Banditos
Visionland

Typisch für Bloodshot Records, das Indielabel aus Chicago, ist diese Veröffentlichung. Die Banditos bieten nämlich leicht punkige, amerikanische Roots-Musik.

Mit “Visionland” bringt das in Birmingham, Alabama, und Nashville ansässige Sextett nun das zweite Full-Length-Album heraus. Das selbstbetitelte Debüt von 2015 war überraschend erfolgreich und so war man danach kräftig tourend unterwegs. Mit Israel Nash und Ted Young als Produzenten gingen sie danach wieder ins Studio, um neues Material einzuspielen, das sich in den Monaten davor angesammelt hatte. Darunter sind Texte, die sich einerseits mit sehr realen Dingen beschäftigen, aber auch um sehr persönliche drehen. Es geht um Selbstwahrnehmung, um Psychologisches und die eigenen Illusionen. Die Banditos bieten in ihren Lieder also eher komplexe Themen an.

Der Titel des Albums bezieht sich auf einen Vergnügungspark, namens “Visionland”, in Bessemer, Alabama, den einzelne Mitglieder der Combo in ihrer Jugend erlebt hatten und der mittlerweile ein 60-Millionen-Dollar-Grab darstellt (Pleite in 2002 nach nur fünf Jahren!). Wie so oft hatte man der Bevölkerung einen Aufschwung für die Region versprochen. Am Ende fühlten sich die Menschen belogen und desillusioniert, darunter eben auch die Banditos. Dies ist nur ein Beispiel für die Themen, derer sich die Truppe angenommen hat.

Ende 2016 mieteten sich die Sechs bei den Plum Creek Sound Studios in Dripping Springs, Texas, ein und begannen mit der Konservierung ihrer Ideen. In demokratischer Weise erarbeiteten sie das Material und bannten leicht rauhe Töne auf Band. Töne, die Einflüsse aus allerlei amerikanischen Stilen erkennen lassen. Folk, Blues, Country, aber eben auch Punk und Rock. Keiner dieser Stile drängt sich in den Vordergrund, es dominiert vielmehr ein typischer Banditos-Stil, der teils aufrührerisch, aber auch nachdenklich und tiefgründig klingt.

Da stellt sich uns die Henne-Ei-Frage: Was war zuerst da, der Text oder die Musik? Beides passt nämlich unglaublich gut zusammen. Egal, das Ergebnis klingt bestens. Eine Musik, die einerseits die Veteranen von Jefferson Airplane oder Grateful Dead auferstehen, gleichzeitig aber auch viele neuere Einflüsse erkennen lässt. Die oftmalige Ernsthaftigkeit, die aus der Musik spricht, tendiert in ihrer Intensität gar in Richtung Calexico.

Die Banditos liefern mit ihrem neuen Album “Visionland” eines ab, das man gehört haben sollte. Roots-Rock mit Tiefgang, der dennoch Spaß macht. Leider ist die Truppe momentan nur in den USA live zu hören.



Orientierungshilfe

Visionland

Typisch für Bloodshot Records, das Indielabel aus Chicago, ist diese Veröffentlichung. Die Banditos bieten nämlich leicht punkige, amerikanische Roots-Musik.

Mit “Visionland” bringt das in Birmingham, Alabama, und Nashville ansässige Sextett nun das zweite Full-Length-Album heraus. Das selbstbetitelte Debüt von 2015 war überraschend erfolgreich und so war man danach kräftig tourend unterwegs. Mit Israel Nash und Ted Young als Produzenten gingen sie danach wieder ins Studio, um neues Material einzuspielen, das sich in den Monaten davor angesammelt hatte. Darunter sind Texte, die sich einerseits mit sehr realen Dingen beschäftigen, aber auch um sehr persönliche drehen. Es geht um Selbstwahrnehmung, um Psychologisches und die eigenen Illusionen. Die Banditos bieten in ihren Lieder also eher komplexe Themen an.

Der Titel des Albums bezieht sich auf einen Vergnügungspark, namens “Visionland”, in Bessemer, Alabama, den einzelne Mitglieder der Combo in ihrer Jugend erlebt hatten und der mittlerweile ein 60-Millionen-Dollar-Grab darstellt (Pleite in 2002 nach nur fünf Jahren!). Wie so oft hatte man der Bevölkerung einen Aufschwung für die Region versprochen. Am Ende fühlten sich die Menschen belogen und desillusioniert, darunter eben auch die Banditos. Dies ist nur ein Beispiel für die Themen, derer sich die Truppe angenommen hat.

Ende 2016 mieteten sich die Sechs bei den Plum Creek Sound Studios in Dripping Springs, Texas, ein und begannen mit der Konservierung ihrer Ideen. In demokratischer Weise erarbeiteten sie das Material und bannten leicht rauhe Töne auf Band. Töne, die Einflüsse aus allerlei amerikanischen Stilen erkennen lassen. Folk, Blues, Country, aber eben auch Punk und Rock. Keiner dieser Stile drängt sich in den Vordergrund, es dominiert vielmehr ein typischer Banditos-Stil, der teils aufrührerisch, aber auch nachdenklich und tiefgründig klingt.

Da stellt sich uns die Henne-Ei-Frage: Was war zuerst da, der Text oder die Musik? Beides passt nämlich unglaublich gut zusammen. Egal, das Ergebnis klingt bestens. Eine Musik, die einerseits die Veteranen von Jefferson Airplane oder Grateful Dead auferstehen, gleichzeitig aber auch viele neuere Einflüsse erkennen lässt. Die oftmalige Ernsthaftigkeit, die aus der Musik spricht, tendiert in ihrer Intensität gar in Richtung Calexico.

Die Banditos liefern mit ihrem neuen Album “Visionland” eines ab, das man gehört haben sollte. Roots-Rock mit Tiefgang, der dennoch Spaß macht. Leider ist die Truppe momentan nur in den USA live zu hören.



Textdatum: 2017-09-07  
Textrechte:
© Global Music | Weltmusik-Magazin  
Artikelfoto/s: © Nicole Mago
Label: Bloodshot Records
Produzent: Israel Nash, Ted Young
EAN: 744302025360
Spieldauer: 00:41:00
Tracks: 10
Ident-Code: 11987/258/1


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