vaterpflanzen) – 00:06:34

Textdatum: 2017-09-01  
Textrechte:
© Global Music Magazine  
Label: Digitale Dissidenz
Vertrieb: Alive
Spieldauer: 59:52
Tracks: 14
Ident-Code: 12077/126/1


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