Metsatöll & Estonian National Male Choir
Curse Upon Iron

Der am 7. August 1930 in Kuusalu geborene Komponist Veljo Tormis gilt als einer der namhaftesten estnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er ist international bekannt für sein umfangreiches Werk von über 500 Chorkompositionen (die meisten a cappella) und für seine Studien des alten estnischen Volksliedgutes. Als in den 1950er-Jahren die meisten jungen Komponisten sich auf die Suche nach neuen avantgardistischen Klängen und Möglichkeiten machten, wandte er sich bereits der Volksmusik seiner Heimat zu und galt damit als altmodisch oder gar als nationalistisch.

Doch trotz aller Kritik beschäftigte er sich weiter intensiv mit dem alten estnischen Liedgut und dem traditionellen estnischen Chorgesang und entdeckte mehr und mehr die große Vielgestaltigkeit und die enorme Ausdruckskraft dieser Musik. Tormis schaffte es erst nach rund 10 Jahren diesen Zauber und diese Energie in seinen Kompositionen einzufangen und die Musik in eine zeitgemäße Form zu bringen. Sein großer internationaler Erfolg gibt ihm Recht. Seine Werke klingen in keiner Weise angestaubt, sondern im Gegensatz sehr frisch, sie sind voller Spannung und von großer urtümlicher Ausdruckskraft.

Metsatöll beschäftigen sich ebenfalls mit alter estnischer Folklore – allerdings mit einem völlig anderen Ergebnis. Ihre Musik ist Ethno-Metal. Ein großer Teil des traditionell angehauchten Songmaterials der Band handelt von den Unabhängigkeitskriegen des 13. und 14. Jahrhunderts. Metsatöll wurde 1998 als Trio gegründet. Der Multiinstrumentalist und estnische Volkskunstexperte Lauri Õunapuu wurde auf die Band aufmerksam und im Jahr 2000 deren Mitglied. Hauptsächlich durch seinen Beitrag wurde die Band zur führenden estnischen Ethno-Metal-Band.

MetsatöllBei Metsatöll kommen viele traditionelle Instrumente zum Einsatz: Die 7-saitige Kannel (mit der finnischen Kantele verwandt) oder der estnische Dudelsack Torupill. Dadurch erfährt die Musik eine enorme klangliche Erweiterung und überschreitet die Grenzen des (normalerweise eher konservativen) Heavy-Metal.

Die Werke des weltbekannten Komponisten Veljo Tormis und die von Metsatöll sind von Tauro Anits, einem der bekanntesten Musiker/Arrangeure Estlands (und Mitglied von nationalen Headliner-Acts wie Speculative Rockenroll Band und Genialisted), ohne stilistische Zwänge überarbeitet worden. Der junge Mann hat auch einen Doktor in klassischer Komposition und kann deswegen beide Seiten des Projektes, also Klassik und Metal, gleich behandeln und zu einem großartigen Ganzen verschmelzen.

Ausführende sind Metsatöll und der Nationalmännerchor Estland (Eesti Rahvusmeeskoor – RAM), der 2004 mit einem Grammy in der Kategorie “Best Choral Performance” ausgezeichnet wurde. Gegründet wurde der Chor 1944. Normalerweise gehören nicht Heavy-Metal oder Rockopern zu seinem Repertoire, sondern die Werke von Dimitri Schostakowitsch, Jean Sibelius oder Igor Stravinsky.

Was passiert nun, wenn sich Veljo Tormis, Metsatöll und der Nationale Männerchor Estlands unter der Leitung von Tauro Anits zu einem gemeinsamen Projekt zusammen tun? Das Resultat ist Curse Upon Iron (“Raua Needmine”) – ohne Übertreibung ein großartiges Album und eine echt beeindruckende DVD! Curse Upon Iron enthält Schamanengesänge, Reime aus dem Kalavalo (das aus mündlich überlieferter finnischer Volksdichtung entstandene Epos) und die urzeitliche Kraft des Regi- oder Runo-Gesangs (eine Form des Gesangs, die hauptsächlich in Finnland, Karelien, Ingrien und Estland vorkommt).

Die CD ist keine Alltagskost und so mancher zartbesaitete Hörer wird angesichts der harten Klänge zurückschrecken. Für Zeitgenossen, die Neuem aufgeschlossen sind und die den Mut haben, sich neuen musikalischen Verbindungen gegenüber zu öffnen, ist es sicher ein beeindruckendes Ereignis. Zumal das Konzert auch noch als DVD beiliegt, die sehr gut die aussergewöhnliche Atmosphäre einfängt. Einziges Makel der DVD: Durch gelegentlich häufige Schnitte und Perspektivwechsel wird Hektik und Unruhe erzeugt. Insgesamt ein absolut empehlenswertes Album!

Tracks:
1. Intro / Veresulaste koor / Choir of Bloodservants
2. Merepojad / Sons of the sea
3. Meeste laul / Men’s song
4. Saaremaa vägimees / The giant-hero of Ösel
5. Pikse litaania / Litany to thunder
6. Teomehelaul / Serf’s song
7. Hiekoda / My sacred grove
8. Hundiraev / Wolfrage
9. Pärismaalase lauluke / An Aboriginal song
10. Kaitse, Jumal, soja eest / God, protect us from War
11. Oma laulu ei leia ma üles / I cannot find my song
12. Lahinguväljal näeme, raisk!/See you on the battlefield, damn!
13. Metsaviha 2 / Woodwrath 2
14. Raua needmine / Curse upon iron
15. Ussionad / Charm against snakes
16. nur DVD: Türgi Soja laul / Song of the Turkish War
17. nur DVD: Pöhjatuulte Pojad Ja Tütred / Sons and daughters of northern winds
18. nur DVD: Kust Tunnen Kodu/ How can I recognize my home

Besetzung Metsatöll:
Markus Teeäär: Gesang, Gitarre
Raivo Piirsalu: Bass und Gesang
Lauri Õunapuu: Gesang, Gitarre, Flöte, Torupill, Kannel
Marko Atso: Schlagzeug, Gesang
Gast: Vambola Krigul: Percussion

Veljo Tormis: Chorwerke Veljo Tormis: Chorwerke “Liederhaufen”
Wer sich etwas intensiver mit dem Werk Tormis’ beschäftigen möchte, sollte sich die CD “Veljo Tormis: Chorwerke – Liederhaufen” vom Label Carus zu Gemüte führen. Die Musik lotet die Extreme von leise und innig bis laut und temperamentvoll aus. Ist man erst mal auf den Geschmack gekommen, kann man von dieser Musik nicht genug bekommen. Die CD wurde hervorragend eingesungen vom Philharmonischen Kammerchor Estlands unter seinem Leiter Tonu Kaljuste.

Interpreten und Leiter sind bekannt und international angesehen für ihre Aufnahmen der Werke zeitgenössischer baltischer Komponisten, wie eben Tormis, aber auch Pärt und Vasks.

Inhalt:
2 Lieder nach Ernst Enno
3 Lieder aus dem Epos “Kalevipoeg”
3 Arbeitslieder aus Setu
4 Spiellieder von Sangaste
6 estnische Kinderlieder
9 Estnische Erntelieder
13 estnische lyrische Volkslieder

Orientierungshilfe

Curse Upon Iron

Der am 7. August 1930 in Kuusalu geborene Komponist Veljo Tormis gilt als einer der namhaftesten estnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er ist international bekannt für sein umfangreiches Werk von über 500 Chorkompositionen (die meisten a cappella) und für seine Studien des alten estnischen Volksliedgutes. Als in den 1950er-Jahren die meisten jungen Komponisten sich auf die Suche nach neuen avantgardistischen Klängen und Möglichkeiten machten, wandte er sich bereits der Volksmusik seiner Heimat zu und galt damit als altmodisch oder gar als nationalistisch.

Doch trotz aller Kritik beschäftigte er sich weiter intensiv mit dem alten estnischen Liedgut und dem traditionellen estnischen Chorgesang und entdeckte mehr und mehr die große Vielgestaltigkeit und die enorme Ausdruckskraft dieser Musik. Tormis schaffte es erst nach rund 10 Jahren diesen Zauber und diese Energie in seinen Kompositionen einzufangen und die Musik in eine zeitgemäße Form zu bringen. Sein großer internationaler Erfolg gibt ihm Recht. Seine Werke klingen in keiner Weise angestaubt, sondern im Gegensatz sehr frisch, sie sind voller Spannung und von großer urtümlicher Ausdruckskraft.

Metsatöll beschäftigen sich ebenfalls mit alter estnischer Folklore – allerdings mit einem völlig anderen Ergebnis. Ihre Musik ist Ethno-Metal. Ein großer Teil des traditionell angehauchten Songmaterials der Band handelt von den Unabhängigkeitskriegen des 13. und 14. Jahrhunderts. Metsatöll wurde 1998 als Trio gegründet. Der Multiinstrumentalist und estnische Volkskunstexperte Lauri Õunapuu wurde auf die Band aufmerksam und im Jahr 2000 deren Mitglied. Hauptsächlich durch seinen Beitrag wurde die Band zur führenden estnischen Ethno-Metal-Band.

MetsatöllBei Metsatöll kommen viele traditionelle Instrumente zum Einsatz: Die 7-saitige Kannel (mit der finnischen Kantele verwandt) oder der estnische Dudelsack Torupill. Dadurch erfährt die Musik eine enorme klangliche Erweiterung und überschreitet die Grenzen des (normalerweise eher konservativen) Heavy-Metal.

Die Werke des weltbekannten Komponisten Veljo Tormis und die von Metsatöll sind von Tauro Anits, einem der bekanntesten Musiker/Arrangeure Estlands (und Mitglied von nationalen Headliner-Acts wie Speculative Rockenroll Band und Genialisted), ohne stilistische Zwänge überarbeitet worden. Der junge Mann hat auch einen Doktor in klassischer Komposition und kann deswegen beide Seiten des Projektes, also Klassik und Metal, gleich behandeln und zu einem großartigen Ganzen verschmelzen.

Ausführende sind Metsatöll und der Nationalmännerchor Estland (Eesti Rahvusmeeskoor – RAM), der 2004 mit einem Grammy in der Kategorie “Best Choral Performance” ausgezeichnet wurde. Gegründet wurde der Chor 1944. Normalerweise gehören nicht Heavy-Metal oder Rockopern zu seinem Repertoire, sondern die Werke von Dimitri Schostakowitsch, Jean Sibelius oder Igor Stravinsky.

Was passiert nun, wenn sich Veljo Tormis, Metsatöll und der Nationale Männerchor Estlands unter der Leitung von Tauro Anits zu einem gemeinsamen Projekt zusammen tun? Das Resultat ist Curse Upon Iron (“Raua Needmine”) – ohne Übertreibung ein großartiges Album und eine echt beeindruckende DVD! Curse Upon Iron enthält Schamanengesänge, Reime aus dem Kalavalo (das aus mündlich überlieferter finnischer Volksdichtung entstandene Epos) und die urzeitliche Kraft des Regi- oder Runo-Gesangs (eine Form des Gesangs, die hauptsächlich in Finnland, Karelien, Ingrien und Estland vorkommt).

Die CD ist keine Alltagskost und so mancher zartbesaitete Hörer wird angesichts der harten Klänge zurückschrecken. Für Zeitgenossen, die Neuem aufgeschlossen sind und die den Mut haben, sich neuen musikalischen Verbindungen gegenüber zu öffnen, ist es sicher ein beeindruckendes Ereignis. Zumal das Konzert auch noch als DVD beiliegt, die sehr gut die aussergewöhnliche Atmosphäre einfängt. Einziges Makel der DVD: Durch gelegentlich häufige Schnitte und Perspektivwechsel wird Hektik und Unruhe erzeugt. Insgesamt ein absolut empehlenswertes Album!

Tracks:
1. Intro / Veresulaste koor / Choir of Bloodservants
2. Merepojad / Sons of the sea
3. Meeste laul / Men’s song
4. Saaremaa vägimees / The giant-hero of Ösel
5. Pikse litaania / Litany to thunder
6. Teomehelaul / Serf’s song
7. Hiekoda / My sacred grove
8. Hundiraev / Wolfrage
9. Pärismaalase lauluke / An Aboriginal song
10. Kaitse, Jumal, soja eest / God, protect us from War
11. Oma laulu ei leia ma üles / I cannot find my song
12. Lahinguväljal näeme, raisk!/See you on the battlefield, damn!
13. Metsaviha 2 / Woodwrath 2
14. Raua needmine / Curse upon iron
15. Ussionad / Charm against snakes
16. nur DVD: Türgi Soja laul / Song of the Turkish War
17. nur DVD: Pöhjatuulte Pojad Ja Tütred / Sons and daughters of northern winds
18. nur DVD: Kust Tunnen Kodu/ How can I recognize my home

Besetzung Metsatöll:
Markus Teeäär: Gesang, Gitarre
Raivo Piirsalu: Bass und Gesang
Lauri Õunapuu: Gesang, Gitarre, Flöte, Torupill, Kannel
Marko Atso: Schlagzeug, Gesang
Gast: Vambola Krigul: Percussion

Veljo Tormis: Chorwerke Veljo Tormis: Chorwerke “Liederhaufen”
Wer sich etwas intensiver mit dem Werk Tormis’ beschäftigen möchte, sollte sich die CD “Veljo Tormis: Chorwerke – Liederhaufen” vom Label Carus zu Gemüte führen. Die Musik lotet die Extreme von leise und innig bis laut und temperamentvoll aus. Ist man erst mal auf den Geschmack gekommen, kann man von dieser Musik nicht genug bekommen. Die CD wurde hervorragend eingesungen vom Philharmonischen Kammerchor Estlands unter seinem Leiter Tonu Kaljuste.

Interpreten und Leiter sind bekannt und international angesehen für ihre Aufnahmen der Werke zeitgenössischer baltischer Komponisten, wie eben Tormis, aber auch Pärt und Vasks.

Inhalt:
2 Lieder nach Ernst Enno
3 Lieder aus dem Epos “Kalevipoeg”
3 Arbeitslieder aus Setu
4 Spiellieder von Sangaste
6 estnische Kinderlieder
9 Estnische Erntelieder
13 estnische lyrische Volkslieder

Text date: 2007-12-04  
Text: © Global Music Magazine  
Distributor: INDIGO Musikproduktion + Vertriebs GmbH
Tracks: CD: 15 / DVD: 18
Format: CD + DVD
Ident-Code: 1149/1535/1


Orientierungshilfe

Translation

INTO ENGLISH (using Google translator)

Artikelnavigation

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise zum Urheberrecht

Alle Artikel unserer Webseiten sind durch das Urheberrecht geschützt. Das Kopieren und Verbreiten unserer Artikel bedarf in jedem Fall unsere ausdrückliche Zustimmung. Bei fremden Artikeln bedarf es in jedem Fall der Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers.

Ist als Textquelle nicht "Global Music Magazine" angegeben, handelt es sich um einen externen Artikel. Für den Inhalt dieser auf diese Weise gekennzeichneten Artikel sind die jeweils genannten Autoren bzw. Quellen verantwortlich. Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Achten Sie also unbedingt auf die angebene Textquelle.

Das Vorgenannte gilt entsprechend auch für Abbildungen und Fotos.

Weitere Hinweise zu diesen Themen finden Sie in unserem Impressum.