Orange Blossom
Everything must change

Worldbeat aus Frankreich – Electro-Beats aus 1001 Nacht
Ein Abschied ist immer auch ein neuer Anfang. Als Sänger JC im Jahrtausendwendejahr 2000 das Trio Orange Blossom nach fünf Jahren verließ, um sich neuen musikalischen Herausforderungen zu stellen, ließen sich Carlos Robles Arenas und P.J. Chabot Zeit, um diese Lücke zu füllen. Zwei Jahre später standen sie dann urplötzlich vor Leïla Bounous, einer algerisch-bretonischen Sängerin. Da wussten die beiden Orange Blossom-Gründungsväter sofort: das ist diese Wunderstimme, auf die wir gewartet haben! Mit ihrem betörenden Schleifgesang und Temperament passte Leïla Bounous einfach in die Mischung aus orientalisch gewürzter Worldmusic und groovenden Club-Sounds, an denen Orange Blossom bis dahin im westfranzösischen Nantes getüftelt hatten. Und nachdem man schließlich auch noch mit Mathias Vaguenez den nötigen Heißsporn an den Percussionsinstrumenten gefunden hatte, stand der Wiederauferstehung von Orange Blossom nichts mehr im Wege. Nach 50 Konzerten 2002 und 60 Live-Gigs im Folgejahr, in denen sich die Vier erfolgreich beschnupperten, kam endlich 2004 auch die Feuertaufe im Aufnahmestudio.

„Everything Must Change” lautet das erst zweite Album der Band aus Nantes. Dabei ist die CD mit ihren 10 Tracks der unüberhörbar schlagende Beweis dafür, dass in Frankreich die Musik längst nicht mehr allein in der Metropole Paris spielt.
Da treiben narkotisch die von Carlos Robles Arena eingespeisten, elektronischen Beats und Samples voran – zu der melancholischen Violine von P.J. Chabot und zu den arabisch-flirrenden Vocals von Leïla Bounous. Da vermengen sich Industrial-Grooves mit Raï, scheinen Trip-Hop-Sounds regelrecht den Wüstensand Nordafrikas aufzuwirbeln. Und wenn zwischendurch sogar fette Dub-Rhythmen das Tanzparkett aufheizen, erreicht die berühmte Verbrüderung zwischen Orient, Afrika und Okzident einen der unzähligen, schweißtreibenden Höhepunkte auf diesem Album. Zumal man sich für „Everything Must Change” hochkarätige Verstärkung geholt hat, um diese magische Dancefloor-Alchemie so authentisch und visionär wie möglich zu machen. Neben dem Streichorchester „The Cosmic Orchestra” und dem Bläser-Sextett „Les Cacha Hills” sorgen der Tabla-Virtuose Valérie Evrard und die Akkordeonistin Karine Germaix für den entsprechenden Soundtrack zu den Lyrics von Leïla Bounous, die ihre Wurzeln im HipHop hat.

“Die Themen, die ich zur Sprache bringe, drehen sich um soziale, politische Ungerechtigkeit, aber auch immer wieder um die Liebe.” (Leïla Bounous). Gleich der erste Song „Maldito” (Schlechte Wörter) prangert die menschlichen, vor allem männlichen Neigungen wie Eifersucht und Heuchelei an. „Habibi” (Meine Liebe) wird dagegen mit den Worten „Du zählst für mich, du bist meine Augen.” zu einer einzigen Liebeserklärung, während Bousnous sich in „Cheft el khof” (Ich sah die Angst) mit den brandaktuellen Problemen in Algerien auseinandersetzt. Wenn Bousnous von den 10 Songs lediglich einen in Französisch singt („Souffrance” – Leiden), zeigt sich daher auch, wie sich die maghrebinischen Einflüsse nicht nur in der Szene von Marseille, sondern bis nach Nantes ausgebreitet haben. Und wo immerhin das musikalische Leben mehr denn je boomt. „Hier kannst du einfach alles hören, von Rap über Rock bis Techno und eben nordafrikanische Musik. Es ist eine Supermischung.”, so Bousnous. Kaum verwunderlich, dass Nantes sich keine besseren Sound-Botschafter als Orange Blossom wünschen kann, die mittlerweile auch über Frankreichs Grenzen hinaus durchtstarten.

Orange BlossomBevor aber Orange Blossom (der Bandname wurde nach einem Song der Jazz-Legende Nina Simone gewählt) sich in dieser Quartett-Besetzung gesucht und gefunden haben, hatten gerade Carlos Robles Arenas und P.J. Chabot bereits Ende der 1990er Jahren ein Auge auf die nordafrikanische Musik geworfen. Wenngleich über einen Umweg, der sie nach Bulgarien geführt hatte. Nach dem Debüt-Album „D.I.Y.” von 1997 (in Deutschland nicht erhältlich), das sich immerhin auf Anhieb 13.000 Mal verkaufte, zog es Orange Blossom nach Sofia, wo man auf eine erstaunliche Mixtur aus elektronischer Moderne und östlicher Folklore stieß. 1999 wurde schließlich ein einmonatiger Trip nach Ägypten zum musikalischen Erweckungserlebnis von Orange Blossom. Als man dort auf die arabisch-nubische Band Ganoub traf, zu der u.a. Mostafa Adel Aziz gehörte, der die 4000 Jahre alte Arghoul-Flöte spielte (ihm ist der Bonus-Track „Ayoub” gewidmet). Seitdem kam gerade der aus Mexiko stammende Orange Blossom-Drummer und Synthie-Freak Carlos Robles Arenas nicht mehr los von den damals exotischen Klängen, die zum vielleicht wichtigsten Mosaiksteinchen in seinem musikalisch umgemein vielfältigen Vokabular werden sollten. Carlos: „Ich komponiere mit dem Herzen. Und das Ergebnis meiner Arbeit gibt alles wieder, was ich seit meiner Kindheit in Mexico bis heute gehört habe. Ich höre mir von New Wave über Punk und Rock bis zu afrikanischen und arabischen Melodien einfach alles an. Das wichtige dabei ist, dass es gut klingt.” Dass man mit diesem Qualitätsmaßstab daher auch an „Everything Must Change” herangegangen ist, versteht sich von selbst. Nur hätte man es sich vielleicht nicht träumen lassen, dass daraus eine so harmonische, hyptnotische, lyrische und vor allem tanzbare Freundschaft zwischen musikalisch so unterschiedlichen Welten entstehen würde. Aus modernsten Electro-Beats und archaischen Klängen aus 1001 Nacht, bei denen die Impulse sich gegenseitig befruchten und die Funken knapp 60 Minuten lang überspringen.

VÖ 28.10.05

Besetzung:
Leila Bounous, Gesang
PJ Chabot, Violine
Carlos Robles Arenas, Drums & Percussion
Mathias Vaguenez, Djembé, Bougarabou

Gäste:
Karine Germaix, Akkordeon
The Cosmic Orchestra, Streichorchester
Les Cacha Hills, Bläser
Valérie Evrard, Tabla

Tracklist:
1. Maldito 4:17
2. Habibi 4:58
3. Cheft El Khof 6:52
4. Desert Dub 5:47
5. Blama 4:43
6. Yazaman 6:30
7. Denya 3:49
8. Nafsi 5:36
9. Souffrance 4:59
10. Bendimina 11:47

2005
Everything must change

Worldbeat aus Frankreich – Electro-Beats aus 1001 Nacht
Ein Abschied ist immer auch ein neuer Anfang. Als Sänger JC im Jahrtausendwendejahr 2000 das Trio Orange Blossom nach fünf Jahren verließ, um sich neuen musikalischen Herausforderungen zu stellen, ließen sich Carlos Robles Arenas und P.J. Chabot Zeit, um diese Lücke zu füllen. Zwei Jahre später standen sie dann urplötzlich vor Leïla Bounous, einer algerisch-bretonischen Sängerin. Da wussten die beiden Orange Blossom-Gründungsväter sofort: das ist diese Wunderstimme, auf die wir gewartet haben! Mit ihrem betörenden Schleifgesang und Temperament passte Leïla Bounous einfach in die Mischung aus orientalisch gewürzter Worldmusic und groovenden Club-Sounds, an denen Orange Blossom bis dahin im westfranzösischen Nantes getüftelt hatten. Und nachdem man schließlich auch noch mit Mathias Vaguenez den nötigen Heißsporn an den Percussionsinstrumenten gefunden hatte, stand der Wiederauferstehung von Orange Blossom nichts mehr im Wege. Nach 50 Konzerten 2002 und 60 Live-Gigs im Folgejahr, in denen sich die Vier erfolgreich beschnupperten, kam endlich 2004 auch die Feuertaufe im Aufnahmestudio.

„Everything Must Change” lautet das erst zweite Album der Band aus Nantes. Dabei ist die CD mit ihren 10 Tracks der unüberhörbar schlagende Beweis dafür, dass in Frankreich die Musik längst nicht mehr allein in der Metropole Paris spielt.
Da treiben narkotisch die von Carlos Robles Arena eingespeisten, elektronischen Beats und Samples voran – zu der melancholischen Violine von P.J. Chabot und zu den arabisch-flirrenden Vocals von Leïla Bounous. Da vermengen sich Industrial-Grooves mit Raï, scheinen Trip-Hop-Sounds regelrecht den Wüstensand Nordafrikas aufzuwirbeln. Und wenn zwischendurch sogar fette Dub-Rhythmen das Tanzparkett aufheizen, erreicht die berühmte Verbrüderung zwischen Orient, Afrika und Okzident einen der unzähligen, schweißtreibenden Höhepunkte auf diesem Album. Zumal man sich für „Everything Must Change” hochkarätige Verstärkung geholt hat, um diese magische Dancefloor-Alchemie so authentisch und visionär wie möglich zu machen. Neben dem Streichorchester „The Cosmic Orchestra” und dem Bläser-Sextett „Les Cacha Hills” sorgen der Tabla-Virtuose Valérie Evrard und die Akkordeonistin Karine Germaix für den entsprechenden Soundtrack zu den Lyrics von Leïla Bounous, die ihre Wurzeln im HipHop hat.

“Die Themen, die ich zur Sprache bringe, drehen sich um soziale, politische Ungerechtigkeit, aber auch immer wieder um die Liebe.” (Leïla Bounous). Gleich der erste Song „Maldito” (Schlechte Wörter) prangert die menschlichen, vor allem männlichen Neigungen wie Eifersucht und Heuchelei an. „Habibi” (Meine Liebe) wird dagegen mit den Worten „Du zählst für mich, du bist meine Augen.” zu einer einzigen Liebeserklärung, während Bousnous sich in „Cheft el khof” (Ich sah die Angst) mit den brandaktuellen Problemen in Algerien auseinandersetzt. Wenn Bousnous von den 10 Songs lediglich einen in Französisch singt („Souffrance” – Leiden), zeigt sich daher auch, wie sich die maghrebinischen Einflüsse nicht nur in der Szene von Marseille, sondern bis nach Nantes ausgebreitet haben. Und wo immerhin das musikalische Leben mehr denn je boomt. „Hier kannst du einfach alles hören, von Rap über Rock bis Techno und eben nordafrikanische Musik. Es ist eine Supermischung.”, so Bousnous. Kaum verwunderlich, dass Nantes sich keine besseren Sound-Botschafter als Orange Blossom wünschen kann, die mittlerweile auch über Frankreichs Grenzen hinaus durchtstarten.

Orange BlossomBevor aber Orange Blossom (der Bandname wurde nach einem Song der Jazz-Legende Nina Simone gewählt) sich in dieser Quartett-Besetzung gesucht und gefunden haben, hatten gerade Carlos Robles Arenas und P.J. Chabot bereits Ende der 1990er Jahren ein Auge auf die nordafrikanische Musik geworfen. Wenngleich über einen Umweg, der sie nach Bulgarien geführt hatte. Nach dem Debüt-Album „D.I.Y.” von 1997 (in Deutschland nicht erhältlich), das sich immerhin auf Anhieb 13.000 Mal verkaufte, zog es Orange Blossom nach Sofia, wo man auf eine erstaunliche Mixtur aus elektronischer Moderne und östlicher Folklore stieß. 1999 wurde schließlich ein einmonatiger Trip nach Ägypten zum musikalischen Erweckungserlebnis von Orange Blossom. Als man dort auf die arabisch-nubische Band Ganoub traf, zu der u.a. Mostafa Adel Aziz gehörte, der die 4000 Jahre alte Arghoul-Flöte spielte (ihm ist der Bonus-Track „Ayoub” gewidmet). Seitdem kam gerade der aus Mexiko stammende Orange Blossom-Drummer und Synthie-Freak Carlos Robles Arenas nicht mehr los von den damals exotischen Klängen, die zum vielleicht wichtigsten Mosaiksteinchen in seinem musikalisch umgemein vielfältigen Vokabular werden sollten. Carlos: „Ich komponiere mit dem Herzen. Und das Ergebnis meiner Arbeit gibt alles wieder, was ich seit meiner Kindheit in Mexico bis heute gehört habe. Ich höre mir von New Wave über Punk und Rock bis zu afrikanischen und arabischen Melodien einfach alles an. Das wichtige dabei ist, dass es gut klingt.” Dass man mit diesem Qualitätsmaßstab daher auch an „Everything Must Change” herangegangen ist, versteht sich von selbst. Nur hätte man es sich vielleicht nicht träumen lassen, dass daraus eine so harmonische, hyptnotische, lyrische und vor allem tanzbare Freundschaft zwischen musikalisch so unterschiedlichen Welten entstehen würde. Aus modernsten Electro-Beats und archaischen Klängen aus 1001 Nacht, bei denen die Impulse sich gegenseitig befruchten und die Funken knapp 60 Minuten lang überspringen.

VÖ 28.10.05

Besetzung:
Leila Bounous, Gesang
PJ Chabot, Violine
Carlos Robles Arenas, Drums & Percussion
Mathias Vaguenez, Djembé, Bougarabou

Gäste:
Karine Germaix, Akkordeon
The Cosmic Orchestra, Streichorchester
Les Cacha Hills, Bläser
Valérie Evrard, Tabla

Tracklist:
1. Maldito 4:17
2. Habibi 4:58
3. Cheft El Khof 6:52
4. Desert Dub 5:47
5. Blama 4:43
6. Yazaman 6:30
7. Denya 3:49
8. Nafsi 5:36
9. Souffrance 4:59
10. Bendimina 11:47

Textdatum: 2005-10-28  
Textrechte:
© NRW Records  
Vertrieb: NRW Vertrieb
Ident-Code: 67/2065/1


Alben


Under the shades of violets

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