Houssaine Kili
Safran

Er ist Farbe, Geruch, Gewürz, Medizin und in mehr als 10 Gramm genossen auch halluzinogene Droge: der Safran der marokkanischen Berber im Süden des Atlas-Gebirges. Der kostbare Safran nimmt seinen Weg überwiegend in die Küchen Europas, wo er nicht nur iberische Gerichte, sondern auch Rezepte aus aller Welt verfeinert, und er ist Identität und Metapher für Herkunft, Qualität und Weg des marokkanischen Künstlers El Houssaine Kili.

Die Wurzeln seiner Musik liegen in der Gnawa-Kultur Südmarokkos. Die Gnawas, Nachfahren schwarzer Sklaven aus Mali und Guinea, spielen ihre Musik zu Riten, in denen Geister und Dämonen als heilende Kräfte auftreten. Ihre Zeremonien erinnern in Ablauf, Inhalt und vielen Details an viele afroamerikanische synkretistische Kulte wie Candomble, Santeria oder Vodou. Kilis Musik baut sich auf traditionelle Gnawa-Rhythmen auf, die mit neuen Texten und modernen Arrangements verbunden wurden. Das Hauptinstrument der Gnawas, die Gembri, steht dabei im Mittelpunkt von Kilis musikalischer Arbeit. Ähnlich wie die afrikanischen Langhalslauten südlich der Sahara ist die Gembri zugleich Rhythmus und Melodieinstrument.

Houssaine Kili wuchs in einer elfköpfigen Berberfamilie mit der arabischen Volksmusik, den Liedern der Berber und den amerikanischen Popsongs auf, die er aus dem Radio kennenlernte. Mit seiner ersten Band “The Southern Band” tourte Kili durch Marokko. Sie spielten in Hotels und auf Festivals eine Melange aus Pop-Coverversionen und marokkanischen musikalischen Zutaten. 1977 kam es zu einer eher zufälligen und doch folgenreichen Begegnung in den Straßen von Agadir: Kili traf Christian Burchard von der deutschen Jazzrockband Embryo und gemeinsam reisten sie zwei Monate in einem Bus voller Musikinstrumente und Freaks durch Marokko.

Drei Jahre später tourte Embryo mit Kilis Band. Die Embryo-Musiker lernten viel von den Nordafrikanern und Kili erhielt seine ersten Einblicke in die internationale Musikszene. Houssaine Kili kam 1984 auf Einladung der “Dissidenten”, einer Abspaltung der Ursprungsband “Embryo”, nach Deutschland und tourte mit der Band durch die USA und Europa. Nachdem er an mehreren erfolgreichen Tourneen und drei LPs der “Dissidenten” als Musiker, Komponist, Texter, Sänger und Arrangeur mitgewirkt hatte, trennte sich Kili 1988 von der Gruppe und begann an seinem Soloprojekt zu arbeiten.

Heute lebt Kili mit einem Bein in Marokko und einem Bein in Deutschland. Das Album “Safran” ist das Ergebnis einer langen Entwicklung die von den Anfängen als Bassist in Marokko über die Erfahrungen mit Embryo und den Dissidenten bis zu den Jahren als selbstständiger Musiker in Deutschland führt. Für El Houssaine Kili ist dieses Album jedoch ein Anfang, kein Abschluß, Es ist ein Destillat aus 20 Jahren persönlicher Erfahrungen zwischen Marokko und Deutschland.

GMM: Im Gegensatz zu vielen Musikern aus dem arabischen Raum, meidet Houssaine Kili Kitsch und Schmalz. Teilweise geht es gar etwas rockig zur Sache. Er versteht es ausserordentlich gut, westliche und orientalische Musik in Komposition und Arrangement zu kombinieren.

Tracks:
1. Inshallah
2. Maria
3. Gnawa
4. Aulidi
5. Andalusia
6. Safina
7. Sbab
8. Arissala
9. Bandi Adam
10. Wahdaniya
11. Aisha
12. Baniya

Orientierungshilfe

Safran

Er ist Farbe, Geruch, Gewürz, Medizin und in mehr als 10 Gramm genossen auch halluzinogene Droge: der Safran der marokkanischen Berber im Süden des Atlas-Gebirges. Der kostbare Safran nimmt seinen Weg überwiegend in die Küchen Europas, wo er nicht nur iberische Gerichte, sondern auch Rezepte aus aller Welt verfeinert, und er ist Identität und Metapher für Herkunft, Qualität und Weg des marokkanischen Künstlers El Houssaine Kili.

Die Wurzeln seiner Musik liegen in der Gnawa-Kultur Südmarokkos. Die Gnawas, Nachfahren schwarzer Sklaven aus Mali und Guinea, spielen ihre Musik zu Riten, in denen Geister und Dämonen als heilende Kräfte auftreten. Ihre Zeremonien erinnern in Ablauf, Inhalt und vielen Details an viele afroamerikanische synkretistische Kulte wie Candomble, Santeria oder Vodou. Kilis Musik baut sich auf traditionelle Gnawa-Rhythmen auf, die mit neuen Texten und modernen Arrangements verbunden wurden. Das Hauptinstrument der Gnawas, die Gembri, steht dabei im Mittelpunkt von Kilis musikalischer Arbeit. Ähnlich wie die afrikanischen Langhalslauten südlich der Sahara ist die Gembri zugleich Rhythmus und Melodieinstrument.

Houssaine Kili wuchs in einer elfköpfigen Berberfamilie mit der arabischen Volksmusik, den Liedern der Berber und den amerikanischen Popsongs auf, die er aus dem Radio kennenlernte. Mit seiner ersten Band “The Southern Band” tourte Kili durch Marokko. Sie spielten in Hotels und auf Festivals eine Melange aus Pop-Coverversionen und marokkanischen musikalischen Zutaten. 1977 kam es zu einer eher zufälligen und doch folgenreichen Begegnung in den Straßen von Agadir: Kili traf Christian Burchard von der deutschen Jazzrockband Embryo und gemeinsam reisten sie zwei Monate in einem Bus voller Musikinstrumente und Freaks durch Marokko.

Drei Jahre später tourte Embryo mit Kilis Band. Die Embryo-Musiker lernten viel von den Nordafrikanern und Kili erhielt seine ersten Einblicke in die internationale Musikszene. Houssaine Kili kam 1984 auf Einladung der “Dissidenten”, einer Abspaltung der Ursprungsband “Embryo”, nach Deutschland und tourte mit der Band durch die USA und Europa. Nachdem er an mehreren erfolgreichen Tourneen und drei LPs der “Dissidenten” als Musiker, Komponist, Texter, Sänger und Arrangeur mitgewirkt hatte, trennte sich Kili 1988 von der Gruppe und begann an seinem Soloprojekt zu arbeiten.

Heute lebt Kili mit einem Bein in Marokko und einem Bein in Deutschland. Das Album “Safran” ist das Ergebnis einer langen Entwicklung die von den Anfängen als Bassist in Marokko über die Erfahrungen mit Embryo und den Dissidenten bis zu den Jahren als selbstständiger Musiker in Deutschland führt. Für El Houssaine Kili ist dieses Album jedoch ein Anfang, kein Abschluß, Es ist ein Destillat aus 20 Jahren persönlicher Erfahrungen zwischen Marokko und Deutschland.

GMM: Im Gegensatz zu vielen Musikern aus dem arabischen Raum, meidet Houssaine Kili Kitsch und Schmalz. Teilweise geht es gar etwas rockig zur Sache. Er versteht es ausserordentlich gut, westliche und orientalische Musik in Komposition und Arrangement zu kombinieren.

Tracks:
1. Inshallah
2. Maria
3. Gnawa
4. Aulidi
5. Andalusia
6. Safina
7. Sbab
8. Arissala
9. Bandi Adam
10. Wahdaniya
11. Aisha
12. Baniya

Text date: 1999-06-14  
Text: © Tropical Music, Alexander Trofimow  
Distributor: SONY BMG MUSIC ENTERTAINMENT
Ident-Code: 550/1872/1



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