Hubert von Goisern
Federn

Der aus Goisern, Österreich, stammende Hubert Achleitner, besser bekannt als Hubert von Goisern, ist nicht einfach einer der Vielen, die sich an neuer Volksmusik versuchen. Über diese Phase ist er längst hinaus, er hat seinen eigenen musikalischen Ausdruck gefunden und kombiniert diesen nun bereits seit vielen Jahren mit allerlei regionalen Stilen. Er sucht die Auseinandersetzung mit anderen Musikern und nimmt dabei stets das Wesentliche von deren Musik in sich auf.

Für sein neues Album “Federn” hat sich Hubert von Goisern in den Süden der USA begeben und dort musikalische Feldforschung betrieben. Wie er in Interviews erzählt, war die Sache im Mutterland des Kapitalismus’ nicht ganz einfach. Interesse an gemeinsamem Musizieren weckt man im “Leuchtfeuer der Demokratie” offenbar am ehesten mit Dollars. Dennoch hat er es geschafft, Musiker aufzutun, um mit ihnen und seinen bewährten Begleitmusikern ein für den Österreicher durchaus überraschendes Album auf Tonträger zu bannen.

Wär hätte von Hubert von Goisern ein Album mit Americana erwartet? Cajun und Country in österreichischem Dialekt gesungen und Pedal-Steel-Gitarre im Zusammenklang mit einer diatonischen Ziach. Mit viel Fingerspitzengefühl hat er die Stücke des Albums, seien es eigene oder fremde Kompositionen, arrangiert. Die beteiligten Musiker erhalten ausreichend Spielraum, um sich entfalten zu können. So entsteht lebendige und lebende Musik. Seine Version von Jambalaya (“Es ist wahr”), dem alten Hit von Hank Williams, den schon so viele andere interpretiert haben, ist so umwerfend geraten, dass es zu einer der besten Versionen des Stücks gezählt werden muss. Doch auch mehr an alpenländische Volksmusik angelehnte Stücke sind vorhanden sowie krachende Bluesnummern, was bei ihm aber mittlerweile nichts Neues mehr bedeutet.

Auch textlich bezieht Hubert von Goisern eindeutig Position, wofür “Snowdown” als Beispiel erwähnt werden soll, das er Chelsea Manning und Edward Snowden gewidmet hat und

allen anderen, die sich getraut haben zu sagen, dass was nicht stimmt und allen, die ihre Freiheit auf’s Spiel setzen und ihr Leben riskieren“.

Unser Fazit: “Federn” darf uneingeschränkt zu den besten Alben Hubert von Goiserns gezählt werden, wenn es nicht gar sein bislang (man weiß ja nicht, was noch kommt) bestes Album ist. Eine erstklassige Scheibe, die vom ersten Ton an Spaß macht. Perfekt!

Orientierungshilfe

Federn

Der aus Goisern, Österreich, stammende Hubert Achleitner, besser bekannt als Hubert von Goisern, ist nicht einfach einer der Vielen, die sich an neuer Volksmusik versuchen. Über diese Phase ist er längst hinaus, er hat seinen eigenen musikalischen Ausdruck gefunden und kombiniert diesen nun bereits seit vielen Jahren mit allerlei regionalen Stilen. Er sucht die Auseinandersetzung mit anderen Musikern und nimmt dabei stets das Wesentliche von deren Musik in sich auf.

Für sein neues Album “Federn” hat sich Hubert von Goisern in den Süden der USA begeben und dort musikalische Feldforschung betrieben. Wie er in Interviews erzählt, war die Sache im Mutterland des Kapitalismus’ nicht ganz einfach. Interesse an gemeinsamem Musizieren weckt man im “Leuchtfeuer der Demokratie” offenbar am ehesten mit Dollars. Dennoch hat er es geschafft, Musiker aufzutun, um mit ihnen und seinen bewährten Begleitmusikern ein für den Österreicher durchaus überraschendes Album auf Tonträger zu bannen.

Wär hätte von Hubert von Goisern ein Album mit Americana erwartet? Cajun und Country in österreichischem Dialekt gesungen und Pedal-Steel-Gitarre im Zusammenklang mit einer diatonischen Ziach. Mit viel Fingerspitzengefühl hat er die Stücke des Albums, seien es eigene oder fremde Kompositionen, arrangiert. Die beteiligten Musiker erhalten ausreichend Spielraum, um sich entfalten zu können. So entsteht lebendige und lebende Musik. Seine Version von Jambalaya (“Es ist wahr”), dem alten Hit von Hank Williams, den schon so viele andere interpretiert haben, ist so umwerfend geraten, dass es zu einer der besten Versionen des Stücks gezählt werden muss. Doch auch mehr an alpenländische Volksmusik angelehnte Stücke sind vorhanden sowie krachende Bluesnummern, was bei ihm aber mittlerweile nichts Neues mehr bedeutet.

Auch textlich bezieht Hubert von Goisern eindeutig Position, wofür “Snowdown” als Beispiel erwähnt werden soll, das er Chelsea Manning und Edward Snowden gewidmet hat und

allen anderen, die sich getraut haben zu sagen, dass was nicht stimmt und allen, die ihre Freiheit auf’s Spiel setzen und ihr Leben riskieren“.

Unser Fazit: “Federn” darf uneingeschränkt zu den besten Alben Hubert von Goiserns gezählt werden, wenn es nicht gar sein bislang (man weiß ja nicht, was noch kommt) bestes Album ist. Eine erstklassige Scheibe, die vom ersten Ton an Spaß macht. Perfekt!

Textdatum: 2015-05-07  
Textrechte:
© Global Music | Weltmusik-Magazin  
Artikelfoto/s: © Konrad Fersterer
Ident-Code: 6275/1442/1


Orientierungshilfe

Alben

2007
Derweil 1988-2006

S'Nix

Goisern Goes East

Haut und Haar - Live

Federn Live 2014-2016

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