Mario Batkovic
Mario Batkovic

Mario Batkovic spielt nicht einfach sein Instrument. Er horcht in sein Instrument hinein und entlockt ihm seine Geheimnisse. Kein Zweifel: Batkovic ist ebenso ein Erneuerer des Akkordeonspiels wie der Finne Kimmo Pohjonen.

Der in Bosnien geborene Schweizer macht instrumentale Musik. Musik, mit der er die Grenzen seines Instrumentes auslotet. Und Musik, mit der er die ungeahnten Möglichkeiten des Akkordeons demonstriert, wenn man es auf unkonventionelle Art spielt.

“Das Album will sich nicht auf etwas anderes als seinen Sound einlassen. Das ist die Essenz. Absolute Unterwerfung an den Klang. Ich bin der Sklave der Töne.”

Zusammen mit Geoff Barrow von Portishead hat Mario Batkovic lange Zeit im Studio getüftelt. Dabei haben sie gemeinsam neue Wege des Akkordeonspiels entdeckt. Mario Batkovic fand in Barrow einen Bruder im Geiste.

Die Musik auf dem selbstbetitelten Album lässt sich nicht mit wenigen Schlagwörtern beschreiben. Auch deshalb nicht, weil sie sogar innerhalb des gleichen Stückes ständigen Wandlungen und Entwicklungen ausgesetzt ist. Manchmal werden nicht nur die beiden Tastaturen verwendet, sondern auch das Umschalten der Register wird bewusst als gestalterisches und Rhythmus gebendes Element eingesetzt. Dabei werden sogar die Schaltgeräusche in die Musik integriert.

“Ich wählte den Weg des größten Widerstandes für meine Musik.”

Man muss Mario Batkovic gehört und seinen Erfindergeist erlebt haben. Er erschafft mit einem einzigen Instrument Klangwelten, die an Steve Reich erinnern. Beide lieben den Minimalismus, beide lieben die Reduktion. Beide setzen die Instrumente unkonventionell ein. Verwendet Reich 18 klassische Instrumente, um etwa elektronische Musik nachzubilden, macht dies Batkovic nur alleine mit dem Akkordeon.

Lange Zeit mussten Batkovic und Barrow tüfteln, bis sie es geschafft hatten, das Akkordeon so aufzunehmen, dass der volle Klangcharakter des Instruments eingefangen wird. Batkovic schwebte eine Klang vor, der dem eines Konzerts entspricht, ohne, dass die Feinheiten verloren gehen. Man kann sich die Probleme durchaus vorstellen, wenn man bedenkt, dass Batkovic das ganze Dynamikspektrum seines Akkordeons ausreizt.

“Ich wollte, dass das ganze Instrument atmet, das Klacken der Tasten, das Knacksen der Gurte und das schleifende Atmen des Balgs soll hörbar sein. So können die Nachteile des Akkordeons in Vorzüge verwandelt werden, die einen neuen Klang schaffen.”

Mario Batkovics wunderbares Album ist ein Phänomen. Denn trotz aller Experimente und Neuerungen, verliert er sich nicht in technischen Spielereien oder Disharmonien. Er kreiert moderne, sauber durchkonzipierte Musik, die sich im Raum zwischen den Stilen bewegt. Dass bei der Produktion des Albums nur wenige Effekte eingesetzt wurden, verdient besondere Anerkennung. Es spricht für den Interpreten, dass dafür kein Bedarf bestand.

Wir können nur aufrufen, sich mit neuer und ungewohnter Musik zu beschäftigen. Es lohnt sich. Das Erscheinen dieses grandiosen Albums wäre der ideale Anlass, damit zu beginnen.



Orientierungshilfe

Mario Batkovic

Mario Batkovic spielt nicht einfach sein Instrument. Er horcht in sein Instrument hinein und entlockt ihm seine Geheimnisse. Kein Zweifel: Batkovic ist ebenso ein Erneuerer des Akkordeonspiels wie der Finne Kimmo Pohjonen.

Der in Bosnien geborene Schweizer macht instrumentale Musik. Musik, mit der er die Grenzen seines Instrumentes auslotet. Und Musik, mit der er die ungeahnten Möglichkeiten des Akkordeons demonstriert, wenn man es auf unkonventionelle Art spielt.

“Das Album will sich nicht auf etwas anderes als seinen Sound einlassen. Das ist die Essenz. Absolute Unterwerfung an den Klang. Ich bin der Sklave der Töne.”

Zusammen mit Geoff Barrow von Portishead hat Mario Batkovic lange Zeit im Studio getüftelt. Dabei haben sie gemeinsam neue Wege des Akkordeonspiels entdeckt. Mario Batkovic fand in Barrow einen Bruder im Geiste.

Die Musik auf dem selbstbetitelten Album lässt sich nicht mit wenigen Schlagwörtern beschreiben. Auch deshalb nicht, weil sie sogar innerhalb des gleichen Stückes ständigen Wandlungen und Entwicklungen ausgesetzt ist. Manchmal werden nicht nur die beiden Tastaturen verwendet, sondern auch das Umschalten der Register wird bewusst als gestalterisches und Rhythmus gebendes Element eingesetzt. Dabei werden sogar die Schaltgeräusche in die Musik integriert.

“Ich wählte den Weg des größten Widerstandes für meine Musik.”

Man muss Mario Batkovic gehört und seinen Erfindergeist erlebt haben. Er erschafft mit einem einzigen Instrument Klangwelten, die an Steve Reich erinnern. Beide lieben den Minimalismus, beide lieben die Reduktion. Beide setzen die Instrumente unkonventionell ein. Verwendet Reich 18 klassische Instrumente, um etwa elektronische Musik nachzubilden, macht dies Batkovic nur alleine mit dem Akkordeon.

Lange Zeit mussten Batkovic und Barrow tüfteln, bis sie es geschafft hatten, das Akkordeon so aufzunehmen, dass der volle Klangcharakter des Instruments eingefangen wird. Batkovic schwebte eine Klang vor, der dem eines Konzerts entspricht, ohne, dass die Feinheiten verloren gehen. Man kann sich die Probleme durchaus vorstellen, wenn man bedenkt, dass Batkovic das ganze Dynamikspektrum seines Akkordeons ausreizt.

“Ich wollte, dass das ganze Instrument atmet, das Klacken der Tasten, das Knacksen der Gurte und das schleifende Atmen des Balgs soll hörbar sein. So können die Nachteile des Akkordeons in Vorzüge verwandelt werden, die einen neuen Klang schaffen.”

Mario Batkovics wunderbares Album ist ein Phänomen. Denn trotz aller Experimente und Neuerungen, verliert er sich nicht in technischen Spielereien oder Disharmonien. Er kreiert moderne, sauber durchkonzipierte Musik, die sich im Raum zwischen den Stilen bewegt. Dass bei der Produktion des Albums nur wenige Effekte eingesetzt wurden, verdient besondere Anerkennung. Es spricht für den Interpreten, dass dafür kein Bedarf bestand.

Wir können nur aufrufen, sich mit neuer und ungewohnter Musik zu beschäftigen. Es lohnt sich. Das Erscheinen dieses grandiosen Albums wäre der ideale Anlass, damit zu beginnen.



Textdatum: 2017-05-04  
Textrechte:
© Global Music | Weltmusik-Magazin  
Artikelfoto/s: © Tabea Hüberli
Label: Invada
EAN: 5051083111010
Spieldauer: 56:59
Tracks: 9
Ident-Code: 11479/196/1


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