Iris DeMent
Sing The Delta

Iris DeMent wirkt wie der Gegenentwurf zu den Püppchen der amerikanischen Country-Szene. Schon alleine, dass unter ihren Pressefotos solche zu finden sind, die sie bei typischen Tätigkeiten einer Hausfrau, wie Wäsche aufhängen, zeigen, sagt schon so einiges über ihre Einstellung aus.

Auch musikalisch schert sie sich keinen Deut um aktuelle Strömungen und macht einfach ihre Musik. Der kommerzielle Erfolg ihrer Alben scheint ihr egal. Dafür sind ihre Musik und ihre Texte umso ehrlicher. Sie steht dem Konservatismus in den USA mit Skepsis gegenüber, obwohl linkspolitische Äußerungen im Country nicht gern gesehen sind (um es vorsichtig auszudrücken). In diesem Zusammenhäng fallen einem gleich die Dixie Chicks ein, die von vielen amerikanischen Radiostationen boykottiert wurden, weil sie sich vom Irak-Krieg der USA distanzierten.

Ganze acht Jahre sind seit der Veröffentlchung von Dements letztem Album “Life Line” vergangen, auf dem sie allerdings ausschließlich Fremdkompositionen wiedergab. Das letzte Album mit Eigenkompositionen liegt gar 16 Jahre zurück (”The way I should” von 1996).

Iris DeMent verfügt über eine überragende Stimme (eine “Killer-Voice”, wie Jeff Hanna von der Nitty Gritty Dirt Band einmal meinte) und ein ausgesprochenes Talent für’s Songwriting. Die Musik von Iris DeMent hat nichts mit Mainstream-Country zu tun. Vielmehr könnte man sie als zeitgemäße Variante des Old-Time-Stils bezeichnen.

“Sing The Delta” hat DeMent auf ihrem eigenen Flariella Label veröffentlicht. Das Album bietet zeitlose Stücke, die mit ihrer üppigen Stimme und der sparsamen Unterstützung von erstklassigen Musikern wie Al Perkins und Reese Wynans entstanden.

“Sing The Delta” bietet Country, Blues und Gospel, ist fröhlich, herzzerreißend und schluchzend. Slidegitarre, Bläser, Bass, Piano, Hammond und gelegentliches Schlagzeug ergeben eine klangliche Umtermalung, die dicht wirkt, sich jedoch dezent im Hintergrund hält.

“Sing The Delta” ist ein echtes Meisterwerk einer völlig unterschätzten Künstlerin. Zum Glück für uns Musikfreunde geht Iris DeMent unbeirrt und unbeeinflusst von jeglichen Modeströmungen ihren Weg. Auf diese Weise kommt es zu solch unglaublich tollen Alben. Ein in vielerlei Hinsicht unzeitgemäßes Album, das aber genau aus diesem Grund ein Juvel darstellt.

Orientierungshilfe

Sing The Delta

Iris DeMent wirkt wie der Gegenentwurf zu den Püppchen der amerikanischen Country-Szene. Schon alleine, dass unter ihren Pressefotos solche zu finden sind, die sie bei typischen Tätigkeiten einer Hausfrau, wie Wäsche aufhängen, zeigen, sagt schon so einiges über ihre Einstellung aus.

Auch musikalisch schert sie sich keinen Deut um aktuelle Strömungen und macht einfach ihre Musik. Der kommerzielle Erfolg ihrer Alben scheint ihr egal. Dafür sind ihre Musik und ihre Texte umso ehrlicher. Sie steht dem Konservatismus in den USA mit Skepsis gegenüber, obwohl linkspolitische Äußerungen im Country nicht gern gesehen sind (um es vorsichtig auszudrücken). In diesem Zusammenhäng fallen einem gleich die Dixie Chicks ein, die von vielen amerikanischen Radiostationen boykottiert wurden, weil sie sich vom Irak-Krieg der USA distanzierten.

Ganze acht Jahre sind seit der Veröffentlchung von Dements letztem Album “Life Line” vergangen, auf dem sie allerdings ausschließlich Fremdkompositionen wiedergab. Das letzte Album mit Eigenkompositionen liegt gar 16 Jahre zurück (”The way I should” von 1996).

Iris DeMent verfügt über eine überragende Stimme (eine “Killer-Voice”, wie Jeff Hanna von der Nitty Gritty Dirt Band einmal meinte) und ein ausgesprochenes Talent für’s Songwriting. Die Musik von Iris DeMent hat nichts mit Mainstream-Country zu tun. Vielmehr könnte man sie als zeitgemäße Variante des Old-Time-Stils bezeichnen.

“Sing The Delta” hat DeMent auf ihrem eigenen Flariella Label veröffentlicht. Das Album bietet zeitlose Stücke, die mit ihrer üppigen Stimme und der sparsamen Unterstützung von erstklassigen Musikern wie Al Perkins und Reese Wynans entstanden.

“Sing The Delta” bietet Country, Blues und Gospel, ist fröhlich, herzzerreißend und schluchzend. Slidegitarre, Bläser, Bass, Piano, Hammond und gelegentliches Schlagzeug ergeben eine klangliche Umtermalung, die dicht wirkt, sich jedoch dezent im Hintergrund hält.

“Sing The Delta” ist ein echtes Meisterwerk einer völlig unterschätzten Künstlerin. Zum Glück für uns Musikfreunde geht Iris DeMent unbeirrt und unbeeinflusst von jeglichen Modeströmungen ihren Weg. Auf diese Weise kommt es zu solch unglaublich tollen Alben. Ein in vielerlei Hinsicht unzeitgemäßes Album, das aber genau aus diesem Grund ein Juvel darstellt.

Textdatum: 2012-10-02  
Textrechte:
© Global Music Magazine  
Tracks: 12
Format: CD
Ident-Code: 4085/1329/1


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