Grand Orchestre Du Tricot
Tribute To Lucienne Boyer

Lucienne Boyer war eine 1983 gestorbene französische Sängerin. Lieder dieser vor allem durch “Parlez moi d’amour” bekannt gewordenen Künstlerin stehen im Mittelpunkt des neuen Albums des Grand Orchestre Du Tricot und der Sängerin Angela Flahault.

“Tribute To Lucienne Boyer” startet mit dem Schlager “Youp youp”. Die ersten Takte sind noch relativ harmlos, doch nach nur 18 Sekunden kündigen leichte disharmonische Andeutungen an, was auf den Hörer wartet. Wir können nur raten, den Lautstärkepegel vorerst nicht allzu hoch zu wählen, denn das Grand Orchestre Du Tricot lässt es kurz darauf ordentlich krachen.

Lange hat uns kein Album mehr so fasziniert und begeistert, wie “Tribute To Lucienne Boyer”. Die teils lieblich und harmlos klingenden Gesangslinien der Vorlagen werden von Angela Flahault mit ihrer wunderbar klingenden Stimme verspielt und mit gelegentlich kindlicher Naivität vorgetragen. Der Gegensatz, der sich aus diesem vorzüglichen und sauberen Gesang und dem klanglichen Inferno, das die Begleitung entfacht, ergibt, ist gewaltig. Ignoriert man unseren gutgemeinten Rat, den Pegel zu reduzieren, wird man regelmäßig rücksichtslos aus lieblichem Wohlgefühl gerissen.

Angela Flahault begann ihre musikalische Karriere mit einer Gesangsausbildung am Konservatorium von Straßburg gemeinsam mit der Mezzosopranistin Mari Kobayashi. Doch schon immer begeisterte sie sich neben dem Gesang auch schon für die bildenden Künste und sie konnte (oder wollte) sich bisher nicht für eines entscheiden. Seit 2014 ist sie nun mit dem Grand Orchestre Du Tricot unterwegs.

Angela Flahault lässt ihrer Lust zur freien Interpretation freien Lauf. Da Lucienne Boyer nicht nur einfach Chansonette, sondern auch im Theater und im Kabarett auftrat, ist die Broadway-Attitüde, mit der Angela Flahault die Lieder zwischendurch interpretiert, durchaus nachvollziehbar.

Doch Angela Flahault macht nur die eine Hälfte aus. Ihr gegenüber steht das Grand Orchestre Du Tricot, das mit Roberto Negro, Théo Ceccaldi, Valentin Ceccaldi, Sacha Gillard und Fidel Fourneyron einige beeindruckende Namen aufzuweisen hat. Wer z.B. Roberto Negro kennt, weiß sofort, dass hier kein Standard-Jazz geboten wird. Das Grand Orchestre Du Tricot klingt stellenweise so, als hätte man Faith No More Blasinstrumente in die Hand gedrückt. Dazu immer wieder schräge Akkorde und Steigerungen, die an akustische Vergewaltigungen erinnern. Dieses Spektakel war ursprünglich für die Bühne konzipiert, funktioniert aber auch auf CD.

Französische Chansons in Verbindung mit einer wildgewordenen Jazz-Combo. Wäre heute schon Sylvester, würden wir ausrufen: Welch ein prachtvoller Abschluss des Jahres! Dieses geniale und auch optisch sehr schön gestaltete Meisterwerk erscheint beim Label Tricollectif.





Orientierungshilfe

Tribute To Lucienne Boyer

Lucienne Boyer war eine 1983 gestorbene französische Sängerin. Lieder dieser vor allem durch “Parlez moi d’amour” bekannt gewordenen Künstlerin stehen im Mittelpunkt des neuen Albums des Grand Orchestre Du Tricot und der Sängerin Angela Flahault.

“Tribute To Lucienne Boyer” startet mit dem Schlager “Youp youp”. Die ersten Takte sind noch relativ harmlos, doch nach nur 18 Sekunden kündigen leichte disharmonische Andeutungen an, was auf den Hörer wartet. Wir können nur raten, den Lautstärkepegel vorerst nicht allzu hoch zu wählen, denn das Grand Orchestre Du Tricot lässt es kurz darauf ordentlich krachen.

Lange hat uns kein Album mehr so fasziniert und begeistert, wie “Tribute To Lucienne Boyer”. Die teils lieblich und harmlos klingenden Gesangslinien der Vorlagen werden von Angela Flahault mit ihrer wunderbar klingenden Stimme verspielt und mit gelegentlich kindlicher Naivität vorgetragen. Der Gegensatz, der sich aus diesem vorzüglichen und sauberen Gesang und dem klanglichen Inferno, das die Begleitung entfacht, ergibt, ist gewaltig. Ignoriert man unseren gutgemeinten Rat, den Pegel zu reduzieren, wird man regelmäßig rücksichtslos aus lieblichem Wohlgefühl gerissen.

Angela Flahault begann ihre musikalische Karriere mit einer Gesangsausbildung am Konservatorium von Straßburg gemeinsam mit der Mezzosopranistin Mari Kobayashi. Doch schon immer begeisterte sie sich neben dem Gesang auch schon für die bildenden Künste und sie konnte (oder wollte) sich bisher nicht für eines entscheiden. Seit 2014 ist sie nun mit dem Grand Orchestre Du Tricot unterwegs.

Angela Flahault lässt ihrer Lust zur freien Interpretation freien Lauf. Da Lucienne Boyer nicht nur einfach Chansonette, sondern auch im Theater und im Kabarett auftrat, ist die Broadway-Attitüde, mit der Angela Flahault die Lieder zwischendurch interpretiert, durchaus nachvollziehbar.

Doch Angela Flahault macht nur die eine Hälfte aus. Ihr gegenüber steht das Grand Orchestre Du Tricot, das mit Roberto Negro, Théo Ceccaldi, Valentin Ceccaldi, Sacha Gillard und Fidel Fourneyron einige beeindruckende Namen aufzuweisen hat. Wer z.B. Roberto Negro kennt, weiß sofort, dass hier kein Standard-Jazz geboten wird. Das Grand Orchestre Du Tricot klingt stellenweise so, als hätte man Faith No More Blasinstrumente in die Hand gedrückt. Dazu immer wieder schräge Akkorde und Steigerungen, die an akustische Vergewaltigungen erinnern. Dieses Spektakel war ursprünglich für die Bühne konzipiert, funktioniert aber auch auf CD.

Französische Chansons in Verbindung mit einer wildgewordenen Jazz-Combo. Wäre heute schon Sylvester, würden wir ausrufen: Welch ein prachtvoller Abschluss des Jahres! Dieses geniale und auch optisch sehr schön gestaltete Meisterwerk erscheint beim Label Tricollectif.





Text date: 2017-12-08  
Text: © Global Music Magazine  
Photo credits: © Tricollectif
Label: Tricollectif
Duration: 53:19
Ident-Code: 12494/152/1


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