Midival Punditz
Midival Times

In den letzten Jahren wurde es um den sogenannten Asian Underground immer ruhiger. Im einstmals so beliebten Genre aus den Zirkeln kreativer Köpfe der British und American Asian Community scheint nur noch die absolute Speerspitze übrig geblieben zu sein – Nitin Sawhney, Talvin Singh, die Asian Dub Foundation oder Karsh Kale erfreuen nach wie vor mit ungewöhnlichen Klängen zwischen subkontinentaler Tradition und Elektronik. Die Atempause nutzt nun ein Duo aus Delhi, um dem Rest der Welt zu zeigen, dass eine Avantgarde aus Drum’n’Bass und indischer Klassik auch im Ursprungsland letzterer kraftvoll sprießt und gedeiht.

Erstmals fiel die Musik von MIDIval PunditZ im Soundtrack zu Mira Nairs Film Monsoon Wedding auf: “Fabric” hieß das Stück mit harten, widerborstigen Beats, das zu jener Zeit, nämlich 1999, gut in die quirlige Asian Underground-Landschaft passte. Nur dass seine Urheber eben nicht aus London, Birmingham, Leeds, New York oder San Francisco kamen, sondern aus Indiens Kapitale. GAURAV RAINA und TAPAN RAJ, so die Namen hinter dem Projekt aus New Delhi, kennen sich seit Schulzeiten. In der Clubszene der Stadt allerdings war es, dass ihre musikalischen Ideen gemeinsam zündeten. Zu diesem Zeitpunkt war Gaurav schon Architektur-Student, der sich des nachts als Radio-DJ verdingte, Tapan kümmerte sich als Ingenieur um die Technik des Studios, das Gaurav eines Tages buchte. 1997 haben sie schließlich ihre Duo-Arbeit mit dem Namen MIDIval PunditZ besiegelt.

Ihr Ruf verbreitete sich in Indien in den “Cyber Mehfils”, Clubnächte, in denen Raina und Raj ihre ästhetische Vision in ein Gesamtkunstwerk aus Sound, Licht und Düften wandeln. Parallel dazu kooperierten sie mit Bill Laswells Projekt Tabla Beat Science, bei dem der Exil-Inder und späterer Six Degrees-Labelkollege Karsh Kale ebenfalls teilnahm. Mit dem ersten Album im Jahr 2002 beim quirligen Label aus San Francisco etablierten sie sich umgehend als wichtige Marke der elektronischen Global Dance-Community. Der Entwurf eines Soundtracks für eine Bollywood-Produktion und die Komposition für ein klassisches südindisches Tanztheater taten ihr Übriges. “Wir haben keine klassische Ausbildung”, konstatiert Gaurav. “Das ermöglicht uns eine freiere Herangehensweise an diese Musik. Für uns ist die Musik ein Freund, kein Gott. Sie ist etwas, dass nicht aus der Distanz verehrt, sondern umarmt werden sollte.”

Die Umarmung mit der Klassik pflegen sie auf ganz besondere Weise auf dem neuen Output MIDIval Times. Ihr ausgefeiltes elektronisches Klanggehäuse öffnen sie für ehrwürdige Stars aus der indischen Klassik, unter ihnen Sarangi-Virtuose und Vokalist Ustad Sultan Khan, Ravi Shankars Tochter Anoushka, die sich schon mit knapp über 20 Jahren ein Sitar-Star nennen kann, oder die pakistanische Diva Abida Parveeh. Auf der DJ-Seite ist es Karsh Kale, der seine Unterstützung walten lässt. Aus den Zutaten erwuchs ein mächtiges Statement für die Aktualität des indischen Sounds: Knallige Beats fürs tanzende Club-Volk, feine Tablatronics, atmosphärische Elektro-Kulissen und respektvoll eingefädelte Duftessenzen aus der indischen Vokal- und Instrumental-Tradition machen die Gratwanderung zwischen Alt und Neu zum aufregenden und schwerelosen Seiltanz.

Tracks:
1. Morning 1:14
2. Saathi 6:19
3. Raanjhan 6:05
4. 136 6:37
5. Rebirth 6:57
6. Khayaal 6:56
7. Piya 5:10
8. Kesariya 7:17
9. Ali 6:34
10. Enemy 5:43
11. Hold On 5:50

2005
Midival Times

In den letzten Jahren wurde es um den sogenannten Asian Underground immer ruhiger. Im einstmals so beliebten Genre aus den Zirkeln kreativer Köpfe der British und American Asian Community scheint nur noch die absolute Speerspitze übrig geblieben zu sein – Nitin Sawhney, Talvin Singh, die Asian Dub Foundation oder Karsh Kale erfreuen nach wie vor mit ungewöhnlichen Klängen zwischen subkontinentaler Tradition und Elektronik. Die Atempause nutzt nun ein Duo aus Delhi, um dem Rest der Welt zu zeigen, dass eine Avantgarde aus Drum’n’Bass und indischer Klassik auch im Ursprungsland letzterer kraftvoll sprießt und gedeiht.

Erstmals fiel die Musik von MIDIval PunditZ im Soundtrack zu Mira Nairs Film Monsoon Wedding auf: “Fabric” hieß das Stück mit harten, widerborstigen Beats, das zu jener Zeit, nämlich 1999, gut in die quirlige Asian Underground-Landschaft passte. Nur dass seine Urheber eben nicht aus London, Birmingham, Leeds, New York oder San Francisco kamen, sondern aus Indiens Kapitale. GAURAV RAINA und TAPAN RAJ, so die Namen hinter dem Projekt aus New Delhi, kennen sich seit Schulzeiten. In der Clubszene der Stadt allerdings war es, dass ihre musikalischen Ideen gemeinsam zündeten. Zu diesem Zeitpunkt war Gaurav schon Architektur-Student, der sich des nachts als Radio-DJ verdingte, Tapan kümmerte sich als Ingenieur um die Technik des Studios, das Gaurav eines Tages buchte. 1997 haben sie schließlich ihre Duo-Arbeit mit dem Namen MIDIval PunditZ besiegelt.

Ihr Ruf verbreitete sich in Indien in den “Cyber Mehfils”, Clubnächte, in denen Raina und Raj ihre ästhetische Vision in ein Gesamtkunstwerk aus Sound, Licht und Düften wandeln. Parallel dazu kooperierten sie mit Bill Laswells Projekt Tabla Beat Science, bei dem der Exil-Inder und späterer Six Degrees-Labelkollege Karsh Kale ebenfalls teilnahm. Mit dem ersten Album im Jahr 2002 beim quirligen Label aus San Francisco etablierten sie sich umgehend als wichtige Marke der elektronischen Global Dance-Community. Der Entwurf eines Soundtracks für eine Bollywood-Produktion und die Komposition für ein klassisches südindisches Tanztheater taten ihr Übriges. “Wir haben keine klassische Ausbildung”, konstatiert Gaurav. “Das ermöglicht uns eine freiere Herangehensweise an diese Musik. Für uns ist die Musik ein Freund, kein Gott. Sie ist etwas, dass nicht aus der Distanz verehrt, sondern umarmt werden sollte.”

Die Umarmung mit der Klassik pflegen sie auf ganz besondere Weise auf dem neuen Output MIDIval Times. Ihr ausgefeiltes elektronisches Klanggehäuse öffnen sie für ehrwürdige Stars aus der indischen Klassik, unter ihnen Sarangi-Virtuose und Vokalist Ustad Sultan Khan, Ravi Shankars Tochter Anoushka, die sich schon mit knapp über 20 Jahren ein Sitar-Star nennen kann, oder die pakistanische Diva Abida Parveeh. Auf der DJ-Seite ist es Karsh Kale, der seine Unterstützung walten lässt. Aus den Zutaten erwuchs ein mächtiges Statement für die Aktualität des indischen Sounds: Knallige Beats fürs tanzende Club-Volk, feine Tablatronics, atmosphärische Elektro-Kulissen und respektvoll eingefädelte Duftessenzen aus der indischen Vokal- und Instrumental-Tradition machen die Gratwanderung zwischen Alt und Neu zum aufregenden und schwerelosen Seiltanz.

Tracks:
1. Morning 1:14
2. Saathi 6:19
3. Raanjhan 6:05
4. 136 6:37
5. Rebirth 6:57
6. Khayaal 6:56
7. Piya 5:10
8. Kesariya 7:17
9. Ali 6:34
10. Enemy 5:43
11. Hold On 5:50

Textdatum: 2005-05-23  
Textrechte:
© Exil/Six Degrees  
Vertrieb: Indigo Musikproduktion + Vertrieb GmbH
Ident-Code: 596/958/1


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