Is This Really Me
The Iron Door

Fjodor Dostojewskis Roman “Die Brüder Karamasow” ist nicht gerade leichte Lektüre. Es gehört schon allerhand Ausdauer dazu, dieses gewaltige und auf vielfältige Weise interpretierbare Werk aus dem Jahr 1880 zu lesen. Doch was hat das Meisterwerk des Russen Dostojewski mit dem Album “The Iron Door” zu tun?

In der tiefen Dunkelheit öffnet sich plötzlich die eiserne Tür des Kerkers, und der greise Großinquisitor selbst tritt mit einem Leuchter in der Hand ein. Er ist allein, hinter ihm schließt sich sogleich wieder die Tür. Er bleibt am Eingang stehen und blickt ihn lange, ein oder zwei Minuten, an.

Dieses Zitat aus dem 5. Kapitel des Romans ist die Antwort auf die Frage nach dem Zusammenhang. Eine intensive Auseinandersetzung mit “Die Brüder Karamasow” und eine psychoanalytische Interpretation des Romans gingen der Komposition des Songmaterials für das Debütalbum “The Iron Door” der finnischen Band Is This Really Me voraus.

Was in einem beschaulichen südfinnischen Dorf namens Jaala entstand, ist ein absolut starkes Album, das trotz der literarischen Basis der Texte keineswegs verkopft klingt. Verträumt, melancholisch, außergewöhnlich, ausdrucksstark, intensiv – alles Attribute, die hingegen zutreffen. Vom ersten Ton an berührt die Musik sehr stark.

Sänger und Gitarrist Panu Artemjeff ist Autor aller Titel auf “The Iron Door”, die treibende Kraft also, die hinter dieser Band steht. Aber Panu Artemjeff dominiert keinesfalls das musikalische Geschehen, sodass “The Iron Door” nicht als Solowerk gesehen werden sollte. Ohne die Kreativarbeit seiner Mitstreiter wäre wohl kaum ein so vielseitiges Album zustande gekommen.

Grob betrachtet, ist “The Iron Door” als Folk-Pop einzustufen, aber wie so oft, unterschlägt ein solches Etikett sehr vieles. So sind die Saxofoneinlagen oder die gelegentlich unerwartete Instrumentierung, u.a. mit Streichern, Drum-Machines und LoFi-Orgel, viel zu eigen, als einfach mit Pop bezeichnet zu werden. Gerade die Instrumentierung bringt enorm viel Spannung ein. In Sachen Gesang gibt es ebenso ein dickes Lob. Die Stimme von Panu Artemjeff ist ganz einfach umwerfend. Man kann sich keine bessere Stimme zu dieser Musik vorstellen.

“The Iron Door” ist die dritte Veröffentlichung des jungen Labels Ice Will Melt Records, das damit einen echten Glücksgriff getan hat. Da kann man sich nur wünschen, dass man Is This Really Me bald auf Tour durch unsere Landen erleben darf.





Orientierungshilfe

The Iron Door

Fjodor Dostojewskis Roman “Die Brüder Karamasow” ist nicht gerade leichte Lektüre. Es gehört schon allerhand Ausdauer dazu, dieses gewaltige und auf vielfältige Weise interpretierbare Werk aus dem Jahr 1880 zu lesen. Doch was hat das Meisterwerk des Russen Dostojewski mit dem Album “The Iron Door” zu tun?

In der tiefen Dunkelheit öffnet sich plötzlich die eiserne Tür des Kerkers, und der greise Großinquisitor selbst tritt mit einem Leuchter in der Hand ein. Er ist allein, hinter ihm schließt sich sogleich wieder die Tür. Er bleibt am Eingang stehen und blickt ihn lange, ein oder zwei Minuten, an.

Dieses Zitat aus dem 5. Kapitel des Romans ist die Antwort auf die Frage nach dem Zusammenhang. Eine intensive Auseinandersetzung mit “Die Brüder Karamasow” und eine psychoanalytische Interpretation des Romans gingen der Komposition des Songmaterials für das Debütalbum “The Iron Door” der finnischen Band Is This Really Me voraus.

Was in einem beschaulichen südfinnischen Dorf namens Jaala entstand, ist ein absolut starkes Album, das trotz der literarischen Basis der Texte keineswegs verkopft klingt. Verträumt, melancholisch, außergewöhnlich, ausdrucksstark, intensiv – alles Attribute, die hingegen zutreffen. Vom ersten Ton an berührt die Musik sehr stark.

Sänger und Gitarrist Panu Artemjeff ist Autor aller Titel auf “The Iron Door”, die treibende Kraft also, die hinter dieser Band steht. Aber Panu Artemjeff dominiert keinesfalls das musikalische Geschehen, sodass “The Iron Door” nicht als Solowerk gesehen werden sollte. Ohne die Kreativarbeit seiner Mitstreiter wäre wohl kaum ein so vielseitiges Album zustande gekommen.

Grob betrachtet, ist “The Iron Door” als Folk-Pop einzustufen, aber wie so oft, unterschlägt ein solches Etikett sehr vieles. So sind die Saxofoneinlagen oder die gelegentlich unerwartete Instrumentierung, u.a. mit Streichern, Drum-Machines und LoFi-Orgel, viel zu eigen, als einfach mit Pop bezeichnet zu werden. Gerade die Instrumentierung bringt enorm viel Spannung ein. In Sachen Gesang gibt es ebenso ein dickes Lob. Die Stimme von Panu Artemjeff ist ganz einfach umwerfend. Man kann sich keine bessere Stimme zu dieser Musik vorstellen.

“The Iron Door” ist die dritte Veröffentlichung des jungen Labels Ice Will Melt Records, das damit einen echten Glücksgriff getan hat. Da kann man sich nur wünschen, dass man Is This Really Me bald auf Tour durch unsere Landen erleben darf.





Textdatum: 2017-09-08  
Textrechte:
© Global Music Magazine  
Artikelfoto/s: © Ice Will Melt Records
Label: Ice Will Melt Records
EAN: 0885014665151
Spieldauer: 44:11
Tracks: 11
Katalog Nr: IWM003
Ident-Code: 11968/720/1


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