Houssaine Kili
Mountain to Mohamed

Houssaine Kili saugt die Rhythmen und Harmonien in sich auf wie Wein von den Hängen des Atlas, und irgendwann tauchen sie in seinen Liedern wieder auf. Dann steppt der Berber auf dem Tisch (Attan) und erklingt die Coverversion eines Hits des marokkanisches Stars Hamid Zahir (Lalla Fatima).

Er macht es für unsere Ohren verständlich. Houssaine Kili ist wie ein Filter für die reichhaltige Musikkultur eines Landes, das über eine Füllle von Musikstilen verfügt. Neben Gnawa, Rai, Chaabi und Berbersounds sind die Popklassiker der 60er und 70er Jahre Kilis grosse Inspirationsquelle.

Damals, als Houssaine Kili noch seine Band in Marokko hatte, da haben sie alle Hits von Stevie Wonder, Neil Young, Jimi Hendrix und James Brown nachgespielt. Das war der Sound, den das Publikum liebte, und wenn die grossen Stars schon nicht selber kamen, dann spielte man zumindest ihre Lieder. Kilis marokkanische Popdestille dampft die guten alten Popgrooves ein wie Datteln in der marokkanischen Mittagssonne – und am Ende steht eine Musik, die die Sounds der Seventies und Gnawa und Berbergrooves Marokkos zum Beat de Couscous 2001 werden lässt.

Marokko fasziniert sensible Seelen und ist seit Jahrzehnten das Ziel zahlreicher Musiker und Schriftsteller. Paul Bowles hat hier seine Romane geschrieben, Jimi Hendrix hat in Essaouira zum ersten Mal die faszinierende Musik der Gnawas gehört und gerade Essaouira hat sich in den letzten Jahren mit seiner Malerei- und Musikszene zu einem Anziehungspunkt für Reisende aus Europa und den USA entwickelt. Das alljährliche Festival der Stadt verbindet z.B. die Musik der Gnawas mit Capoeira-Rhythmen Brasiliens, Rai-Stars aus Algerien und Drum & Bass Acts aus England.

Für das Booklet von Mountain to Mohamed hat der berühmte marokkanische Schriftsteller Mohamed Choukri (“Das nackte Brot”) einen Begleittext geschrieben. Choukri beschreibt Houssaine Kili als einen modernen Schamanen, dessen tiefe Religösität sich im Titel der CD wiederspiegelt. Denn in den Bergen nahe seiner Heimatstadt Agadir liegen kleine Altare und Tempelchen, die Marabouts – ihre goldenen Kuppeln leuchten im Sonnenlicht und im Innern sind sie vom Schein der Kerzen erhellt. Betritt man die Marabouts kann man ein wenig von der zauberhaften Kraft, ein weng Barraka, in sich aufnehmen. Die Menschen besuchen regelmäßig diese Heiligtümer um Kraft zu tanken. Die Marabouts wurden dort aufgestellt, wo Weise und Heilige gelebt, geboren oder gestorben sind. Mütter bringen ihre kleinen Babys dorthin und Barraka ist eines der meistgebrauchten Wörter im Sprachschatz der Marokkaner. Barraka hat nichts mit dem Islam zu tun, Barraka ist Teil der marokkanischen Seele, es ist die göttliche Kraft, die allem innewohnt.

Auch Houssaine Kili schöpt seine Kraft aus diesen Orten. Dort in den Bergen ist er dem Göttlichen ein Stück näher, dort findet er einen Frieden, der ihm sowohl im hektischen Deutschland als auch in den betriebsamen Städten Marokkos fehlt.

GMM: Eine in vielerlei Hinsicht herausragende CD des ehemaligen Mitglieds der Dissidenten: mitreißender Orient-Sound ohne Weichspüler, mit Anleihen aus Pop und Rock!

Tracks:
1. Mountain to Mohammed
2. Ayour
3. Salamoualeikoum
4. Balini
5. Cowgirl in the sand
6. Nelgak
7. Lalla Fatima
8. Kfaya
9. Allah
10. Attan
11. Shouafa
12. Fanan

Orientierungshilfe

Mountain to Mohamed

Houssaine Kili saugt die Rhythmen und Harmonien in sich auf wie Wein von den Hängen des Atlas, und irgendwann tauchen sie in seinen Liedern wieder auf. Dann steppt der Berber auf dem Tisch (Attan) und erklingt die Coverversion eines Hits des marokkanisches Stars Hamid Zahir (Lalla Fatima).

Er macht es für unsere Ohren verständlich. Houssaine Kili ist wie ein Filter für die reichhaltige Musikkultur eines Landes, das über eine Füllle von Musikstilen verfügt. Neben Gnawa, Rai, Chaabi und Berbersounds sind die Popklassiker der 60er und 70er Jahre Kilis grosse Inspirationsquelle.

Damals, als Houssaine Kili noch seine Band in Marokko hatte, da haben sie alle Hits von Stevie Wonder, Neil Young, Jimi Hendrix und James Brown nachgespielt. Das war der Sound, den das Publikum liebte, und wenn die grossen Stars schon nicht selber kamen, dann spielte man zumindest ihre Lieder. Kilis marokkanische Popdestille dampft die guten alten Popgrooves ein wie Datteln in der marokkanischen Mittagssonne – und am Ende steht eine Musik, die die Sounds der Seventies und Gnawa und Berbergrooves Marokkos zum Beat de Couscous 2001 werden lässt.

Marokko fasziniert sensible Seelen und ist seit Jahrzehnten das Ziel zahlreicher Musiker und Schriftsteller. Paul Bowles hat hier seine Romane geschrieben, Jimi Hendrix hat in Essaouira zum ersten Mal die faszinierende Musik der Gnawas gehört und gerade Essaouira hat sich in den letzten Jahren mit seiner Malerei- und Musikszene zu einem Anziehungspunkt für Reisende aus Europa und den USA entwickelt. Das alljährliche Festival der Stadt verbindet z.B. die Musik der Gnawas mit Capoeira-Rhythmen Brasiliens, Rai-Stars aus Algerien und Drum & Bass Acts aus England.

Für das Booklet von Mountain to Mohamed hat der berühmte marokkanische Schriftsteller Mohamed Choukri (“Das nackte Brot”) einen Begleittext geschrieben. Choukri beschreibt Houssaine Kili als einen modernen Schamanen, dessen tiefe Religösität sich im Titel der CD wiederspiegelt. Denn in den Bergen nahe seiner Heimatstadt Agadir liegen kleine Altare und Tempelchen, die Marabouts – ihre goldenen Kuppeln leuchten im Sonnenlicht und im Innern sind sie vom Schein der Kerzen erhellt. Betritt man die Marabouts kann man ein wenig von der zauberhaften Kraft, ein weng Barraka, in sich aufnehmen. Die Menschen besuchen regelmäßig diese Heiligtümer um Kraft zu tanken. Die Marabouts wurden dort aufgestellt, wo Weise und Heilige gelebt, geboren oder gestorben sind. Mütter bringen ihre kleinen Babys dorthin und Barraka ist eines der meistgebrauchten Wörter im Sprachschatz der Marokkaner. Barraka hat nichts mit dem Islam zu tun, Barraka ist Teil der marokkanischen Seele, es ist die göttliche Kraft, die allem innewohnt.

Auch Houssaine Kili schöpt seine Kraft aus diesen Orten. Dort in den Bergen ist er dem Göttlichen ein Stück näher, dort findet er einen Frieden, der ihm sowohl im hektischen Deutschland als auch in den betriebsamen Städten Marokkos fehlt.

GMM: Eine in vielerlei Hinsicht herausragende CD des ehemaligen Mitglieds der Dissidenten: mitreißender Orient-Sound ohne Weichspüler, mit Anleihen aus Pop und Rock!

Tracks:
1. Mountain to Mohammed
2. Ayour
3. Salamoualeikoum
4. Balini
5. Cowgirl in the sand
6. Nelgak
7. Lalla Fatima
8. Kfaya
9. Allah
10. Attan
11. Shouafa
12. Fanan

Text date: 2001-10-08  
Text: © Tropical Music  
Distributor: SONY BMG MUSIC ENTERTAINMENT
Ident-Code: 548/1394/1



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