Abou Diarra
Koya

Abou Diarras Heimat Mali ist leider für Konflikte, Krisen und Putsche bekannter als für sein reiches kulturelles Erbe. Dabei hat das in Westafrika gelegene Land eine bedeutende und weltweit anerkannte Musikszene. So stammt zum Beispiel einer der bekanntesten Künstler des gesamten afrikanischen Kontinents aus Mali: Salif Keita.

Geboren als Sohn einer Mandingo-Sängerin und eines Wassoulou-Stammeshäuptlings, wuchs Abou Diarra von klein auf mit Musik auf. Nach dem Tod seines Vaters verließ er sein traditionell geprägtes Dorf, wanderte mit seiner Ngoni (eine Langhals-Laute) über 4.000 Kilometer durch Westafrika und lernte dabei den blinden Virtuosen Moussa Kante kennen, der sein Lehrmeister und Begleiter auf der Reise wurde, die das Gespann bis nach Europa führte.

Nun liegt mit “Koya” das vierte Album von Abou Diarra vor, das bei Mix & Metisse veröffentlicht wurde. Nachdem wir in seinem 2013 veröffentlichten Vorgängeralbum “Sabou” ein Musterbeispiel für moderne afrikanische Musik sahen, waren wir hoch erfreut, erneut ein Album dieses Künstlers vorgelegt zu bekommen. Die Spannung, ob Abou Diarra mit “Koya” einen würdigen Nachfolger geschaffen haben würde, war sehr groß. Um es kurz zu machen, er hat.

“Koya” ist allerdings kein neuer Aufguss von “Sabou”. Klar, “Koya” trägt seine Handschrift, doch ist das Album vom Charakter her gänzlich anders, “Koya” ist lässiger, cooler und streckenweise richtig bluesig. Der Sound des Albums ist lebendig, modern und ein wenig dreckig, was gut zur Musik passt. Abou Diarra scheint zuletzt einen großen Sprung in seiner künstlerischen Entwicklung getan zu haben.

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren nicht allzu viele erwähnenswerte Alben von afrikanischen Künstlern fanden, haben wir nun den Eindruck, als könnten sich neue und höchsttalentierte Musiker in der Szene etablieren. Künstler, die das von Salif Keita scheinbar unerreichbar hoch geschraubte Niveau erreichen können. Obgleich Abou Diarra in eine gänzlich andere musikalische Richtung als Salif Keita geht, zeigt er sich mit “Koya” als gereifter, ideenreicher und versierter Musiker, der durchaus Keitas Niveau erreicht. Tradition und Moderne sind in “Koya” souverän zu einem neuen und höchst aufregenden Sound verwoben. Sehr gut!




Orientierungshilfe

Koya

Abou Diarras Heimat Mali ist leider für Konflikte, Krisen und Putsche bekannter als für sein reiches kulturelles Erbe. Dabei hat das in Westafrika gelegene Land eine bedeutende und weltweit anerkannte Musikszene. So stammt zum Beispiel einer der bekanntesten Künstler des gesamten afrikanischen Kontinents aus Mali: Salif Keita.

Geboren als Sohn einer Mandingo-Sängerin und eines Wassoulou-Stammeshäuptlings, wuchs Abou Diarra von klein auf mit Musik auf. Nach dem Tod seines Vaters verließ er sein traditionell geprägtes Dorf, wanderte mit seiner Ngoni (eine Langhals-Laute) über 4.000 Kilometer durch Westafrika und lernte dabei den blinden Virtuosen Moussa Kante kennen, der sein Lehrmeister und Begleiter auf der Reise wurde, die das Gespann bis nach Europa führte.

Nun liegt mit “Koya” das vierte Album von Abou Diarra vor, das bei Mix & Metisse veröffentlicht wurde. Nachdem wir in seinem 2013 veröffentlichten Vorgängeralbum “Sabou” ein Musterbeispiel für moderne afrikanische Musik sahen, waren wir hoch erfreut, erneut ein Album dieses Künstlers vorgelegt zu bekommen. Die Spannung, ob Abou Diarra mit “Koya” einen würdigen Nachfolger geschaffen haben würde, war sehr groß. Um es kurz zu machen, er hat.

“Koya” ist allerdings kein neuer Aufguss von “Sabou”. Klar, “Koya” trägt seine Handschrift, doch ist das Album vom Charakter her gänzlich anders, “Koya” ist lässiger, cooler und streckenweise richtig bluesig. Der Sound des Albums ist lebendig, modern und ein wenig dreckig, was gut zur Musik passt. Abou Diarra scheint zuletzt einen großen Sprung in seiner künstlerischen Entwicklung getan zu haben.

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren nicht allzu viele erwähnenswerte Alben von afrikanischen Künstlern fanden, haben wir nun den Eindruck, als könnten sich neue und höchsttalentierte Musiker in der Szene etablieren. Künstler, die das von Salif Keita scheinbar unerreichbar hoch geschraubte Niveau erreichen können. Obgleich Abou Diarra in eine gänzlich andere musikalische Richtung als Salif Keita geht, zeigt er sich mit “Koya” als gereifter, ideenreicher und versierter Musiker, der durchaus Keitas Niveau erreicht. Tradition und Moderne sind in “Koya” souverän zu einem neuen und höchst aufregenden Sound verwoben. Sehr gut!




Textdatum: 2017-05-25  
Textrechte:
© Global Music | Weltmusik-Magazin  
Artikelfoto/s: © Francois Mallet
Label: Mix & Metisse
Labelcode: LC 24706
Spieldauer: 44:12
Tracks: 11
Katalog Nr: 20100
Ident-Code: 11607/662/1


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